Adventskalender

Der Indie-Adventskalender 2015 – Türchen 13

Und heute geht es wieder weiter mit dem Indie-Adventskalender, dieses mal mit einer Kurzgeschichtensammlung von zwei Autoren, die ihre Geschichten zusammen verfassen.

Bianca Heidelberg und Björn Sünder schreiben seit 2011 gemeinsam an textbasierten Rollenspielen. 2013 begannen sie, Kurzkrimis für eine gemeinsame Anthologie zu schreiben, die im Dezember 2015 unter dem Titel „Mordsdelikatessen“ erscheint. Der unterschiedliche Stil der beiden Autoren garantiert Abwechslung und Spannung. Harmlos erscheinende Mörder und Psychopathen auf der einen Seite, durch und durch kaputte Figuren auf der anderen. Biancas schlichte, bildhafte Erzählweise trifft auf Björns ausgefallene Vergleiche. Beide Autoren haben bereits mehrere Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht. Biancas Geschichte „Brücke in die Freiheit“ gewann den 2. Preis beim Mannheimer Literaturpreis 2015.

Kurzvita

Björn Sünder schreibt seit seiner Schulzeit Kurzgeschichten, die in unterschiedlichen Genres zu Hause sind. Seit 2004 verfeinert er durch den Besuch von Schreibwerkstätten das Handwerk des Schreibens immer weiter. Er hat zahlreiche Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Björn Sünder wurde 1979 in Baden-Württemberg geboren und ist seitdem mit dieser Region fest verwurzelt.

Und auch dieses mal habe ich wieder ein Interview für euch, und danach könnt ihr dann ein Buch der Autoren gewinnen.

Wie seid ihr zum Schreiben gekommen? Und wann wusstet ihr, dass ihr das nicht nur als Hobby, sondern professionell machen wollt?

Bianca: Ich habe mit dem journalistischen Schreiben begonnen, habe Pressetexte für meinen Musikverein und für Internet-Portale geschrieben. Bei einem Fernlehrgang Journalismus habe ich Björn kennengelernt. Zusammen mit weiteren Schreiberlingen haben wir ein textbasiertes Rollenspiel begonnen. Das war 2011. Das Rollenspiel gibt es immer noch. Zwei Jahre später hat Björn mich überredet, für eine Ausschreibung meine erste Kurzgeschichte zu schreiben. Da habe ich Feuer gefangen.

Björn: Seit der Schulzeit bin ich ein begeisterter Leser und habe viele Bücher verschlungen. Irgendwann wollte ich selbst eine Geschichte schreiben und so begann es. 2004 machte ich mich auf den Weg, das Handwerk des kreativen Schreibens zu erlernen, und von da an war klar, es ist nicht nur ein Hobby, sondern viel, viel mehr.

Auch interessant:  Der Indie-Adventskalender 2015 - Türchen 20

Wie lange habt ihr für die Herstellung eures Buches gebraucht?

Bianca: Ziemlich genau zwei Jahre. Es war nicht so leicht, das neben Beruf und Kind hinzubekommen. Wir haben uns Termine für einzelne Geschichten gesetzt und sogar Strafgebühren erhoben, somit gab es kaum Terminüberschreitungen. Björn ist schließlich Schwabe und ich wohne immerhin im Grenzgebiet zu Schwaben, da färbt die „Sparsamkeit“ ein wenig ab.

Erzählt doch mal ein bisschen mehr über euer Buch. Worum geht es darin?

Björn: Es geht um Krimis. Hier und da ein wenig gewürzt mit phantastischen Elementen. Mal böse, mal skurril und immer gut.

Bianca: Genau, es sind 25 Kurzkrimis enthalten, jeder einzigartig und mit viel Herzblut geschrieben.

Welche Geschichte oder Person in eurem Buch liegt euch besonders am Herzen und warum?

Bianca: „Das Teehaus“ ist unsere erste gemeinsame Kurzgeschichte und, wie ich finde, sehr gelungen. Es ist zwar ein klassischer Whodunnit, aber das Ende ist total untypisch. Außerdem finde ich Björns „Delikatessen“ klasse. Die Geschichte ist so schön makaber und außerdem spielt sie quasi bei mir zu Hause.

Björn: Es ist ebenfalls „Das Teehaus“. Es hat einen Wahnsinnsspaß gemacht, diesen zusammen mit Bianca zu schreiben. Am Anfang war ich nicht so sicher, wohin das Ganze führt, aber es ist super geworden. Außerdem noch Biancas „Krimi ohne Ende“, diesen finde ich herrlich genial, weil der Leser mitdenken muss.

Wieso schreibt und publiziert ihr euer Buch im Selbstverlag und nicht bei einem großen Publikumsverlag?

Bianca: Als wir inhaltlich soweit waren, haben wir darauf gebrannt, das Buch zu veröffentlichen. Das duldete keinen Aufschub. Natürlich hat es dennoch seine Zeit gedauert. Das Cover musste beauftragt werden, wir haben unzählige Korrekturschleifen gedreht, das ganze Marketing organisiert und so weiter. Aber monatelang Verlagen hinterherzurennen hätte unsere Geduld wohl überfordert.

Auch interessant:  Die Drei ??? (174) - das Tuch der Toten

Ist es schwer, als Selfpublisher Fuß zu fassen und seine Bücher zu verkaufen?

Bianca: Tja, das ist unsere erste eigene Veröffentlichung. Wir werden sehen, sind aber optimistisch. Wir stecken natürlich viel Arbeit ins Marketing, aber es macht großen Spaß. Unser persönliches Großereignis für dieses Jahr ist die Buchpremiere am 14. Dezember. Danach folgen auf jeden Fall Lesungen und eine Blogtour. Mal sehen, was uns noch so einfällt.

Welche Medien durchforstet ihr vor dem Schreiben?

Bianca: Für die Recherche nutze ich vor allem das Internet. Meinen Vater frage ich auch ab und zu; er war Polizist.

Björn: Ganz klar, das Internet. Auch das eine oder andere Fachbuch lese ich.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?

Bianca: Arbeitsalltag gibt es für mich nur im Brotjob, wo ich Teilzeit arbeite. Danach kommt erstmal meine Tochter. Wenn ich Glück habe, kann ich auf dem Spielplatz Gedankenfetzen oder sogar Entwürfe in mein Notizbuch kritzeln. Richtig schreiben kann ich nur abends oder an Wochenenden.

Wie macht ihr im Web auf eure Werke aufmerksam?

Bianca: Ich habe eine Facebook-Seite und eine Homepage. Dann kommen Aktionen auf Blogs dazu wie der Indie-Adventskalender, den ich für eine super Sache halte. Es wird auf jeden Fall auch eine Blogtour geben. Ansonsten bin ich der Meinung, man sollte sein Marketing nicht ausschließlich auf das Internet konzentrieren. Ein Zeitungsartikel bringt oft mehr als zig Facebook-Posts.

Wo liegen eure Vorlieben als Buchautor bzw. als Leser?

Bianca: Momentan schreibe ich ausschließlich Kurzkrimis. Ich habe bisher eine einzige Kurzgeschichte geschrieben, in der keine Leiche vorkommt. Böses zu schreiben liegt mir einfach. Ich glaube, Romanzen wären nicht mein Ding. Schon lange schlummern Ideen zu zwei Kinder-/Jugend-Fantasy-Romanen in meinem Hinterstübchen. Damit möchte ich nächstes Jahr anfangen. Als Leser habe ich mich in den letzten Jahren von Romanzen zu Thrillern und Fantasy entwickelt.

Björn: Ich bin in vielen Genres zu Hause. Es macht mir Spaß, mich in vielen unterschiedlichen Dingen zu versuchen. Was ich noch nicht so versucht habe, sind die klassischen Krimis (Whodunnits). Das bedeutet: ein Mordopfer, und der Kommissar ermittelt. Das will ich noch versuchen. Denn nach dem „Teehaus“ habe ich Blut geleckt.

Auch interessant:  Mein Neuer Kauf: 20.02.2015

Gab es eine Stelle, ein Kapitel oder einen Teil eures Buches, welches euch extrem schwer gefallen ist zu schreiben?

Bianca: Haha, ja, der Klappentext und der Titel.

Björn: „Das Teehaus“ und sicherlich auch der Titel, der Klappentext und die Vita.

Was macht euer Buch zu etwas Besonderem und lohnenswert zu kaufen?

Björn: Kauft es und ihr werdet auf eure Kosten kommen!

Beschreibt euer Buch in einem Satz.

Björn: Nichts ist so wie es scheint.

Wärt ihr gern mit einem Protagonisten in einer eurer Geschichten befreundet?

Bianca: Nee, ich glaub, das wär mir zu gefährlich.

Björn: Also, ich würde gern Robert Heat und Kilian Finigan kennenlernen und natürlich den Ort Cardigan besuchen und mich dort umschauen.

Welche Ratschläge gebt ihr jungen Autoren mit auf den Weg?

Bianca: Schreiben, schreiben, schreiben! Tut euch mit anderen Autoren zusammen. Glaubt an euch und eure Ideen! Und vor allem: seid möglichst professionell, wenn es ans Veröffentlichen geht. Ich finde es zum Beispiel schlimm, wenn eine gute Geschichte hinter einem grässlichen Cover versteckt wird.

Björn: Lest soviel ihr könnt. Am Anfang ist es auch okay, Schriftsteller im Stil zu imitieren, doch dann solltet ihr euren eigenen Erzählstil finden. Geht in Schreibwerkstätten und lernt, lernt. Und ja, befreundet euch mit anderen Autoren. Es macht mir wahnsinnig Spaß, mit Bianca zusammenzuarbeiten. Jeder ergänzt den anderen auf seine Weise, und das finde ich so klasse.

 

Es geht heute um das Buch „Mordsdelikatessen“, das 25 kurze Kurzgeschichten beinhaltet. Die Frage für die Kommentare: Bücher die von mehreren Autoren geschrieben werden, bekanntes Beispiel: Die Pendergast-Krimis. Stilbruch oder nette Abwechslung? Wie findet ihr das?

3 Kommentare

  1. Hey zusammen,
    Bücher, die von mehreren Autoren geschrieben werden, sind weder Stilbruch noch nette Abwechslung!
    Ich bin der Meinung, dass es ganz vom Stil der einzelnen Autoren abhängig ist, ob solche Bücher gelingen oder nicht. Passt es, so ist es kein Stilbruch und mehr als eine nette Abwechslung 🙂
    Bei „Mordsdelikatessen“ ist das mit Sicherheit der Fall.
    Liebe Grüße und einen schönen 3. Advent!

  2. Verena Saile

    Hallo zusammen,
    ich denke, dass es bei Kurzgeschichten kein Stilbruch ist, wenn mehrere Autoren mitschreiben.
    Das macht es sicherlich zu einem gewissen Teil auch aus und macht das Buch interessanter.
    Ich wünsche euch noch einen schönen 3. Advent.
    Gruß Verena

  3. Anja Wiegelmann

    Hallo,
    ich finde persönlich, dass es eine nette Abwechslung ist, wenn mehrere Autoren ein Buch schreiben. Die unterschiedlichen Schreibweisen lockern das Buch auf, das Lesen fällt eventuell dann leichter. Ich könnte aber nicht nur solche Bücher lesen. Manchmal muss es auch ein Roman sein, der nur von einem Autor verfasst ist.
    Lg Anja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.