Story 55
Schreibstil 20
Charaktere 25
Cover&Design 55

„Der Besuch der alten Dame“ mag vor vielen Jahren ein interessantes Theaterstück gewesen sein, ein gutes Buch ist es heute aber nicht. Hier meine Rezension

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Der Besuch der alten Dame – Friedrich Dürrenmatt

Der Besuch der alten Dame - Friedrich Dürrenmatt

Der Besuch der alten Dame – Friedrich Dürrenmatt

Titel: Der Besuch der alten Dame | Autor: Friedrich Dürrenmatt | Seitenzahl: 152 Seiten | Verlag: Diogenes Verlag | Erscheinungsdatum: 1956 (Uraufführung) | Dieses Buch kaufen: Hier

 

Wie auch schon das Jugendbuch tschick mussten wir Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt im Deutschunterricht lesen und mehrere Aufgaben zu der tragischen Komödie erledigen, wobei der Schwerpunkt auf dem Verfassen von Szenenanalysen lag. Wir mussten allerdings auch eine Buchbewertung verfassen, und diese möchte ich hier jetzt online stellen.

Story

Claire Zachanassian, ehemals Klara Wächter wurde in dem ehemals wirtschaftlich starken Ort Güllen geboren, der vermutlich durch den Krieg verarmt ist und nun verwahrlost erscheint. Claire aber hat ein großes Vermögen von mehreren Milliarden (die Einheit wird nie genannt) angehäuft, unter anderem durch diverse reiche Ehemänner. Ihr alter Schulfreund und Geliebter Alfred Ill wurde von der Stadt Güllen beauftragt, Zachanassian zu bequatschen, damit sie dem Dorf eine Finanzspritze zukommen lässt. Doch bald lässt Zachanassian ihre Bedingung dafür verlauten, und die trifft Ill sehr persönlich!

Diese tragische Komödie ist alt. Und das merkt man ihr auch an. Manche Leute mögen sie in irgendeinem besonderen, historischen Blickwinkel betrachten, doch ich habe die Geschichte vor allem als langweilig, unlustig, wenig spannend und vor allem als schrecklich erzählt empfunden, aber dazu später mehr.


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Das einzige, zumindest ein wenig spannende an der Geschichte ist die Bedingung von Zachanassian, und ob diese am Ende erfüllt wird. Vorhersehbar war der Abschluss des Buches dennoch. Doch der Weg dort hin hat wenigstens einige interessante Elemente aufgewiesen, auch wenn diese die thematische Einseitigkeit der Komödie nicht überwiegen können.

Alles in allem war die Geschichte wenig überzeugend und vor allem nicht spannend, aber dennoch nicht das schlechteste an diesem Buch…

Schreibstil

Der Schreibstil des Buches erinnert an das Skript eines Theaterstücks. Durch diese Schreibweise wird das Lesen erschwert, da der Lesefluss durch die andauernde Benennung der sich artikulierenden Charaktere unterbrochen wird.

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Auffällig sind außerdem häufige, nicht nachvollziehbare Themenschwenks zu oft irrelevanten, für die Handlung nicht wichtigen Erzählungen. Durch die altdeutsche Rhetorik und die (aus heutiger Sicht?) manchmal unvollständigen Sätze (fehlende Prädikate etc.) ist das Leseverständnis gehemmt. Das führt dazu, dass man sich beim Lesen schwer auf die Geschichte konzentrieren kann, da die allgemeine sprachliche Gestaltung des Buches einen vorsätzlich zu ärgern scheint, was eine neutrale Betrachtung des Textes nahezu unmöglich macht.

Trotz teilweise ausführlicher Szenenbeschreibung entwickelt sich kein erkennbarer Spannungsbogen.

Charaktere

Hauptcharaktere von Der Besuch der alten Dame sind Alfred Ill und Claire Zachanassian. Gefühle und innere Konflikte werden wenig ausführlich beleuchtet, was zur Folge hat, dass die Charaktere oberflächlich und flach erscheinen. Das eigentlich einzig interessante war hier die Beleuchtung der Taten Ills in der Vergangenheit in Bezug auf Claire Zachanassian.

Die Nebencharaktere sind sogar noch uninteressanter und haben oft nicht mal einen Namen. Die Stadtbewohner heißen beispielsweise einfach nur „Der Erste“ oder „Der Zweite“. Dadurch ist unklar, ob es sich bei diesen Charakteren immer um die gleiche Person handelt, oder um einen x-beliebigen Stadtbewohner. Dadurch entfällt erzählerische Tiefe bei diesen Charakteren natürlich gänzlich.

Cover&Design

Mir sind zwei verschiedene Covermotive geläufig. Das erste ist eine, in tristen Sepiafarben gehaltene, aus Mosaiken bestehende Dame auf einem Hintergrund mit Häusern und anderen, schwer identifizierbaren Elementen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Häuser wirklich Häuser sind.

Das andere Cover ist deutlich einfacher als das eben beschriebene. Es zeigt eine schematisch dargestellte Dame mit einem Schachbrettähnlichen Körper. Ein auffälliges Merkmal der Person sind die roten Haare, das Rückschlüsse darauf zulässt, dass es sich um die ebenfalls rothaarige Zachanassian handelt.

Auf beiden Covers ist der Autor, der Titel, das Genre und der Verlag dargestellt, was auf Grund der großen Schrift einen recht gequetschten Eindruck macht. Beide Covers lassen nicht viel über die Geschichte erkennen, was zwar Spoiler vermeidet, aber auch absolut keinen Ansporn erzeugt, die vorliegende Geschichte zu lesen.

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Fazit

Mir gefiel Der Besuch der alten Dame nicht. Es mag vor einigen Jahrzehnten ein interessantes Theaterstück gewesen sein, doch nach heutigen Aspekten ist es ein sehr spannungsarmes Buch, welches in einem Stil verfasst ist, der keine Art der charakterlichen Tiefe oder der Spannung zulässt. Als Lektüre in der heutigen Zeit kann ich das Drama nicht empfehlen. Einen kleinen Funken Hoffnung gibt es aber noch: Die Verfilmung fand ich noch schlechter.

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