Adventskalender

Der Indie-Adventskalender 2015 – Türchen 14

Und damit Willkommen zurück zum Indie-Adventskalender, heute mit einem Interview mit der Autorin Ela Feyh.

Wie bist du zum Schreiben gekommen? Und wann wusstest du, das du dies nicht nur als Hobby, sondern professionell machen wollen?

Als kleines Kind habe ich bereits schon kleine Geschichten verfasst. Den Grundstein für das Scheiben größerer Werke wurde aber in der 10 Klasse mit dem Buch Sylnen gelegt. Seit diesem Zeitpunkt war ich immer fleißig am Schreiben und mit diesem wuchs der Wunsch, eines meiner Bücher in einer Buchhandlung zu sehen. Mittlerweile hatte ich unzählige Buchideen und von da an war mir klar, dass ich Autorin werden wollte.

Wie lange hast du für die Herstellung deines Buches gebraucht?

Feuerhelix wurde in knapp einem Jahr komplett fertig gestellt. Allerdings gab es zwischendurch einige Unterbrechungen, weil ich Sylnen überarbeitet. Ich wollte den Verlagen ja keinen Schund andrehen „wink“-Emoticon

Erzähle doch mal ein bisschen mehr über dein Buch. Um was geht es in diesem?

Um die Entführung der Schwester des Hauptprotagonisten Aaron. Da die Polizei vermisste jedoch erst nach 24 Stunden zu suchen beginnt, marschiert er zu seiner alten Schulfreundin Lucy, die ihm mit ihren Hexenkräften helfen soll. Lucy ist jedoch eine Hexe, die nichts mit ihren Fähigkeiten zu tun haben will, weil sie sich vor einem Teil dieser unheimlich fürchtet. Leider würde sie genau jene bei der Aufklärung des Falls benötigen, weshalb sie sich erst weigert, ihm zu helfen. Damit bringt sie Aaron jedoch an den Rand der Verzweiflung, sodass er sie beinahe ausversehen meinen seinen Kräften tötet. Lucy kann sich mit Ach und Krach durch ihre Zauberei schützen und willigt schließlich ein, ihn bei der Suche nach seiner Schwester zu unterstützen. Ganz schnell bereut sie dies aber, denn sie wird ständig gezwungen ihre Kräfte einzusetzen. Da sie jedoch kaum Ahnung von jenen hat, richtet sie mehr Schaden an als zu helfen. Und schließlich gerät sie selbst noch in das Visier des Entführers …

Welche Person ihn deinem Buch liegt dir besonders am Herzen und warum?

Das Irrlicht Harlin. Der kleine Mann hat es schon schwer unter den Fabelwesen, da Irrlichter nur als nervige Quälgeister bekannt sind, die nicht vernünftig agieren können. Meist verhält er sich auch so, aber in ihm steckt ein gutes Herz, weshalb er, im Gegensatz zu den anderen Irrlichtern, hilft wo er kann. Die Art und Weise mag nicht jedem gefallen, aber das Ergebnis zählt ja 😉

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Wieso schreibst und publizierst du Bücher oder eBooks im Selbstverlag und nicht bei einem großen Publikumsverlag?

Im Gegensatz zu Sylnen habe ich Feuerhelix nicht bei Verlagen eingereicht. Und da es mein Debüt Roman ist, dachte ich, versuche ich mich als Self-Publisherin. Die Entscheidung habe ich nicht bereut und ich lerne immer noch sehr viel über Marketing, Cover-Design, Lektorat und andere Dinge. Mit der Zeit ist mir jedoch bewusst geworden, dass ich am liebsten nur schreiben möchte. Gerade arbeite ich deswegen an einem Exposé für Feuerhelix. Und vielleicht habe ich Glück, dass ein Verlag an ihm interessiert ist.

Ist es schwer als Selfpublisher Fuß zu fassen und seine Bücher zu verkaufen?

Ich kann nur in meinem Namen sprechen. Für mich kann ich die Frage definitiv mit ja beantworten. Zum einen schluckt die Werbung unheimlich viel Zeit und bringt häufig auch nicht sehr viel und zum anderen haben viele Leser noch die Meinung, dass Bücher von Independet Autoren nicht die Qualität haben können wie die Bücher von Verlagen. Manchmal mag dies stimmen, aber man sollte jedem Autor zumindest eine Chance geben zu überzeugen.

Welche Medien durchforstest du vor dem Schreiben deiner Bücher?

Ganz ehrlich? Chemiebücher, Heilkräuterlexikone und Esoterikseiten im Internet XD Alle Details zu Lucys und Fionas Zaubern hatte ich nicht im Kopf, weshalb ich zwischendurch einmal verschiedene Lexika wälzen musste. Da es ein Urban Fantasy-Roman ist, musste ich zum Glück nicht allzu viel Recherche hinein stecken. Das Plotten allgemein liegt mir nicht besonders. Ich schreibe viel lieber einfach alles auf und lass mich überraschen, wohin die Muse mich treibt.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?

Ziemlich langweilig. Wie alle anderen steht man auf, macht sich einen Kaffee (in meinem Fall einen Tee) und setzt sich dann an die Arbeit. Da ich zurzeit von zuhause aus arbeiten kann, kann ich meine Zeit sehr flexibel einteilen. Frühmorgens wird kreativ gearbeitet und danach kümmere ich mich um das Marketing, ggf. um das Cover, wenn gerade ein ansteht, und überarbeite Texte. Während des Novembers standen die Werbe- und Überarbeitungsarbeiten ein wenig hinten an, da ich am NaNoWriMo (National Novel Writing Moth) teilgenommen habe. Deshalb floss meine gesamte Zeit in das Schreiben.

Gab es einen Impuls, dass du dieses Buch geschrieben hast? Oder hat sich die Idee ohne ein Vorbild entwickelt?

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Im Gegensatz zu Sylnen hatte ich bei Feuerhelix tatsächlich ein Vorbild. Vielleicht kennt jemand von euch die Rachel-Morgan-Reihe von Kim Harrison. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich kein einziges Hexenbuch gelesen, in dem die Hexe so mit sich zu kämpfen hat. Und da ich ein großer Fan diesen Fabelwesens bin (und auch selber häufig als Kräuterhexe bezeichnet werde „wink“-Emoticon ), entschloss ich mich, selber ein Buch zu schreiben, in dem der Hauptcharakter eine Hexe ist. Aber ich wollte nicht die typische Geschichte mit Vampiren und verliebten Mädchen, sondern eine Anti-Heldin, die sich irgendwie in der Welt zurecht finden muss. Und ein wichtiger zweiter Punkt für Feuerhelix war, dass ich mit diesem Buch den Menschen, die Chemie nicht verstanden oder keinen Bezug zu den kleinsten Teilen unserer Welt haben, einen Einblick in die molekulare Welt geben wollte. Als Chemikerin ist mir die Beschreibung nicht schwer gefallen, jetzt kann ich nur hoffen, dass die Leser es auch verstehen „smile“-Emoticon Wenn nicht, starte ich an dieser Stelle einen kleinen Appell an euch. Wenn ihr Verständnisprobleme habt, schreibt mich mal an. Vielleicht kann ich euch ja helfen 🙂

Wie machst du auf deine Werke im Web aufmerksam?

Über verschiedene Medien wie die Online-Presse, auf Plattformen, Facebook und Twitter.

Gab es schon einmal einen Moment, in dem du an deinen Büchern gezweifelt hast?

Leider ja, und das nicht nur einmal. Eigentlich habe ich jedes Mal eine Zweifel-Phase, wenn ich meine Bücher überarbeite. Dann kommen meist Gedanken auf, wie: Macht diese Szene gerade einen Sinn, ist die Story nicht zu langweilig, sollte ich den Charakter nicht doch anders beschreiben, … Aber ich glaube, jeder Autor hat einmal eine Zeit, in der er überhaupt nicht mit seiner Geschichte zufrieden ist. Wenn man das Buch dann beiseite legt und später wieder aufschlägt, sind die Zweifel aber meist wieder weg. (Dies war bei mir bisher jedenfalls immer so)

Wo liegen deine Vorlieben als Buchautor bzw. als Leser? Welchem Genre kann man dein Buch zuordnen?

Oh, das ist bei Feuerhelix in wenig schwer. An sich ist es ein Urban Fantasy Roman. Es sind jedoch auch Elemente aus der griechischen Mythologie zu finden, ein wenig Wissenschaft und ein Hauch Erotik. Außerdem kann es auch dem Genre Dystopie zugeordnet werden. Wie man sieht eine bunte Mischung, die fast für jeden etwas bereit hält 😉

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Das ich selber am liebsten Fantasy lese, habt ihr ja schon in meinem ersten Interview gelesen 🙂

Gab es einem Stelle, ein Kapitel oder einen Teil in deinem Buch, welche dir extrem schwer gefallen ist zu schreiben?

Oh ja! An einer Stelle relativ weit am Ende des Buches war auf einmal der Kreativitätsfaden zu Ende. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich vier Tage lang überlegt, wie es weitergehen könnte. Letztendlich habe ich mich einfach hingesetzt und losgeschrieben. War die einzig richtige Methode, denn plötzlich waren die Ideen wieder da.

Was macht dein Buch zu etwas besonderem und Lohnenswert zu kaufen?

Ich glaube, dass kann ich als Autor schlecht beurteilen. Meine Sicht ist doch sehr subjektiv. Wer jedoch keine Lust auf die typische Heldengeschichte oder einen schnulzigen Liebesroman hat, sondern viel Spannung und Antihelden mag und Wert auf die Entwicklung der Protagonisten legt, dem würde ich Feuerhelix empfehlen.

Wärst du gerne mit dem Protagonist in deiner Geschichte befreundet?

Alina könnte ich mir als eine gute Freundin vorstellen. Ich mag ihre emphatische Art. Die anderen Charaktere sind wären für mich zu überdreht oder zu stur 🙂

Welche Ratschläge geben Sie jungen Autoren mit auf den Weg?

Und noch mehr Tipps 🙂 Verliert nicht den Glauben an euer Buch! Das merken die Leser. Und auch nicht an euch selbst! Das merkt der Leser erstrecht. Ihr musst zu dem stehen, was ihr geschrieben habt und es mit eurem Herzblut verteidigen. Natürlich gibt es immer Stellen, die überarbeitet werden müssen oder gestrichen, so schwer euch das auch fallen mag, das hat aber nichts mit der Story eures Buches zu tun. Und wenn ihr es als Self-Publisher veröffentlicht, denkt nicht, es wird über Nacht zum Bestseller. Manchmal kann man Glück haben, dass es in den ersten Tagen gut gekauft wird, danach sinkt die Kaufrate jedoch zumeist. Hier ist durchhalten die Devise. Glaubt an euer Werk und macht auf dieses aufmerksam. Dann verschwindet es nie aus dem Bewusstsein der Leser 🙂

 

Und natürlich könnt ihr auch heute wieder ein Buch der interviewten Autorin gewinnen. Beantwortet einfach in den Kommentaren folgende Frage: Für ein Buch werben bzw. beworben werden: Nervt euch (aufdringliche) Werbung zu Büchern?

 

3 Kommentare

  1. Hallo,

    normalerweise nervt mich Werbung schon aber bei Büchern nicht. Dadurch wird man ja immer wieder auf neue aufmerksam und Bücherwürmer können doch davon eigendlich nicht genug haben, oder? 😉

    Lg Bonnie

  2. Loredana Bursch

    Mich stört es auch nicht. Spricht mich ein Buch nicht an, kaufe ich es auch nicht. Wenns mir eins gefällt dann natürlich schon. Jeder Autor versucht ja nur auf sein Werk aufmerksam zu machen. Daher finde ich es völlig in Ordnung wenn Bücherwerbung sich im Netz verbreitet.

  3. Anja Wiegelmann

    Hallo,
    mich persönlich nervt die Werbung nicht wirklich. Ich kann ja selbst entscheiden ob ich sie mir ansehe oder nicht. Ich finde jedoch, dass es viel zu wenig Bücherwerbung gibt. Aber wenn man wirklich Interesse hat, weiß man ja wo man sich informieren kann 🙂
    Lg Anja

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