Story 73
Sprecher 79
Musik 74
Effekte 85
Cover&Design 72

Kati & Azuro gehen in die Elfte Runde, dieses mal im Schnee. Kann die Folge das sonst recht hohe Niveau der Serie aufrecht halten?

Summary Rating: 76.6% 76.6 Gut
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Kati & Azuro (11) – Gefangen im Schnee

kati11
Serie: Kati & Azuro | Folge: 11 | Titel: Gefangen im Schnee  | Spielzeit: 52 Minuten | Label: EUROPA | Erscheinungsdatum: 13.11.2015 | Dieses Hörspiel kaufen: Hier

Die Pferdehörspielserie „Kati & Azuro“ geht in die elfte Runde. Vorher bekannte Schwächen sind geblieben, und es haben sich neue gebildet. Doch die Geschichte ist wie immer ein schönes Pferdehörspiel mit einer interessanten Kernaussage, die vor allem Eltern zum nachdenken anregen sollte.

Story

Cleo, Kati und die Väter der beiden Mädchen begeben sich, von der Aussenwelt abgeschnitten, in eine kleine Hütte in den Bergen. Auch Azuro und Dave, die Pferde der beiden Mädchen sind natürlich dabei. Die Idee für diese Reise hatte Cleos Vater, der mit der Natur eigentlich nicht viel anfangen kann, und ein recht angespanntes Verhältnis zu seiner Tochter hat. (Das kann durchaus auch an Cleo liegen, wem waren seine Eltern in der Pubertät bitte nicht peinlich?) Die vier begeben sich also in das verschneite Gebirge, doch sie stoßen schon bald auf Probleme, die sie zu meistern haben, natürlich mit Hilfe der Pferde. Was werden die Reisenden alles erleben?

Die Geschichte beginnt mit einem viel zu langen Anfang. Dr. Heinrich von Itzeho, Cleos Vater, verfällt in einem Outdoor-Laden in einen Kaufrausch und lässt sich alles mögliche aufschwatzen. Das ist ein netter, vielleicht auch lustiger Aufhänger, aber warum muss das so ewig lang gezogen werden? Dann geht es etwas interessanter weiter, doch leider hat diese Geschichte ein riesiges Problem: Sie baut gelegentlich Spannung auf, um die Lage gleich wieder zu entspannen, und „normal“ weiter zu machen.

Beispiel: |MINIMALE SPOILER| Ein Mädchen sieht einen Mann, mit blutendem Kopf auf einer Veranda liegen. Das könnte ein Moment sein, der spannend ist, mit atmosphärischer Musik untermalt. Das Mädchen beugt sich über ihn, versucht ihn aufzuwecken, da er bewusstlos ist, scheitert, um es dann aber doch, nach kurzer Zeit, zu schaffen. Wie macht es diese Geschichte? „Dort liegt ein Mann auf dem Boden. Er blutet am Kopf und ist ohnmächtig. Das Mädchen läuft zu ihm hin. Da wacht er auf, und alles ist wieder in Butter.“ Solche Szenen gab es mehrfach. Die Geschichte gibt sich selbst einfach nicht die Möglichkeit, selbst Spannung aufzubauen.

Das zweite große Problem der Geschichte ist die durch Stereotypen verursachte Vorhersehbarkeit. Es wird (viel zu lange) betont, wie viel unnützes Zeug Cleos Vater kauft, und wie genervt seine Tochter darüber ist. Da ist es doch klar, dass Cleo ihrem Vater dafür noch irgendwann dankbar sein wird, da sie die Sachen braucht. Auch hier ist das nur ein stellvertretendes Beispiel.

Und wo wir schon bei Cleos Vater sind: Dieser hat die Angewohnheit, Menschen in allen möglichen Sachen zu verbessern und auf das Recht zu pochen. Allerdings macht er dabei selber Fehler: Die Aussage, dass „Ding“ kein richtiges Wort sei, ist schlicht und ergreifend falsch. Möglicherweise gehörte das Wort in diesem Zusammenhang seiner Meinung nach nicht in diesen Satz, doch das hat nichts mit dem Wort selbst zu tun. Wenn schon Haar klauben, dann richtig.

Insgesamt ist das hier eine eher schlechtere Geschichte einer Hörspielserie, die ich eigentlich sehr mag. Auch diese Folge hat mich durchaus unterhalten, sie ist aber in eigentlich keinem einzigen Moment spannend, und hat auch mit anderen Problemen zu kämpfen. Natürlich fragt man sich: Merkt die Zielgruppe sowas? Ich weiß es nicht. Aber da ich die Geschichte an sich nicht schlecht fand, und den Grundgedanken „Teenager ohne Mobiltelefone“ sehr spannend fand, hat mir die Geschichte insgesamt ganz gut gefallen.

Sprecher

Den Erzähler habe ich in einer anderen Rezension schon kritisiert, und hier möchte ich das wieder tun. Ich finde, Ulli Potofski betont unglaubwürdig, häufig unpassend, und kann die aktuelle Stimmung in der Geschichte nur selten treffend einfangen. Mich persönlich hat das gestört. Das wird aber von Florentine Draeger (Kati) wieder gut gemacht, die, wie ich finde, ungemein natürlich klingt. Besonders wenn sie lacht, kommt ihre Stimme sehr natürlich rüber. Gefällt mir! Die restlichen Sprecher haben ihre Arbeit sehr solide gemacht.

Musik

Die Musik ist immer noch die gleiche wie in den vorigen Folgen. Aus dem Titellied kann ich mir weiterhin nur die ersten vier Wörter merken: „Azuro, komm mit mir.“ Die Zwischenmusik ist schön akkustisch und nicht auf Elektronik und Moderne getrimmt, wie viele Stücke bei den drei Fragezeichen. Besonders eingängige Melodien haben die hier verwendeten, meistens mit akkustischer Gitarre gespielten Stücke aber nicht. Und eine der Musiken klingt weiterhin wie der Anfang von BAPs „Do kanns Zaubre“.

Effekte

Hier ist absolut alles im grünen Bereich. Die Stimmungslage der Pferde ist am Wiehern immer erkennbar, die Hintergrundgeräusche sind passend verwendet, auch wenn mir das Gedudel in der Laden-Szene ganz am Anfang schon bald auf den Nerv ging. Von Effektseite her hatte ich bei dieser Serie eigentlich noch nie etwas zu meckern, und das habe ich bei Gefangen im Schnee auch nicht wirklich. Andere Serien, wie Hörspiele von Oliver Döring zum Beispiel, schaffen aber durch den Einsatz von Effekten eine viel dichtere Atmosphäre, weswegen es hier auch nur 85 Punkte gibt.

Cover&Design

Das Covermotiv ist bei dieser Folge irgendwie alles andere als spannend. Kati, Azuro, Cleo und Dave stehen vor einer Hütte im Schnee und gucken komisch (wie immer). Die Zeichnung der Hütte ist sehr sparsam, wie man gut an dem Fenster erkennen kann, welches einfach nur hell ist und keine Konturen oder ähnliches darstellt. Im allgemeinen sind mir die Hütte, die Pferde und auch die Bäume etwas zu steril, wenig lebendig. Die Zeichnung ist an sich aber in Ordnung, und der Namensgebende Schnee ist auch vorhanden.

Fazit

Gefangen im Schnee passt in die Weihnachtszeit und ist eine schöne Schneefolge, bleibt aber unter dem „Kati & Azuro“ Durchschnitt.

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