Fallen Hörspiel

Rezension: Fallen (2) – Genf

Cover von Fallen (2) - Genf

Fallen (2) – Genf

Serie: Fallen | Folge: 2 | Spielzeit: ca. 47 Minuten | Label: Imaga, wortart | Erscheinungsdatum: 23.09.2016 | Dieses Hörspiel kaufen:  CD (Amazon)* | Download (Amazon)*

 

Die erste Folge von Fallen hat mir nicht besonders gefallen, und eigentlich all meine Kritikpunkte kann ich auch in der Rezension zur zweiten Folge wieder anbringen. Ich hoffe, diese Serie „berappelt“ sich noch, und geht nicht auf diese Art und Weise weiter…

Story

Von Gartner ist immer noch auf der Suche nach dem Engel. Die 10-jährige Marie hat ihn gesehen, und nur knapp kann von Gartner sie aus einem Krematorium retten. Scheinbar sind auch noch andere Leute hinter dem Mädchen mit besonderen Kräften hinterher. So kann sie beispielsweise sehen, ob etwas richtig oder falsch ist oder Sachen schweben lassen.

Fallen (2) – Genf setzt Fallen (1) – Paris sinnvoll fort. Die Geschichte macht da weiter, wo die erste Folge aufgehört hat, was auf Grund des Cliffhangers auch sehr sinnvoll ist. Meine Kritikpunkte sind in der Story-Rubrik aber die selben…

Auch in diesem Hörspiel werden uns nur kleine Häppchen vorgesetzt, die in vielen Fällen einfach nicht einzuordnen sind. Dadurch hat die Geschichte nahezu gar keine Spannung, und ja, das meine ich auch so. Rückblickend sind für mich in dieser Folge eigentlich nur zwei Sachen passiert: Friedrich von Gartner hat Marie gerettet und sie hat ihm von ihren Fähigkeiten erzählt und ein Engel hat es mit einer Frau getrieben. Das ist für 47 Minuten Spielzeit äußerst dürftig.

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Der Rest wird von irgendwelchen Szenen eingenommen, in denen irgendwelche Leute für mich unverständliche Dialoge führen. Wer das ist, worüber die reden, wo die sind und wie die mit Marie zusammen hängen? Keine Ahnung! Sowas kann in geringem Maße durchaus Spannung erzeugen. Doch wenn ich nach der zweiten Folge noch immer nicht weiß, wer überhaupt der Antagonist ist, haben die Autoren etwas grundlegend falsch gemacht!

Und dann haben wir ja immer noch dieses grässliche und nervige Produktionsdesign. Dialoge werden an völlig unpassenden Stellen beendet, die Musik (aber dazu gleich mehr) ist ähnlich billig wie in der ersten Folge (mit ein paar Ausnahmen) und auch ansonsten habe ich erneut das Gefühl, als würde jemand unbedingt, auf Teufel-komm-raus, etwas episches erschaffen wollen, und dabei einfach zu scheitern. Die Welt von Fallen scheint echt interessant zu sein, insofern ich das beurteilen kann, doch diese Kritikpunkte machen für mich das hören einfach nicht zu einem unterhaltenden Erlebnis.

Sprecher

Im Gegensatz zur Story kann ich den Sprechern auch ein paar gute Worte abgewinnen. Aber nur ein paar gute Stimmen können eine schlechte Geschichte leider nicht kompensieren. Doch man muss schon sagen: Die Sprecher haben eine grandiose Leistung abgeliefert.

Das Hörspiel klingt sehr authentisch, viele der Sprecher kamen mir durchaus auch bekannt vor, Peter Groeger kennt man zum Beispiel als Schuldirektor Bartels aus Elea Eluanda. Es ist mir ein Rätsel, warum er in der Neuauflage nicht erneut verpflichtet wurde. Auch Gerrit Schmidt-Foß sollte mittlerweile jeder kennen, trotz seiner vielen Einsätze in den verschiedensten Filmen, Serien und Hörspiele ist seine Stimme meiner Meinung nach noch nicht verbraucht.

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Musik

Und hier geht es gleich wieder bergab… Die musikalische Untermalung ist, wie schon in der ersten Folge, schrecklich. Ich möchte erneut niemandem etwas unterstellen, doch für mich klingt es, als hätte irgendjemand vom Produktionsteam bei irgendeiner Royalty-Free-Music-Datenbank die Begriffe „Orchester“ und „episch“ eingegeben und die ersten zehn Ergebnisse, die die Suche ausgespuckt hat, für dieses Hörspiel lizenziert.

Die Stimmungen, die in den Szenen herrschen, wird von der Musik einfach überhaupt gar nicht eingefangen. Eine sehr ruhige Szene wird plötzlich von einer epischen Musik unterbrochen, mitten im Dialog! Wieso macht man sowas? Bei den kurzen Häppchen ist es eh schon schwer, sich irgendwie eine sinnvolle Geschichte zusammen zu spinnen, und wenn man dann auch noch dauernd unterbrochen und von der unpassenden Musik genervt wird, hat man irgendwann einfach kein Bock mehr.

Ja, Musik ist Geschmackssache. Aber ich kann aus erster Hand sagen, dass ich nicht der einzige bin, den diese Untermalung nervt…

Effekte

In dieser Kategorie konnten Hörspiele, auf denen der Name Oliver Döring drauf steht, bisher immer überzeugen. Allen voran meiner Meinung nach die grandiosen Vertonungen verschiedenster, leider nicht mehr kanonischer Star Wars Romane.

Auch dieses Hörspiel hat ein paar sehr coole Geräusche und Effekte in petto. Alles in allem gibt es aber ein paar Szenen, vor allem die, die draußen spielen, in denen mir zu wenige Geräusche im Hintergrund zur Untermalung des Geschehens vorhanden waren. An anderen Stellen, besonders da, wo die Geräusche praktisch das Hauptelement waren, wurde ich aber positiv überrascht.

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Alles in allem bleibt Fallen (2) – Genf in dieser Hinsicht hinter anderen Döring-Produktionen zurück, ist aber dennoch absolut „High-End“. 🙂

Cover & Design

Das von Wolfram Damerius gezeichnete Cover gefällt mir, trotz, oder gerade wegen seiner Schlichtheit, ziemlich gut. Es ist farblich in einem stimmigen grau gehalten, erscheint aber nicht langweilig, da mit dem Licht an einigen Stellen Akzente gesetzt wurden. Der Schriftzug  Fallen erscheint, ebenso wie die Seile auf dem Bild, in einem schönen Rot-Braun.

Auch das Inlay und allgemein die gesamte Hülle ist farblich und vom Stil her an das Cover angepasst, was den sehr stimmigen Eindruck noch verstärkt. Das Motiv passt zu der „Geschichte“ des Hörspiels.

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