Die Playmos Hörspiel

Die Playmos (1) – Der Schatz der Teufelsinsel

Die Playmos Folge 01 Der Schatz der Teufelsinsel Hörspiel Cover HD

Serie: Die Playmos | Folge: 1 | Titel: Der Schatz der Teufelsinsel  | Spielzeit: 50 Minuten | Label: floff, Lübbe Audio| Erscheinungsdatum: 14.09.2007 | Dieses Hörspiel kaufen: Hier

Playmobil-Figuren kennen wir ja wohl alle aus unserer Kindheit oder der Kindheit unserer Kinder. Auch ich hatte früher diverse Playmobil-Packs, zum Beispiel eine Ritterburg, einen Bauernhof mit Pferden und auch ein Piratenschiff. Die Idee, die Figuren in einer Hörspielserie zum Leben erwecken und spannende Abenteuer erleben zu lassen, gefällt mir in der Theorie ausgesprochen gut. Ob die praktische Umsetzung in dieser Hörspielserie des Labels ‚floff‘ gut gelungen ist, werde ich in dieser Rezension näher erläutern.

Story

Tobi spielt mit seinen Playmobil-Figuren in seinem Zimmer und hat wieder eine tolle Welt, bestehend aus einem weiten Ozean und einer Insel geschaffen. Doch leider ruft seine Mutter ihn zum Essen, so dass er seine geliebten Figuren für eine Zeit lang unbeaufsichtigt lässt. Und dann passiert das unfassbare: Die Figuren beginnen zu leben, sich zu bewegen und zu sprechen! Emil, Sam und Liv, seine drei Lieblingsfiguren, legen mit ihrem Boot auf einer Insel namens Tortilla Bay an. Doch die Bewohner sind in Aufruhr: Der böse Piraten-Kapitän Barbarossa hat die Menschen auf der Insel überfallen. Emil, Sam und Liv versprechen einem der Inselbewohner, der ihnen sympatisch ist, die gestohlenen Sachen wieder zu beschaffen.

Ja, die Geschichte ist merklich für die jüngere Generation geschrieben, und die Zielgruppe dieses Hörspiels sind nun mal Kinder ab ungefähr 3 Jahren. Dennoch möchte ich hier eins anmerken: Auch mich, als deutlich ältere Person, hat dieses Hörspiel unterhalten. Wenn man mal über ein paar Klischees hin weg sieht, ist die Geschichte nämlich wirklich schön erzählt.

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Gefallen hat mir unter anderem, dass die Geschichte am Ende deutlich ‚komplizierter‘ war als ich dachte. Ich hatte Anfangst eher so die Einstellung „Die wertvollen Sachen der Menschen sind geklaut, die drei Freunde gehen zu dem Piraten und holen die Sachen zurück. Joa, ganz nett.“, doch die Jagd nach dem ‚Schatz‘ ging lange weiter, und war wirklich spannend gestaltet. Für die jungen Zuhörer ist die Erzählung eigentlich wirklich perfekt. Zwischendurch werden noch einige bekannte Sprichworte und schwierige Fremdausdrücke erklärt. Außerdem gab es noch eine nette Eselsbrücke, wie man Backbord und Steuerbord auseinander halten kann, eine Sache die mir bis heute zeitweise noch schwer fällt! 😉

Besonders schön dürfte für Playmobil-Fans sein, dass sie die Geschichte fast 1 zu 1 nachspielen können. Denn die meisten Charaktere im Hörspiel, zum Beispiel den bösen Kapitän Barbarossa, gibt es wirklich als Playmobil-Figur! So ist der Anreiz für die Kinder absolut gegeben, die Geschichte nachzubauen und sogar ‚Live‘ nachzuspielen, was sicherlich Spaß macht.

Doch neben der originellen Idee und für die Zielgruppe verhältnismäßig spannende und komplexe Geschichte hat dieses Hörspiel auch ein Problem, nämlich die Charaktere. Es wird sehr viel wert drauf gelegt, dass Liv möglichst in jeder Zeit intelligent und schlau rüber kommt. Doch warum stellt sich eine so schlaue Person einfach so einem Piraten-Kapitän gegenüber und rät ihm, den armen Leuten doch ihre Sachen zurück zu geben?! Davon war ich so geschockt, dass ich zuerst dachte, der Kapitän bringt die Sachen wirklich zurück und die Geschichte ist zu Ende. Doch neben Liv werden die Charaktere meiner Meinung nach alle zu flach gehalten, ich konnte mich mit keinem so wirklich identifizieren.

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Alles in allem ist die erste Folge der Playmos eine wirklich tolle Geschichte für kleinere Kinder, die mit flachen Charakteren und Logikproblemen zu kämpfen hat. Dennoch kann sie unterhalten und regt Kinder sicherlich dazu an, die Welt aus der Folge nachzubauen und nachzuspielen, und den Eltern noch mehr Geld aus der Tasche zu zieh’n. (Das war ein missglückter Reim…)

Sprecher

Giuliana Jakobeit kam mir direkt bekannt vor. In den Playmos spricht sie Liv, anderen dürfte sie aber auch als Elea Eluanda aus der gleichnamigen Hörspielserie oder als Schwarzes Magier Mädchen aus Yu-Gi-Oh!. Ich persönlich höre ihre Stimme sehr gerne, auch wenn sie in diesem Hörspiel ein mal völlig falsch betont. Auch die Stimmen von Emil und Sam gefielen mir. Als Erzähler kommt Gerrit Schmidt-Foß zum Einsatz, dem ich wirklich sehr gerne gehört habe. Einzig der Piraten-Kapitän klang für mich teilweise viel zu gestelzt, außerdem hätte ich mir hier eine tiefere Stimme gewünscht. Ansonsten gefielen mir die Stimmen der Nebensprecher sehr gut.

Musik

Neben dem Titellied, das auch als Outro verwendet wurde, kam in diesem Hörspiel keine Musik vor. Schade! Das Titellied trifft nicht wirklich meinen Geschmack, auch wenn einer der Hauptaspekte des Hörspiels – Freundschaft – schon dort rüber gebracht wird. Dennoch ist die Melodie wirklich kein Ohrwurm, hier gibt es deutlich schönere Intros, auch bei Kinderhörspielserien.

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Effekte

Auch in dieser Kategorie konnte mich die erste Folge der Playmos überzeugen. Man hört oft das mehr im Hintergrund, es macht ‚Platsch‘ als Kanonenkugeln ist Wasser fallen. Dennoch ist die Dichte an Effekten nicht so hoch, wie bei einigen Produktionen des EUROPA-Labels. Das Hörspiel ist aber sowieso auf sehr kleine Kinder ausgerichtet, und ich glaube kaum, dass die groß auf Geräusch-Suche gehen.

Cover&Design

Auf dem Cover sieht man die Playmobil-Figur von Kapitän Barbarossa. Auf dem Wasser sieht man sein Piratenschiff. Besonders kreativ kann man das Cover nun wirklich nicht nennen, es beschreibt dennoch das Hauptthema der Geschichte sehr gut.

 

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