Adventskalender

Der Indie-Adventskalender 2015 – Türchen 22

Heute leider ein wenig spät: Das 22. Türchen des Adventskalenders. Viel Spaß auch heute wieder mit einem Interview!

 

Wie bist du zum Schreiben gekommen? Und wann wusstest du, dass du dies nicht nur als Hobby, sonder professionell machen willst?

»Schreiben Sie nicht, wenn Sie es nicht müssen«, soll Tolstoi zu einem Rat suchenden jungen Schriftsteller gesagt haben. Und ich kann ihm nur zustimmen. Eigentlich hatte ich nicht geplant, Schriftstellerin zu werden. Im Gegenteil. Aber eine streitbare, fluchende Schwertmeisterin pochte immer öfter – und immer energischer (wie es halt ihre Art ist) auf das Recht, das Licht der Welt zu erblicken. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich eine neue Welt neu erschaffen kann, voller phantastischer Wesen. Und als ob das alles nicht schon genug wäre, drängte wäh-rend einer Reise ein attraktiver, gut gebauter Werwolf in mein Leben, sorgte für Sicherheit in einer niederbayerischen Kleinstadt. Denn natürlich gibt es auch einen charmanten Vampir, der nach der echten Liebe sucht. Wer jetzt meint, mit meinem Kopf sei etwas nicht in Ordnung, hat vielleicht Recht – andererseits: »Schreiben Sie nicht, wenn Sie es nicht müssen« „smile“-Emoticon

Wie lange hast du für die Herstellung deines Buches gebraucht?

Also ehrlich gesagt, ist es unterschiedlich. An Tiranorg, Schwertliebe, habe ich über vier Jahre gearbeitet. Den CityWolf, meinen neuesten Roman, konnte ich in einem dreiviertel Jahr schrei-ben.

Erzähl doch mal ein bisschen mehr über dein Buch. Um was geht es in diesem?

Es ist ein Urbanfantasy Roman und spielt in meiner bayerischen Heimat „wink“-Emoticon. Rebecca, Informatikstudentin an der Universität Passau, lernt durch Zufall den coolen Automechaniker Jack kennen. Er tunt Trucks und versteht sich bestens auf coole Sprüche. Ganz anders Nick, der char-mante Spross einer französischen Adelsfamilie, der ebenfalls Informatik studiert und mit ihr tanzt. Rebecca ahnt nicht, dass beide Männer ein uraltes Geheimnis verbindet. Bald muss sie eine Entscheidung treffen, die nicht nur ihr Leben bedroht. Denn die Welt ist nicht so, wie sie scheint.

Welche Person ihn deinem Buch liegt dir besonders am Herzen und warum?

Da muss ich ein bisschen über die Entstehung des Citywolf verraten „smile“-Emoticon. Als ich letztes Jahr Ber-lin besuchte und eines Abends kurz vor Weihnachten hoch oben am Fernsehturm saß, begeg-nete mir Jack das erste Mal. Ich habe ja schon vorher erzählt, dass die Figuren meiner Romane irgendwann ungefragt in meinem Kopf erscheinen und so war es auch an jenem Tag. Sturm war angesagt, glitzernd und funkelnd lag Berlin unter mir und ich sah Jack, wie er dort saß und auf die Stadt aufpasste. Heimgekehrt verlegte ich die Geschichte kurzerhand in meine bayerische Heimat. Jacks Gegenspieler ließ nicht lange auf sich warten und Rebecca, nun sie ist eine junge Frau, die selbstbewusst durchs Leben geht und nicht davor zurückschreckt, eine falsche Ent-scheidung rückgängig zu machen, egal, was es kostet. Natürlich mag ich Jack als Hauptfigur. Die ersten Testleser haben mir – glücklicherweise – bestätigt, dass er gut beschrieben ist. Aber meine Lieblingsfigur ist Miriam, die als Schattenmädchen eine wichtige Rolle spielt. Wenn ihr euch jetzt fragt, was ein Schattenmädchen ist, oder welchen Beitrag sie leistet, dann lest den CityWolf – oder lasst ihn euch zu Weihnachten schenken „smile“-Emoticon.

Wieso schreibst und publizierst du Bücher oder eBooks im Selbstverlag und nicht bei einem großen Publikumsverlag?

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Das ist eine schwierige Frage. Zunächst muss ich sagen, dass ich mich schlichtweg noch nicht bei einem Verlag beworben habe. Denn meiner Meinung nach ist die Konkurrenz riesig. Außerdem bin ich selbst ein Mensch, der gern unabhängig ist und sich nicht zu viele Vorschriften machen lässt (meine Familie sagt manchmal, dass Esmanté, die Hauptfigur von Tiranorg, mir sehr ähnlich ist;). Deshalb war und ist es für mich richtig, im Selbstverlag zu publizieren.

Ist es schwer als Selfpublisher Fuß zu fassen und seine Bücher zu verkaufen?

Ja, ziemlich. Wie schon gesagt, die Konkurrenz ist sehr groß und sehr gut. In meinem ersten Jahr als Selfpublisher habe ich unendlich viel gelernt und lernen müssen. Gleichzeitig finde ich es immer noch wahnsinnig aufregend, in der Lage zu sein, die eigenen Bücher ohne Vorgaben eines Verlages dem Publikum anzubieten – ist das nicht wahre Freiheit?

Welche Medien durchforstest du vor dem Bücherschreiben?

Da ich mich schon immer für das mittelalterliche Leben interessiert habe, stehen in meinem Regal einige Bücher darüber, die mir bei Tiranorg, Schwertliebe, gute Dienste geleistet haben. Ebenso ist es mit der Religion der Kelten, die ja dort auch eine Rolle spielt und die ich ebenso favorisiere. Aber natürlich ist das Internet, richtig genutzt, ein unendlicher Quell an Wissen. Beim CityWolf fand ich es besonders spannend, etwas über den historischen Hintergrund von Passau, meiner Heimatstadt, zu erfahren. Mein absolutes Highlight geschah an einem Abend, als ich bei der Recherche im Internet den Ausspruch fand: Secretum cela – übersetzt bedeutet es: Wahre das Geheimnis. Und das auf einem Stempel, der im Jahr des Herrn 1259 tatsächlich in Passau Verwendung fand – gigantisch! Meine Familie hat mich kurzerhand für verrückt erklärt, als ich schreiend und lachend durchs Haus gelaufen bin „wink“-Emoticon. Dass ich es dann für meine Zwecke entfremdet habe, wird mir hoffentlich verziehen werden.

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Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?

Leider kann ich vom Schreiben alleine (noch) nicht leben. Da ich außerdem verheiratet bin und Kinder habe, bin ich fast jeden Tag gezwungen, meine Zeit aufzuteilen. Aber meine Familie ist sehr tolerant und ich finde es auch gut, über meinen Job auch wieder neue Ideen für´s Schrei-ben zu erhalten. Aber es gehört sicher eine Menge Disziplin dazu, sich jeden Tag aufs Neue an den Schreibtisch zu setzen.

Wie machst du auf deine Werke im Web aufmerksam?

Tja, ich muss zugeben, dass ich bisher nicht sehr professionell im Web unterwegs bin. Momen-tan liegt mein Hauptaugenmerk sicher auf Facebook, da ich zwar eine Homepage über Tiranorg habe, www.tiranorg.comaber die ist veraltet Zum Glück ist (hoffentlich) eine Autorenhome-page in Arbeit. Außerdem bin ich auf lovelybooks zu finden.

Wo liegen deine Vorlieben als Buchautor bzw. als Leser? Welchem Genre kann man dein Buch zuordnen?

Als Leserin bin ich Fantasyfan. Es gibt gerade in letzter Zeit sehr viele, sehr gute Fantasy Auto-ren. Aber ich muss bekennen, dass ich die russischen Schriftsteller mag, allen voran Sergej Lukianenkow, Alexej Pehov oder Dmitry Glukhovsky. Ich liebe ihren hintergründigen Humor und vor allem ihre schier unerschöpfliche Fantasie, was magische Wesen anbelangt. Aber ich lese auch ab und zu Science-Fiction, und da mag ich Ian Banks – der Kultur Zyklus mit den denkenden Raumschiffen ist einfach Klasse. Meine Bücher sind ebenfalls Fantasy (was sonst?). Wie schon oben gesagt, bewegt sich Tiranorg im Highfantasy Bereich und der CityWolf ist ein Urbanfantasy Roman.

Gab es eine Stelle, ein Kapitel oder einen Teil in deinem Buch, welche dir extrem schwer gefallen ist, zu schreiben?

Also wenn ich so zurückdenke, brauchte ich für den Prolog am längsten. Eigentlich bin ich näm-lich kein Fan von Prologen „wink“-Emoticon. Aber in diesem Fall passte der Spruch mit Secretum Cela (s.o.) einfach so gut, das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Aber dann sagten die Testleser, er wäre zu lang und würde schon zu viel verraten – also hab ich gekürzt. Aber es passte immer noch nicht. Kurz gesagt, der Prolog, wie man ihn jetzt lesen kann, ist bestimmt fünf Mal überarbeitet.

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Was macht dein Buch zu etwas besonderem und Lohnenswert zu kaufen?

CityWolf ist, soweit ich weiß, eine der wenigen Urbanfantasy Geschichten, die in Bayern oder besser gesagt in Niederbayern spielt. Also wenn sich jemand vorstellen kann, dass es Werwölfe und Vampire in Passau gibt, sollte sich den CityWolf nicht entgehen lassen 🙂

Beschreibe dein Buch in einem Satz.

Secretum Cela – wahre das Geheimnis!

Wärst du gerne mit dem Protagonisten in deiner Geschichte befreundet?

Vielleicht nicht gerade mit Nick, aber mit Jack auf jeden Fall 😉

Welche Ratschläge gibst du jungen Autoren mit auf den Weg?

Ohne mich mit Tolstoi messen zu wollen – »Schreiben Sie nicht, wenn Sie nicht müssen« Wenn kein innerer Drang vorhanden ist, Geschichten zu erfinden und niederzuschreiben, dann sollte man sich einen anderen Beruf suchen. Darüber hinaus ist es meiner Meinung nach wich-tig, an sich zu glauben, sich von niemandem davon abbringen zu lassen, das zu tun, was einem wichtig ist. Lebt euren Traum!

Da ich unter Pseudonym schreibe, gibt es nicht sehr viel zu meiner Biografie zu sagen und ich habe auch kein Bild für euch – hoffentlich ist das kein Problem 🙂

Die Autorin ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Süddeutschland. Reisen sind ihre Lei-denschaft und geben Inspiration für neue Bücher. Wie auch die Kulturen der Wikinger und Kel-ten mit Ihren Sagen. Schon früh begeisterte sie sich für Geschichten von Elfen, Trollen, Orks und Feen. Da lag es nahe, selbst zur Feder zu greifen. »Schreiben Sie nicht, wenn Sie es nicht müs-sen«, soll Tolstoi zu einem Nachwuchsautor gesagt haben. Dieser Satz prägt das künstlerische Schaffen von Judith M. Brivulet. Weitere Infos auf: www.facebook.com/tiranorg?fref=ts oder www.tiranorg.com oder auf lovelybooks.com

 

„noch nicht bei einem Verlag beworben habe. Denn meiner Meinung nach ist die Konkurrenz riesig“ – Ist die Konkurrenz beim Selfpublishing denn nicht viel größer? Wie seht ihr das? Beantwortet das, und mit etwas Glück gewinnt ihr Urban Fantasy in Niederbayern. 😉

 

2 Kommentare

  1. Loredana Bursch

    Verlage bekommen täglich dutzende Manuskripte eingesendet. Natürlich ist die Konkurrenz groß. Aber ein Versuch ist es wert es zu versuchen. Entweder man wagt es sein Buch auf dem klassischen Wege anzubieten, oder man lässt es und weiß nicht, ob es dann doch geklappt hätte. Heutzutage sind doch beide Wege schwierig 😉

  2. christin Burger

    Ich habe auch schon mit einem Verlag veröffentlicht und da ist die Konkurrenz genauso groß. Ein Vorteil vom selfpublisher Dasein ist, so finde ich, dass man einem Buch mehr Zeit zum Bekanntwerden geben kann, als wenn man bei einem Verlag ist. Die brauchen schnellere Ergebnisse, ist zumindest mein Gefühl….

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