Adventskalender

Der Indie-Adventskalender 2015 – Türchen 2

Gestern wurde das erste Türchen des Adventskalenders bei Sophie geöffnet, heute geht es bei mir mit einem Print-Buch weiter. Hier findet ihr außerdem eine Übersicht über alle Tage.

Heute geht es um die Autorin Birgit Otten, gewinnen könnt ihr ihr Buch „Zwölf Magische Geschichten“. Auf geht’s! 🙂

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen? Und wann wussten Sie, dass Sie dies nicht nur als Hobby, sondern professionell machen wollen?

Die Frage legt nahe, dass es dafür einen bestimmten Auslöser, einen Anlass geben muss … so ist das aber nicht, zumindest war es nicht so bei mir. Ich bin von klein auf mit Büchern und Geschichten aufgewachsen, war von Sprache fasziniert. Da fängt man irgendwann selber an, sich darüber auszuprobieren. Professionell wollte ich werden, als mein Romanmanuskript, das ich mit siebzehn begonnen und mit neunzehn beendet hatte, einen größeren Wettbewerbspreis gewann. (Das Buch ist allerdings nie veröffentlicht worden.) Dann kam jedoch das Leben dazwischen, andere Prioritäten wurden wichtiger, und ich habe erst 2011 wieder zum Schreiben zurückfinden können.

Wie lange haben Sie für die Herstellung Ihres Buches gebraucht?

Das hier verloste Buch „Märchen“ besteht aus Texten, die zwischen 1989 und 2012 entstanden sind und im Laufe der Zeit immer wieder neu überarbeitet wurden. Von daher kann ich das gar nicht beantworten! Sie zu einem eBook zusammenzufassen, ging schnell, die Printausgabe hat allerdings länger gedauert. Da musste ich noch jemanden mit dem Setzen des Buches beauftragen.

Erzählen Sie doch mal ein bisschen mehr über Ihr Buch. Um was geht es in diesem?

Der Name ist gewissermaßen selbsterklärend „wink“-Emoticon. Die zwölf enthaltenen Märchen oder auch märchenähnlichen Fantasytexte sind für Kinder wie für Erwachsene geeignet. Es gibt welche in „klassischer“ Erzählart und andere, die in die Fantasy reichen, nachdenkliche, romantische, traurige, verträumte … alles dabei. Aufgelockert wird das Ganze durch kleine, die Geschichten trennende Vignetten der Autorin und Zeichnerin Klara Bellis.

Welche Person in Ihrem Buch liegt Ihnen besonders am Herzen und warum?

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Bork, der Hofkobold aus der letzten Geschichte. Vielleicht, weil seine Welt der Vergangenheit angehört, einer Zeit, die für immer entschwunden ist.

Wieso schreiben und publizieren Sie Bücher oder eBooks im Selbstverlag und nicht bei einem großen Publikumsverlag?

Bei einem wirklich „großen“ Verlag unterzukommen, ist schwierig, und es eignen sich auch nicht alle Bücher dafür. Kurzgeschichtensammlungen wie meine zum Beispiel wird man dort nie unterbekommen. Aber das Schöne am Selfpublishing ist ja, dass die Texte trotzdem nicht ungelesen bleiben müssen, dass man wirklich das, was einem am Herzen liegt, schreiben und veröffentlichen kann, ohne vom „Markt“ abhängig zu sein. Ich habe auch schon in eBook- und Kleinverlagen veröffentlicht, möchte mir aber auf jeden Fall auch weiterhin die Freiheit des Selfpublishings erhalten.

Ist es schwer, als Selfpublisher Fuß zu fassen und seine Bücher zu verkaufen?

Inzwischen schon, ja, denn der Markt ist übervoll und für Leser unüberschaubar geworden. Man muss immer professioneller arbeiten und viel Zeit in den Aufbau von Kontakten zu Lesern, Bloggern und Mitautoren einkalkulieren. Wer heute mit seinem Buch gleich nach der Veröffentlichung nach vorne schießt, hat in der Regel bereits einen Stammleserkreis, ist aus WattPad, Blogs oder Foren bekannt – oder hatte das Glück, gerade mit seinem Titel/Cover/Thema einen aktuellen Trend zu treffen. Alle anderen brauchen viel Geduld und in der Regel auch mehrere Veröffentlichungen, bis sie als Teil der Szene wahrgenommen werden.

Welche Medien durchforsten Sie vor dem Bücherschreiben?

Wo es nötig ist, recherchiere ich natürlich – bei Wikipedia, über Google oder in Büchern, die ich selbst besitze. Manchmal schaue ich mir auch thematisch passende Bilder an und lasse die dann auf mich wirken. Bei Fantasy oder gar Märchen ist die Recherche zum Glück nicht so aufwändig wie in anderen Bereichen – obwohl natürlich auch dort alles schlüssig und in sich stimmig sein muss.

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Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?

Ich kann nur für mich selber sprechen – als „Feierabendschriftstellerin“ gehe ich tagsüber einer ganz anderen, unkreativen Erwerbstätigkeit nach, die mir meinen Lebensunterhalt sichert. An meinen Projekten kann ich erst abends oder am Wochenende arbeiten, sofern da nicht auch noch anderes anliegt. Deshalb geht alles viel langsamer voran als bei Menschen, die sich voll und ganz aufs Schreiben konzentrieren können, und oft genug macht es mir zu schaffen, diese völlig gegensätzlichen Welten miteinander in Einklang bringen zu müssen. Deshalb träume ich davon, eines Tages nur noch Schriftstellerin sein zu dürfen.

Wie machen Sie auf Ihre Werke im Web aufmerksam?

Ich habe eine Homepage (www.birgit-otten.de) und biete dort auch einen Newsletterservice an, der über Neuerscheinungen und Wichtiges informiert. Außerdem bin ich auf Facebook aktiv und kommuniziere dort über meine Autorenseite (https://www.facebook.com/Birgit-Otten-1587065898176274/) sowie einen Privataccount, mit dem man sich „befreunden“ kann, um nicht nur auf die eigene Seite beschränkt zu sein. Auf der Seite www.lovelybooks.de habe ich als „Katjana May“ schon mehrere Leserunden abgehalten, und ich freue mich auch über die Zusammenarbeit mit Bloggern. Da gab es schon mehrfach Interviews, einmal eine Blogtour und natürlich Rezensionen bzw. Buchvorstellungen.

Wo liegen Ihre Vorlieben als Buchautor bzw. als Leser? Welchem Genre kann man Ihr Buch zuordnen?

Am liebsten lese ich das, was ich auch selber schreibe: Fantasy der verschiedensten Spielarten, gefolgt von historischen Romanen. Andere Genres mag ich eher weniger, lese sie aber auch, wenn mich etwas daran anspricht. Generell komme ich momentan viel zu wenig zum Lesen … Das Genre meines jetzt verlosten Buches ist wiederum – selbsterklärend „wink“-Emoticon .

Gab es eine Stelle, ein Kapitel oder einen Teil in Ihrem Buch, welche Ihnen extrem schwer gefallen ist, zu schreiben?

Nein. (Das war zur Abwechslung mal eine kurze Antwort! 🙂 )

Was macht Ihr Buch zu etwas Besonderem und lohnenswert zu kaufen?

Märchen sind zeitlos. Sie sind kurz genug, um sie zwischendurch zu lesen, und rühren an Bildern in uns selbst.

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Beschreiben Sie Ihr Buch in einem Satz.

Ähm – Märchen …?

Wären Sie gerne mit dem Protagonisten in Ihrer Geschichte befreundet?

Mit den meisten schon – mit einigen nicht wirklich 😉 .

Welche Ratschläge geben Sie jungen Autoren mit auf den Weg?

Vor dreißig Jahren hat mir ein hauptberuflicher Autor gesagt, dass ein Schriftsteller viel lesen müsse, viel mehr, als er selber schreibt. Die Worte werde ich nie vergessen und gebe sie gern an andere weiter, denn in der Tat entwickelt man so ein Gefühl für Sprache, Spannungsaufbau, Charakterentwicklung und mögliche Themen. Inzwischen gibt es ja auch überall Schreibforen und -gruppen, die sehr hilfreich sein können. Man braucht viel Geduld und den Willen, an sich und seinem Schreiben zu arbeiten, über Jahre hinweg – und man sollte nie sein Ziel, seine Träume verlieren.

© 24.11.15 Birgit Otten

Soviel zum Interview mit Birgit Otten. Solltet ihr nun immer noch nicht genug haben, habe ich noch eine Kurzvita für euch, und dann erfahrt ihr endlich, wie ihr das Buch gewinnen könnt. 😉

Birgit Otten Adventskalender

Birgit Otten, Jahrgang 1964, lebt im Ruhrgebiet und schreibt hauptsächlich Fantasy,

in der es abenteuerlich, romantisch, märchenhaft und unheimlich zugehen kann. In

den Jahren 2013 und 2014 erschienen ihre Arbeiten unter dem Pseudonym »Katjana

May«, inzwischen veröffentlicht sie wieder unter ihrem eigenen Namen.

Einige ihrer Texte wurden in Wettbewerben ausgezeichnet.

 

 

Wie auch schon gestern bei Sophie „müsst“ ihr eine Frage in den Kommentaren beantworten, um an der Verlosung teilzunehmen. Ich bitte euch, die E-Mail-Adresse in dem vorgesehenen Feld klein zu schreiben, da der Kommentar sonst nicht abgeschickt wird. Die Frage heute ist: Was ist für euch das schöne oder faszinierende an Märchen und Kurzgeschichten, oder lest ihr lieber klassische Romane?

Also: Viel Spaß beim mitmachen! 🙂

 

 

 

 

10 Kommentare

  1. Ich liebe an Fantasy bzw. Märchen, dass man sich selbst immer wieder neu entdecken kann. Außerdem tauche ich gern aus dem stressigen Alltag in fremde Welten ab.

    Und am liebsten lese ich klassische Romane, denn Kurzgeschichten sind mir oft zuu kurz. 😀

    • Hallo Nicole,

      hier hast du einen entscheidenden Nachteil von Kurzgeschichten genannt! 😉

      Viele Grüße
      Benjamin Kalt

  2. Anja Wiegelmann

    Hallo,
    Ich lese beides gerne. Meiner Meinung nach gibt es bei den Romanen halt viel was drum herum erzählt wird. In Kurzgeschichten wird die Geschichte nur kurz und knapp wieder gegeben. Ich denke man kann in beides gut abtauchen, wenn man sich denn auf die Geschichte einlässt. Märchen und Kurzgeschichten lassen auch noch viel Spielraum für die eigene Fantasie.
    Lg Anja

    • Hallo Anja,

      Beides hat seine Vorzüge. Doch zum richtigen Abtauchen finde ich Romane dank der dichteren Atmosphäre durch die ausführlicheren Beschreibungen besser geeignet.

      Viele Grüße
      Benjamin Kalt

  3. Hallo,

    ich lese ab und zu schon mal gerne Kurzgeschichten. Denn diese sind dann nicht so intensiv und man kann sie schön zwischendurch lesen. Ein klassischer Roman z. B. ist doof, wenn man mitten drin aufhören muss, weil man z. B. zur Arbeit muss oder anderweitig was zu tun hat.
    Märchen habe ich früher sehr gerne gelesen. Jetzt ist es etwas bei mir untergegangen. Aber ich habe alle Märchenbücher von früher noch da.
    Liebe Grüße
    Anja

    • Hallo Anja,

      Same here. Meine alten Märchen- und Gedichtebücher habe ich alle noch irgendwo im Schrank stehen, doch aktiv gelesen werden diese nicht.

      Viele Grüße
      Benjamin Kalt

  4. Verena Saile

    Hallo zusammen,
    das faszinierende an Märchen ist sicherlich, dass man noch einmal in eine Fantasywelt eintauchen kann und man wieder Kinder sein kann. Da ich das Alter nicht mehr habe um Märchen zu lesen habe ich mich eher der Erwachsenenliteratur zugewandt.
    Nun drücke ich mir noch die Daumen und wünsche allen einen schönen Tag.
    Gruß Verena

    • Hallo Verena,

      das was du hier schreibst ist ja auch heute noch ein bedeutender Indikator für den Erfolg von Hörspielen. 🙂

      Viele Grüße
      Benjamin Kalt

  5. Ich lese beides gern – Romane und Kurzgeschichten. Kurzgeschichten sind super als Häppchen für zwischendurch, wenn man wenig Zeit hat, oder als Gute-Nacht-Lektüre. Mir fällt es nämlich immer schwer, das Lesen zu unterbrechen, auch wenn mir schon die Augen zufallen. Märchen entführen den Leser in eine ganz andere Welt, das finde ich das Tolle daran. Vor allem zum Vorlesen finde ich Märchen toll.

    • Hallo Bianca,

      zum Vorlesen sind Märchen natürlich wirklich super geeignet, doch auch kürzere Romane und normale Kurzgeschichten sollte man hier nicht vernachlässigen, wie du ja auch schon teilweise geschrieben hast. 😉

      Viele Grüße
      Benjamin Kalt

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