Die Drei ??? Hörspiel

Rezension: Die drei ??? (183) – und der letzte Song

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Die drei ??? (183) – und der letzte Song

Serie: Die drei ??? | Folge: 183 | Titel: und der letzte Song | Spielzeit: ca. 76 Minuten | Label: EUROPA | Erscheinungsdatum: 30.10.2016 | Dieses Hörspiel kaufen: Kassette (Amazon)* | CD (Amazon)* | Download (Amazon)*

 

Nach der recht soliden Folge 182 Im Haus des Henkers war ich natürlich sehr gespannt auf den neusten Wurf aus der Die drei ??? Serie. Hier findest du nun meine Rezension.

Story

Onkel Titus‘ Freund Lenny The Rock erscheint überraschend im Gebrauchtwarencenter T. Jonas. Er lädt Tante Mathilda, Titus und die drei Detektive zu seiner Feier ein, wo er auch einige seiner Songs spielen wird. Doch während des kleinen Gigs verschwindet er spurlos, und Justus, Peter und Bob glauben nicht an die Geschichte, die in einem mit dem Computer geschriebenen Brief steht, laut der er einfach nur mal abschalten will. Sie beginnen zu ermitteln, und alle Fäden laufen bei einer Ballade zusammen…

Diese Geschichte fängt eigentlich ganz gut an. Ein Rock-Star verschwindet, Justus, Peter und Bob ermitteln, es gibt eine Feier mit Verdächtigen Vorkommnissen. Leider kann die restliche Geschichte diese Vorlage aber so überhaupt nicht ausnutzen, da die Mitte und besonders das Ende (leider mal wieder) völlig verworren, unglaubwürdig und eigentlich ziemlich schwachsinnig sind. Damit leidet auch und der letzte Song unter der selben Krankheit wie zum Beispiel Die Rache des Untoten oder Das Tuch der Toten. Auch diese Hörspiele haben eigentlich ganz gut angefangen, um dann verworren, unglaubwürdig und weit hergeholt zu enden.

Hier ist es das selbe: Es spielen unglaublich viele Zufälle ineinander. Desweiteren werden – um etwas bestimmtes zu erreichen – Sachen getan, die einfach gar nicht nötig sind, nur um die Geschichte spannender und irgendwie komplizierter zu machen. Dadurch leidet die Glaubwürdigkeit stark. Warum kann man nicht die selben, in kleinem Rahmen gehaltenen Geschichten schreiben, wie sie auch den Klassiker-Fällen zu Grunde liegen? Diese waren auch spannend, hatten es aber nicht nötig, eine abstruse Geschichte zu erzählen, nur um zu fesseln (was dieses Hörspiel nicht tut) und die Spielzeit irgendwie zu strecken.

Die allgemeine Qualität der Geschichten geht leider runter, Ausnahmen gibt es nur noch wenige. Es wird sich nur noch selten etwas getraut. So etwas wie Nacht in AngstHaus des Schreckens oder Feuermond gibt es einfach nicht mehr. Und an dieser Folge hat man praktisch alle negativen Kritikpunkte, die ich in den letzten Folgen zusammen gesammelt habe, auf ein mal. Wenig echte Ermittlung, in großen Teilen fehlende Spannung, kein wirkliches „Mitraten“ mehr, weit her geholte und unsinnige Enden.

So schlimm das alles jetzt auch klingen mag, diese Folge ist kein kompletter Reinfall. Die A-Seite der Kassette war durchaus solide, doch das reicht für eine gute Wertung halt leider nicht. Ich hoffe, dass es in nächster Zeit mal wieder ein paar wirklich gute und kreative Geschichten in dieser Reihe geben wird.

Sprecher

Die Sprecher sind bei einem Hörspiel auch sehr wichtig. Die drei Detektive sind nicht erst seit heute absoluter Kult, was natürlich auch an ihren Stimmen liegt. Auch in dieser Folge machen Oliver, Jens und Andreas wieder einen ausgezeichneten Job. Auch Thomas Fritsch ist weiterhin als Erzähler dabei.

Sax Sandler hat einen kurzen Auftritt – muss ja sein, ist eine Musik-Folge. Sein eigentlicher Sprecher (Andreas Mannkopff) ist aber leider verstorben, so dass Sax hier neu besetzt werden musste. Vielen fällt das vermutlich gar nicht auf, mir allerdings schon. 🙂

Douglas Welbat ist auch dabei, er ist ja mittlerweile absolutes Urgestein in der Hörspielwelt. Maud Ackermann spricht auch eine kleine Rolle, diese sollten Fans von den Fünf Freunden noch als George aus den ersten 21 Folgen kennen.

Alles in allem sind hier viele Sprecher dabei, die man schon mal irgendwo her kannte, aber mit Stefan Brönneke offenbar auch ein Debütant. Das gesprochene Wort wurde in dieser Folge mal wieder ausgezeichnet rüber gebracht.

Musik

Ebenso wie die Geschichte ist die Musik bei vielen, neueren Die drei ??? Folgen einer meiner Kritikpunkte. Man mag mir vorwerfen, ich würde in der Vergangenheit leben, aber die Musik aus den Folgen 1-49 ist für mich bis dato ungeschlagen. Zwar gab es danach auch immer wieder kultige Stücke, aber leider werden diese in neuen Folgen nur noch selten bis gar nicht eingesetzt. In dieser Folge aber schon!

Es finden sowohl orchestrale Stücke von Andreas E. Beurmann als auch das von mir getaufte Kollegen, wir haben einen neuen Fall in dieser Folge ihren Einsatz. Besonders letzteres wurde seit Jahren nicht mehr bei Die drei ??? eingesetzt, und das Stück ist absoluter Kult.

Somit kommt auch diese Folge nicht an die ersten 49 ran, aber ist aus musikalischer Sicht zumindest besser als die letzten paar.

Effekte

In dieser Hinsicht waren Die drei ??? eigentlich immer ziemlich überzeugend. Das Raus gehen aus der Zentrale, die Kettensäge auf dem Schrottplatz und vieles weitere sind mittlerweile einfach Kult. Auch in dieser Folge konnten mich die Geräusche wieder überzeugen. Das Sound-Design der drei ??? klingt einfach seit 35 Jahren gleich, was in diesem Fall aber gar nichts schlechtes ist.

Die Menschenmassen entspringen übrigens wieder einer Aufnahme aus einer der Record Release Parties. Eine sehr coole Idee, die Fans immer mal wieder mitmachen zu lassen.

Cover & Design

Die Die drei ??? Covers erscheinen nach mehreren Jahrzehnten immer noch im prägenden Stil von Aiga Rasch. Auf keinem Cover der bisher 183 Folgen sind die drei Detektive zu sehen, wenn man mal die erste Auflage der Folge 29 außen vor lässt, auf denen die Gesichter den drei Sprechern nachempfunden sind.

Auch das Cover von …und der letzte Song finde ich mal wieder ziemlich passend und gut gelungen. Die Lichter von den Scheinwerfern im Hintergrund sind in schönen Farben und auch die Gitarre im Vordergrund mit dem Totenkopf sieht echt gut aus. Bei der MC-Version ist auch das alte neue EUROPA-Logo drauf, was mir sehr entgegen kommt. Ich frage mich nur, warum überhaupt ein neues Logo eingeführt wurde, wenn die Leute bei EUROPA eh wussten, dass die Kunden es nicht mögen werden.

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