Die Drei ??? Hörspiel

Die drei ??? …und der Zeitgeist

Die drei ??? ...und der Zeitgeist

Die drei ??? …und der Zeitgeist

Serie: Die drei ??? | Folge: Sonderfolge | Titel: und der Zeitgeist | Spielzeit: ca. 120 Minuten | Label: EUROPA | Erscheinungsdatum: 04.03.2016 | Dieses Hörspiel kaufen: Hier

 

Bei Die drei ??? …und der Zeitgeist handelt es sich um eine weitere Kurzgeschichtensammlung im Die drei ??? Universum. Die bisherigen habe ich tatsächlich noch nicht gehört, doch das könnte sich durch diese Doppel-Kassette vielleicht bald ändern…

Story

Immer und immer wieder: Mehrmals hintereinander hat Peter nun bereits die selbe Situation erlebt. Die Zentrale wird zerstört, und er muss Justus und Blacky befreien. Doch jedes mal wacht er danach wieder an einem Strand auf und erlebt das selbe nochmal. Er ist ratlos.

Mir gefiel diese Geschichte beim Hören gut. Sie beginnt mit einem übernatürlichen Touch, und die Aufklärung lässt sich wohl mit einem gewissen Augen-Zwinkern verstehen. Besonders Fans erster Stunde werden Spaß an dieser, durchaus auch humorvollen, Kurzgeschichte haben.

Der Raub der Zehntausend: Die drei Detektive bemerken bei der Auslieferung einer Uhr für Justus Onkel Titus, dass die Personen sich komisch Verhalten und offensichtlich etwas, offensichtlich kriminelles, geschehen ist. Schon bald werden die Detektive eingeweiht…

Zwar war durch den recht ausführlich inszenierten Anfang, den ich hier nicht näher erläutert habe, irgendwie klar, dass die ganze Geschichte irgendwann wieder darauf zurück kommen könnte, dennoch fand ich die Story schön erzählt und nett anzuhören. Die Charaktere waren aber leider ziemlich flach, was bei einer Kurzgeschichte allerdings schwer zu verhindern ist.

Der verschwundene Zeitgeist: Der Serien-Autor Malcolm Fever beauftragt die drei Detektive, seine fehlenden Manuskriptseiten zu suchen. Er liefert ihnen auch direkt die Hauptverdächtige, die von Schönheitsoperationen gezeichnet sei und offenbar nicht wahr haben will, dass sie älter wird, und sich vermehrt in den sozialen Netzwerken aufhält.

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Den Aufhänger dieser Geschichte finde ich sehr interessant, und die „soziale Dame“ ist herrlich überzeichnet, auch wenn es etwas krampfhaft rüber kommt, wie versucht wird, moderne Begriffe in dieses Hörspiel einzubauen, die die Ansichten Fevers untermauern. Mit der Auflösung hätte ich allerdings nicht gerechnet, und das „Ende vom Ende“ ist auch noch eine nette Pointe.

Leaving Nineteen Sixty-four: Professor Shelby hat einen Fall für Die drei ??? parat, doch leider können sie die Ermittlungen nicht in der Gegenwart durchführen. Also schickt der Professor Justus, Peter und Bob durch die Zeit.

Ich mochte diese Geschichte sehr gerne. Sie ist voll mit Anspielungen auf die damalige und heutige Zeit, während die eigentlich Hauptstory irgendwie etwas im Hintergrund ist. Aber allein für die schönen Interpretationen der jeweiligen Jahrzehnte lohnt sich das Hören dieser Geschichte.

Rückwärtsgang: In diesem Fall scheint alles komplett durcheinander zu sein. Es geht um Ladendiebstähle und Alarmanlagen, doch irgendwie hat das alles keinen Zusammenhang…

…schon bald wird aber klar, dass diese Geschichte nicht chronologisch erzählt wird, was ich als sehr interessant empfunden habe. Nach und nach wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, und irgendwann wird dem Hörer dann auch klar, warum es hier eigentlich geht. Die Erzählweise ist ein nettes Experiment, in einer regulären Folge muss sich sie aber nicht unbedingt wiederhören.

Zeit der Opfer, Zeit der Wunder: Peter und Bob müssen für ein Literatur-Projekt in der Schule Kurzgeschichten schreiben. Eine soll in der Vergangenheit spielen, eine in der Zukunft. Was daraus wird, erfährt man in dieser Geschichte.

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Auch hier haben wir wieder eine sehr nett erzählte Geschichte, die diverse, humorvolle Anspielungen beinhaltet, über die man beim Hören stolpert. Zwar ist Zeit der Opfer, Zeit der Wunder vielleicht nicht die stärkste Geschichte auf dieser Doppel-Kassette, sie hat mir aber dennoch gut gefallen.

Sprecher

Besonders in der zweiten Kurzgeschichte sind mir viele, absolut passende und gute Sprecher aufgefallen, von denen ich gerne mehr hören möchte. Diese guten Leistungen wurden aber leider davon verdunkelt, dass Skinny Norris nicht mehr von Andreas von der Meden gesprochen werden kann. Sehr schade. Erneut möchte ich mich dafür aussprechen, diesen Charakter in späteren Produktionen zu streichen oder zu ersetzen, da die Rolle ohne von der Meden einfach nicht das selbe ist.

Die restlichen Rollen sind teils sogar recht prominent besetzt, die meisten Sprecher haben ihre Arbeit meiner Meinung nach auch wirklich gut gemacht. Hier habe ich sehr wenig zu meckern. Die drei Detektive und der Erzähler können erneut überzeugen.

Musik

Die Musik auf dieser Doppel-Kassette ist absolut grandios. Es werden viele, schöne orchestrale Stücke vom leider bereits verstorbenen Prof. Dr. Andreas Erich Beurmann verwendet, die zwar nicht immer so hundertprozentig zum Geschehen passen, aber sehr häufig im Ohr hängen bleiben und einfach nur Kult sind. Die meisten der Stücke kennt man bereits aus früheren drei ??? Folgen und anderen EUROPA-Produktionen wie den Fünf Freunden, Edgar Wallace oder Masters of the Universe.

Damit haben wir hier die genau gegenteilige Situation wie bei den meisten, neueren Die drei ??? Folgen: Hier haben wir Musik, die nicht immer passt, aber sehr eingängig und auch „Standalone“ gut zu hören ist, während wir bei den neueren, regulären Folgen stets recht passende, aber dafür unglaublich austauschbare und teils auch langweilige Soundtracks geboten bekommen.

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Effekte

Die Untermalung durch Geräusche steht der einer regulären Folge in nichts nach. Zwar fand ich die Innenräume teils etwas steril, doch die äußeren Bereiche haben mir ausgesprochen gut gefallen. Auch der Schrottplatz ist wieder perfekt zur Geltung gekommen.

Insgesamt habe ich bei EUROPA-Produktionen hier ja eigentlich nie wirklich viel zu meckern, und das ist auch bei dieser Sonderfolge so.

Cover&Design

Das Cover zeigt – wenig verwunderlich – eine Uhr mit einem Totenkopf am Zeiger. Die Uhr wird allerdings von mehreren Farben hinterlegt und ist – anders als beim seltsamen Wecker – nicht in der Draufsicht dargestellt, was beides vielleicht auf irgendeine „Verschiebung der Zeit“ hindeuten soll. Und, Premiere: Wir haben mal wieder ein neueres drei ??? Cover, das ohne Lens Flairs auskommt. Chapeau!

Ansonsten gab es in letzter Zeit meiner Meinung nach schönere Covers, allerdings ist es bei einer solchen Sammlung mit vielen Kurzgeschichten, die teils absolut unterschiedliche Themen behandeln und in verschiedenen Epochen spielen, wirklich schwer, ein aussagekräftiges Motiv zu finden. Daher hat sich eine Uhr beim Kernthema „Zeit“ wohl angeboten.

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