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Bridge of Spies – Der Unterhändler

© 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment

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Titel: Bridge of Spies – Der Unterhändler | Studio: 20th Century Fox, DreamWorks, participant media | Spielzeit: 143 Minuten | Erscheinungsdatum: 12.05.2016 | Dieses Produkt kaufen: Blu-Ray* | DVD* | © 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment | © Wikimedia Commons, Lizenziert unter CC BY-SA 4.0

 

Vom Spielberg-Film Bridge of Spies – Der Unterhändler habe ich im Auto bei meinem Stamm-Radiosender gehört, als der Film im Kino erschienen ist. Da ich kein großer Kino-Fan bin, mich der Film und die Handlung aber sehr interessiert haben, habe ich auf den Blu-Ray-Release gewartet – und schon halte ich den Film in meinen Händen. Hier findest du nun meine Rezension.

Story

Bridge of Spies – Der Unterhändler spielt im kalten Krieg und erzählt wahre Begebenheiten nach. James Donovan (Tom Hanks) ist Anwalt für Versicherungsrecht, doch er bekommt von seiner Kanzlei den Auftrag, den sowjetischen Spion Rudolf Abel (Mark Rylance) zu verteidigen, um zu demonstrieren, dass selbst die größten Feinde der USA in Amerika ein vernünftiges Verfahren bekommen. Währenddessen werden einige Piloten, allen voran Francis Powers, von der CIA beauftragt, mit einem dem Feind unbekannten Flugzeug Bilder von sowjetischem Staatsgebiet zu machen. Powers wird allerdings abgeschossen, und nun hängt vieles von Donovan ab, der nach Ost-Berlin reisen soll, um über einen Austausch von Abel und Powers zu verhandeln…

Wie nah die Erzählung von Bridge of Spies nun tatsächlich an den wahren Begebenheiten des kalten Kriegs ist, möchte und kann ich nicht beurteilen. Wenn man sich allerdings mal den Wikipedia-Artikel zu Rudolf Abel durchliest, kommen einem wirklich viele Sachen sehr bekannt vor. Die Geschichte ist im Film allerdings sehr spannend

© 2015 Twentieth Century Fox

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inszeniert, und bietet eine tolle Mischung aus Gerichtsverfahren, diplomatischen Verhandlungen und einer genauen Beleuchtung der Rolle der USA und der Sowjetunion im kalten Krieg.

Da es sich um eine primär amerikanische Produktion handelt, darf ein bisschen Patriotismus natürlich nicht fehlen. Dennoch finde ich, dass in Bridge of Spies mehrfach auch Kritik an den damaligen Vereinigten Staaten erhoben wird, und auch die Rolle, die Probleme und die Vorteile der UdSSR beleuchtet wurden.

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Der insgesamt wirklich tollen Story des Films kommen außerdem die klaren und sympatischen Charaktere zu Gute. James Donovan lässt oftmals sogar eine gewisse Prise Humor in den Film Einzug erhalten, und ist ein Charakter, mit dem man wirklich Mitfiebern kann, und als Zuschauer einfach hofft, dass er den Austausch durchführen kann.

Alles in allem ist Bridge of Spies – Der Unterhändler natürlich keine Dokumentation, bereitet allerdings Teile des kalten Krieges faktisch korrekt wieder auf und verpackt die wahre Geschichte rund um den sowjetischen Spion Rudolf Abel in ein spannendes Paket, das mir wirklich ausgesprochen gut gefallen hat.

Schauspieler

© 2015 Twentieth Century Fox

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Manche Leute sagen, Tom Hanks sei ein guter Schauspieler. Manche Leute sagen, Tom Hanks sei kein guter Schauspieler. Ich aber sage, in Bridge of Spies, hat er gut geschauspielert. Ja, ich finde allgemein das komplette Screenplay dieses Films ist unglaublich authentisch. Zwar kamen mir (abgesehen mal von Tom Hanks natürlich) viele Darsteller nicht bekannt vor, doch der Flair der 60er-Jahre konnte wohl unter anderem wegen der guten Schauspieler gut eingefangen werden.

Auch das Zusammenspiel von Tom Hanks und Mark Rylance hat mir gut gefallen. Am Anfang zwei völlig fremde Personen, entwickelt sich mit der Zeit sogar eine Art Freundschaft, die zu mehreren, berührenden Szenen im Film geführt hat.

Doch auch die Nebendarsteller haben mich überzeugen können, und auch an die Komparsen muss ich hier mal ein Lob aussprechen: Während des Drehs in Berlin waren insgesamt über 800 Komparsen anwesend, und ich finde, besonders in der Szene im Bild links, haben diese einen sehr guten Job getan.

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Bild

Was Auflösung und Schärfe anbetrifft kann ich hier nur die Blu-Ray Version beurteilen, da mir nur diese vorliegt. Beginnen möchte ich aber mit zwei anderen Dingen: Dem Schnitt und der Kameraführung. Ich persönlich bin ja großer Fan von langen und „smoothen“ Kamerafahrten und Drohnenflügen, und besonders ersteres wurde in Bridge of Spies mehrfach verwendet. In vielen anderen Teilen des Films – besonders in Dialogen – wurde mit mehreren Kameras gedreht, die sich nicht bewegt haben, und somit meiner Meinung nach die Statik und Sterilität der Räumlichkeiten und der Dialoge gut unterstrichen haben.

Der Schnitt war… Abwechslungsreich. Besonders in den anfänglichen Szenen gab es mehrere, unglaublich schnell geschnittene Szenen, in denen ich teils schon fast Probleme hatte, den Geschehnissen zu folgen. Ab der Mitte des Films allerdings wurde das Tempo merklich runter gefahren, und oft ruhte das Bild mehrere Sekunden lang in einer Position, um die Dramatik einer bestimmten Szene zu unterstreichen. Steven Spielberg ist aber auch nun mal ein guter Regisseur. 😉

Das Bild meiner Blu-Ray-Fassung war sehr scharf und hat mich absolut überzeugt. Und auch die sehr, sehr spärlich eingesetzten Visual Effects waren nett anzusehen und gut inszeniert. Ach ja: Besonders in den Szenen in Berlin hat der „Snow Effects Supervisor“ wirklich gute Arbeit geleistet – war das auch nicht schon immer dein Traumberuf?

Quelle: Wikimedia Commons, Lizenziert unter CC BY-SA 4.0

Quelle: Wikimedia Commons, Lizenziert unter CC BY-SA 4.0

Besonders überzeugt haben mich allerdings die tollen Kulissen. Es wurde sowohl in Studios, als auch „echt“ gedreht, und bei beiden Verfahren wurde der Flair der 60er-Jahre grandios rüber gebracht und ich konnte mich toll in die Welt einfühlen. Auch die in Berlin gedrehten Szenen waren unglaublich authentisch, für den Dreh wurde beispielsweise die namensgebende Glienicker Brücke für mehrere Tage gesperrt. Auf dem Bild rechts sieht man die mit Fahnen und Laternen „geschmückte“ Brücke während des Drehs.

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Ton

Der Ton liegt in der Deutschen Fassung wieder nur in 5.1 vor. Warum? Warum können die Studios nicht mal vernünftige Tonspuren auf Blu-Ray brennen. Wir sind aktuell bei Dolby Atmos und dts:x, und wir kriegen irgendwelche Dolby Digital Spuren vorgesetzt. Klar ist dieser Film kein Effekt-Feuerwerk, doch ein paar mehr Kanäle können auch zur besseren Untermalung von Dialogen und zur besseren Bildung von Atmosphäre eingesetzt werden.

Wie bereits erwähnt, besticht der Film nicht durch Audio-Effekte. Immerhin handelt es sich ja auch nicht um einen Action-Film. Die Dialoge hören sich allerdings in der deutschen Sprachausgabe wirklich gut an, wie immer ein wenig klarer als die aus der Englischen, wobei viele Leute die höhere Natürlichkeit des Original-Sounds schätzen.

Tom Hanks wurde nicht von Arne Elsholtz synchronisiert, da dieser vor kurzem verstorben ist. Joachim Tennstedt schafft es aber auch sehr gut, Tom Hanks eine glaubwürdige, Deutsche Stimme zu geben. Dennoch werden sich viele darüber aufregen, dass der Sprecher gewechselt werden musste. Die meisten Nebenrollen sind hochkarätig besetzt, und auch (russische) Akzente wurden glaubwürdig an den Zuschauer überbracht.

Extras

Eigentlich war ich ja nie ein großer Specials-Gucker, doch bei manchen Filmen interessieren mich einfach die Hintergründe, und Bridge of Spies gehörte durchaus dazu. So wurde die wahre Geschichte, die der Film nacherzählt hat, näher beleuchtet; die filmische Umsetzung der Teilung Berlins und das Aufkärungsflugzeug wurde in anderen Videos beleuchtet.

Insgesamt haben wir hier keinen riesigen Umfang an Extras, doch die, die vorhanden sind, ergänzen nett anzusehene Hintergründe.

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