Foster Hörspiel

Foster (1) – Die Seele eines Dämons

Foster (1) - Die Seele eines Dämons (Prolog)

Foster (1) – Die Seele eines Dämons (Prolog)

Serie: Foster | Folge: 1 | Spielzeit: ca. 53 Minuten | Label: Imaga, wortart | Erscheinungsdatum: 19.02.2016 | Dieses Hörspiel kaufen: CD* | Download*

 

Oliver Döring gilt ja als eine Art Steven Spielberg der Hörspiel-Produzenten, und das dieser Ruf ihm zumindest teilweise gerecht wird, hat er meiner Meinung nach schon durch die Star Wars Hörspiele bewiesen. Seine nächsten Produktionen, The Border und End of Time, habe ich nicht mehr aktiv verfolgt, doch als vor ein paar Monaten Foster angekündigt wurde, war ich sofort neugierig. Hier meine Rezension zur ersten Folge der neuen Hörspielserie.

Story

Im Jahre 1944 erhält eine Spezialeinheit den Auftrag, einen Agenten aus einem österreichischen Kloster zu befreien, das von den Nazis eingenommen wurde. Als sie den Agenten finden, erzählt er ihnen Unglaubliches: Die Nazis versuchen, im Kloster einen Dämon zu beschwören. Doch das Ungeheuer kann von der Spezialeinheit in einen Stein gebannt werden, und über die Jahre scheinen alle Mitglieder den Vorfall zu überwinden. Doch dann, viele Jahre später, melden plötzlich unterschiedlichste Gruppierungen Interesse an dem Stein an…

Wie der Titel eigentlich schon sagt. handelt es sich bei dieser ersten Folge von Foster um einen Prolog, und das merkt man der Folge auch an. Die erzählte Geschichte ist alles andere als abgeschlossen, und es wird mehrfach in der Zeit gesprungen, um die Geschehnisse dem Hörer näher zu bringen, die zu der eigentlichen Geschichte führen.

Diese Ansätze, die ich zu Hören bekommen habe, fand ich unglaublich interessant, und ich freue mich schon darauf, endlich die zweite Folge zu hören, um ein paar Antworten auf meine Fragen zu bekommen. Das Hörspiel wählt dabei einen sehr spannenden Ansatz: Es werden immer wieder Fragen teilweise beantwortet, um dann dadurch nur noch mehr neue aufzuwerfen. Dadurch würde es absolut keinen Sinn ergeben, nur eine der Foster-Folgen zu kaufen. Die Geschichte ist zusammenhängend, und man sollte unbedingt mit dem Prolog einsteigen, und dann mit den anderen CDs fortfahren.

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Insgesamt waren die Ansätze interessant, ja. Eine Geschichte, die sich im zweiten Weltkrieg abspielte, und bis heute Auswirkungen hat, ist ein tolles Grundgerüst. Dennoch ist Die Seele eines Dämons eben nur ein Prolog, an dem ich schwer fest machen kann, in welche Richtung die Story sich in Zukunft bewegt. Daher möchte ich eigentlich fast dazu raten, zu warten, bis alle Folgen veröffentlicht werden, und dann alle gleichzeitig zu kaufen. Dadurch erspart man sich auch die Wartezeit, bis einem ein paar weitere seiner Fragen beantwortet werden.

Alles in allem bietet diese erste Folge von Foster ein Grundgerüst, auf dem man sehr gut aufbauen kann. Fans von Horror-Krimis kann ich das Hörspiel wirklich ans Herz legen, auch wenn jeder selbst wissen muss, ob er die Zeit bis zum Release der nächsten Folge aushalten kann.

Sprecher

Foster ist unglaublich hochkarätig besetzt. Deutschlandweit bekannte Synchron- und Hörspielsprecher wie Gerrit Schmidt-Foss (Leonardo di Caprio, Seto Kaiba) und Martin Kessler (Nicholas Cage, Klonkrieger aus Star Wars) verkörpern Charaktere dieses Hörspiels. Doch auch die Nebensprecher konnten mich wirklich komplett überzeugen, keine der Stimmen hatte zu wenig Wiedererkennungswert, ich konnte alle gut auseinander halten und alle Sprecher haben ihre Rolle solide bis grandios verkörpert.

Auch die große Masse an Sprechern war begeisternd. Während bei einer durchschnittlichen Produktion um die 10 Sprecher teilnehmen, sind bei Foster 38 Namen (!) im Inlay angegeben.

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Zusammengefasst sind die Sprecher des Prologs von Foster über absolut jeden Zweifel erhaben. Ich hoffe, die nächste Folge wird ähnlich hochkarätig besetzt sein.

Musik

Musik wird in Foster – Die Seele eines Dämons leider nicht besonders hoch frequentiert eingesetzt. Zwischendurch gibt es Musik-Einspieler, die die Stimmung sehr passend untermalen, aber nicht im Ohr hängen bleiben oder mich auch „Stand-alone“ interessieren würden. Auch schon bei Dörings Star Wars Hörspielen hatte ich mir mehr Musik gewünscht, und auch hier bleibe ich bei diesem Standpunkt.

Wenigstens haben die Stücke, die ich zu Hören bekommen habe, nicht genervt und haben thematisch gut gepasst. Dennoch finde ich, dass auch ein guter Soundtrack ein Hörspiel ausmacht, und in dieser Rubrik hat Foster mich leider nicht überzeugen können.

Effekte

Schon durch Dörings Star Wars Hörspiele wusste ich, dass dieser Produzent es wie kein anderer versteht, Geräusche in Hörspielen einzusetzen. Auch Foster ist in den Action-Szenen wieder ein absolutes Effekt-Feuerwerk, und auch die ruhigen Passagen sind passend mit Geräuschen unterlegt, die die Atmosphäre unterstreichen.

Einziger Kritikpunkt: Die Sequenzen, in denen die Geräusche wirklich die Handlung voran bringen und in denen eine wirkliche Vielzahl an Effekten eine dichte Atmosphäre hervor bringt, ist klar und deutlich von den Passagen getrennt, in denen von Charakteren Dialoge geführt werden. Hier hätte man, meiner Meinung nach, diese beiden Dinge hätte verschwimmen lassen können, was authentischer rüber gekommen wäre.

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Cover&Design

Das Cover und besonders das Inlay des Prologs von Foster gefallen mir gut. Das Cover ist ein wirklich gruseliges Motiv, auch wenn es für mich – auf den ersten Blick – ehrlich gesagt keinen direkten Zusammenhang zur Geschichte dieses Hörspiels hat. Allerdings ist der Schriftzug passend platziert und auf der Rückseite stehen alle wichtigen Infos (übrigens auch die Spieldauer der CD, daran sollten sich andere Labels ein Vorbild nehmen!).

Die Sprecherliste im Inlay ist zwar offenbar vollumfänglich, allerdings stehen dort nur die Namen der Schauspieler, nicht die Rollen, die sie verkörpert haben. Klappt man das Hochglanz-Papier auf, ist dort das Cover-Motiv ohne Schrift in vierfacher Größe zu sehen. Sehr schön! 🙂

2 Kommentare

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