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Deadpool

Deadpool (Cover)


© 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Titel: Deadpool | Studio: 20th Century Fox, Marvel | Spielzeit: 108 Minuten | Erscheinungsdatum: 09.06.2016 | Dieses Produkt kaufen: Blu-Ray (Thalia)* | DVD (Thalia)* |4K-UHD-Blu-Ray (Thalia)* | Blu-Ray (Amazon)* | DVD (Amazon)* | 4K-UHD-Blu-Ray (Amazon)* | Download (Amazon)* | © 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

Deadpool ist zwar eine Marvel-Verfilmung, doch einen typischen Superhelden-Film kannst du hier nicht erwarten. Ob mich der schräge Humor des Films, der eigentlich eine durchgehende Hommage an die aktuelle Popkultur ist, überzeugen konnte, erfährst du in diesem Artikel.

Story

Deadpool jagt einen Schurken. Doch bald wird er von einem guten Freund, einem der X-Men, unterbrochen, und wird leider dazu gezwungen, zu fliehen. Doch wen jagt er da überhaupt, und warum? Wade Wilson und Vanessa Carlysle verlieben sich und ziehen schlussendlich sogar zusammen. Doch bei einem Krankenhausaufenthalt wird Wade Krebs diagnostiziert. Schon bald taucht in der Bar ein Typ auf, der ihm anbietet, den Krebs zu heilen, wenn Wade sich in Gegenleistung dazu bereit erklärt, eine Prozedur zu durchlaufen, durch die er ein Superheld wird. Wade Wilson tritt diese Prozedur an, doch es gibt Komplikationen, und sein Gesicht ist seitdem entstellt. Nun sucht er den ominösen Typen, der nach Meinung Wilsons sein Gesicht wieder heilen kann, damit Wade sich Vanessa wieder zeigen kann. Auf der Jagd verkleidet Wilson sich, und wird somit zu Deadpool.

Kurz und Knapp: Die Story des Films Deadpool ist eigentlich absoluter Blödsinn. Ein Typ der durch eine Behandlung Superkräfte hat und einen anderen Typen sucht, der ebenfalls Superkräfte hat, um den anderen Typen mit Superkräften dazu zu zwingen, sein Gesicht heile zu machen, damit er sich wieder seine ehemaligen Geliebten zeigen kann, ist vollkommen abgedreht und ziemlicher Quatsch.

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Doch bei diesem Film geht es nicht um eine tiefgreifende Story: Wichtig sind die Charaktere, der Humor und die Action-Szenen. Die Charaktere sind ziemlich genial. Deadpool bzw. Wade Wilson, der von Ryan Reynolds verkörpert wird, ist ein grandioser, nerviger, teils überdrehter und lustiger Charakter mit einem teils ziemlich schwarzen Humor, der mir sehr zugesagt hat. Auch der Antagonist, Ajax, kommt absolut nicht zu kurz und ist ein interessanter Charakter.

© 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Der Humor ist.. Naja, lustig. Man muss auf schwarz angehauchten Humor stehen, der sich teils ein wenig unter der Gürtellinie befindet. Außerdem wäre ein gewisses Grundwissen über die aktuelle Film- und Serienwelt ganz gut, um die dutzenden Anspielungen zu verstehen. Ob Taken oder Star Wars, in Deadpool erhalten viele Franchises „Gastauftritte“. Eine Dauer-Lach-Orgie wie die Monty Python Filme war Deadpool daher nicht, doch der Film hat sich selbst absolut nicht ernst genommen, und diese Einstellung hat wirklich gut zu den Charakteren und der kranken Story gepasst.

Die Action-Szenen waren gut, aber meiner Meinung nach nicht überragend. An manchen Stellen hätte ich mir ein paar mehr Kameraperspektiven gewünscht, um das Geschehen besser einordnen zu können, und auch die Spezialeffekte waren auf absolut gutem, aber eben nicht auf sensationellem Niveau.

Alles in allem muss man diese Art Film mögen. Geeks, die kranke Stories mit lustigen Charakteren mögen, werden an Deadpool allerdings ihren Spaß haben.

Schauspieler

Deadpool wurde, wie eben bereits erwähnt, von Ryan Reynolds mal wieder sehr gut verkörpert. Er schafft es immer wieder, dem eher unkonventionellen Charakter auf die genau richtige Art und Weise leben einzuhauchen. Der Antagonist des Films wurde von Ed Skrein gespielt, der dem Charakter des Ajax eine gewisse Mysterie eingehaucht hat, ohne es damit aber zu übertreiben. So richtig bedrohlich wirkt Ajax allerdings nie.

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Die Nebencharaktere sind größtenteils keine Leute, die ich auf die schnelle erkannt habe. Ausnahme ist hier Morena Baccarin, die Jessica Brody aus der erfolgreichen TV-Serie

© 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment

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Homeland ist. Ich kann nicht unbedingt behaupten, dass ich von der Besetzung komplett hin und weg bin, doch wirklich zu meckern habe ich auch nichts. Am besten passt hier wohl mal wieder das Wort „solide“.

Bild

Ich habe die Blu-Ray-Fassung von Deadpool vorliegen. Erst mal freut es mich, dass der Film in 2D erschienen ist. Ich hätte hier wirklich kein 3D gebraucht. Eigentlich bräuchte ich 3D sogar fast nie. Das Bild ist sehr scharf, die Farben waren mehr oder weniger ausgewogen, was sich aber schwer beurteilen lässt, da sehr viel in dem Film in Grautönen oder dunklen Farben gehalten war. Der Deadpool-Anzug war allerdings in passendem, natürlichem, knalligen rot.

Die Kameraführung hat mir gut gefallen. Vereinzelt wurden Drohnenflüge eingesetzt, aber nicht so häufig, dass man sich daran satt sieht. Lens Flares sind mir nicht übermäßig aufgefallen. Verwackelte Abschnitte, die gelegentlich ja als Stilmittel eingesetzt werden, gibt es in Deadpool nicht. Somit handelt es sich hier um einen sehr konventionell gedrehten Film, was allerdings absolut nicht schlecht sein muss!

Ton

© 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment

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Und wieder die alte Leier: Der Sound liegt in deutscher Sprache mal wieder nur in 5.1 vor. Wieder mal frage ich mich, warum es offensichtlich nicht möglich ist, uns auch hier in Deutschland Dolby Atmos oder zumindest dts-HD-Sound abzuliefern. Bei diesem Film haben sich die Spezialeffekte und damit auch der Ton zwar ein wenig zurück gehalten, doch ich verstehe einfach nicht, warum wir auf aktuellen Blu-Rays keinen Sound in den aktuellen Standards vorliegen haben.

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Die Abmischung des Films selbst war dafür ausgezeichnet. Dialoge waren gut zu verstehen, die Effekte bei Explosionen oder ähnlichem waren druckvoll, aber nicht überladen. Die Musik war gut abgemischt und hat nie die eigentliche Handlung übertönt. Eine ausgezeichnete Wertung kriegt der Film dennoch nicht, da sich der Sound, auch in den Action-Szenen, einfach nie so richtig hervor getan hat. Das habe ich zwar eigentlich auch nicht erwartet, doch ein wirkliches Ton-Spektakel ist Deadpool halt einfach nicht.

Extras

Den regelmäßigen Lesern meiner Seite dürfte schon bekannt sein, dass ich absolut kein großer Extras-Gucker bin. Auch bei Deadpool habe ich nur ein bisschen durch die Specials gezappt und sie mir nicht komplett angeguckt. Neben Bildergalerien und Audiokommentaren, die ich eigentlich per se als langweilig empfinde, gibt es außerdem noch „Spaß am Set“ Ausschnitte und entfallene Szenen, was mir schon ein wenig mehr zugesagt hat.

Für die, die aber so richtig Interesse am Making Of Deadpool haben, wird die Specials-Sektion aber vielleicht zu wenig Auswahl bieten. Mir hat sie aber, wie eigentlich meistens, mehr als gereicht.

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