Adventskalender

Indie-Adventskalender 2015 – Türchen 16

Und weiter geht’s mit dem Adventskalender! Heute geht es um Daniel Möller und sein Buch „Das Plagiat“, welches ihr heute als Print-Ausgabe gewinnen könnt.

Daniel Möller beschreibt sich selbst:

Daniel MöllerGeboren bin ich 1981 in Frankfurt am Main, wo ich auch aufwuchs. Seit vielen Jahren wohne ich mit meiner Familie im beschaulichen Flörsheim am Main in in der Nähe von Wiesbaden. Beruflich bin ich seit meiner Ausbildung im Jahre 1999 eigentlich im Sektor Maschinenbau tätig. Das Schreiben war bisher immer so eine Art Hobby von mir.

Von 2008 bis 2011 arbeitete ich an einem Roman namens „Das Plagiat“. Da ich aus beruflichen Gründen keine Zeit mehr dafür erübrigen konnte, schlief dieser Roman – fast vollendet – vier Jahre auf meinem Computer. Da mir seit langem noch andere Ideen im Kopf herum geistern, begann ich erneut die Arbeit an einem Erstlingswerk. Ich stellte fest, dass ich nun mit genügend Abstand diesen Roman aus einer ganz anderen Sichtweise betrachten konnte, und so die Korrektur wie auch Fertigstellung zum Greifen nah waren. Im Prinzip war ich mein eigener Lektor, und auf vielen Seiten überraschte ich mich heute selbst. Am 13. Juli 2015 fasste ich den Entschluss – KDP sei Dank – diesen, meinen ersten Roman der Öffentlichkeit vorzustellen.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen? Und wann wussten Sie das sie dies nicht nur als Hobby, sonder professionell machen wollen?

Eigentlich habe ich bereits als Kind gerne geschrieben. Wann immer z.B. unsere Lehrerin Urlaubsberichte oder Erzählungen aus den Ferien verlangte, fing ich wie wild an, zu schreiben, und fügte seltsamerweise auch immer etwas hinzu, was gar nicht passiert war. Ein Buch zu schreiben, daran habe ich tatsächlich oft gedacht, aber gemessen an „richtigen“ Büchern hatte ich nie eine zündende Idee, einen interessanten Plot, der mich derart gefesselt hätte.

Ich musste tatsächlich 27 Jahre alt werden, bis mich diese Idee wie ein Blitz traf. Der Gedanke war „Ich kann ja schlecht irgendwo abschreiben, oder so“ und DAS PLAGIAT war geboren.

Wie lange haben Sie für die Herstellung ihres Buches gebraucht?

Geschrieben habe ich daran volle 2 Jahre, natürlich neben dem Beruf und der Familie. Aber losgelassen hat es mich einfach nicht. Als es fertig geschrieben war, wurde ich leider fünf Jahre beruflich derart eingespannt, dass es auf meinem Computer eine Schlafpause einlegen musste. 2015 fasste ich den Entschluss, es endgültig abzuschließen – jetzt oder nie. Mit gebührendem Abstand überarbeitete ich es vollständig und führte Korrektorat und Lektorat selbst durch. Dank Selfpublishing dauerte es nun nicht mehr lange, bis ich es veröffentlichen konnte.

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Erzählen Sie doch mal ein bisschen mehr über ihr Buch. Um was geht es in diesem?

Christopher ist Verlagsangestellter, eines Tages betritt ein junger Mann namens Dirk den Verlag, unterm Arm sein Manuskript. Nach der ersten Sichtung sind Christopher und der Verlagschef begeistert, der Verlag ist ohnehin händeringend auf der Suche nach einem neuen Kassenschlager. Bevor allerdings an eine Zusammenarbeit oder gar Veröffentlichung des Werks zu denken ist, verschwindet Dirk spurlos. Christopher bleibt nichts anderes übrig, als sich auf die Suche nach ihm zu machen, dabei verstrickt er sich schnell in diverse Probleme, lernt Dirks zweifelhaftes Umfeld kennen, und der Verdacht, dass Dirk nicht selbst der Urheber seines Manuskripts ist, erhärtet sich. Als hätte er mit all dem nicht bereits genug zu tun, klopft plötzlich seine eigene Vergangenheit an die Tür. Neben Dirks Leben hat er eine neue Chance, auch seines zum Guten zu wenden.

Welche Person ihn ihrem Buch liegt Ihnen besonders am Herzen und warum?

Das ist ganz klar der Protagonist Christopher. „Das Plagiat“ ist keineswegs ein autobiographisches Werk, aber – bewusst oder unbewusst – ist es inspiriert von meinem eigenen Leben. Christopher, aus dessen Perspektive der Roman verfasst ist, ist mir somit charakterlich nicht unähnlich und handelt oder agiert manchmal, wie auch ich es tun würde. Doch noch mehr, hatte ich die Möglichkeit, Christopher das tun zu lassen, was ich nie könnte oder würde.

Wieso schreiben und publizieren Sie Bücher oder eBooks im Selbstverlag und nicht bei einem großen Publikumsverlag?

Ich bin erst seit diesem Jahr wirklich „im Geschäft“ und die erste Intention, selbst zu verlegen, ist die Tatsache, dass ich meinen Roman unverändert veröffentlichen wollte. Zum anderen nimmt auch die Verlagssuche viel Zeit und Kraft in Anspruch. Ausschlaggebend waren die Vorteile und Möglichkeiten, die das Selfpublishing heute bietet. Man hat alle Fäden in der Hand.

Ist es schwer als Selfpublisher Fuß zu fassen und seine Bücher zu verkaufen?

Es kommt wohl darauf an, wieviel Zeit und vielleicht auch Geld man in seine Ideen investieren möchte. Fakt ist: Ich kann heute eine Geschichte schreiben und sie morgen völlig kostenlos veröffentlichen und damit sogar Geld verdienen. Es ist möglich, aber leicht ist es nicht. Werbung ist das Schlagwort! Doch wie und wo? Wieviel ist genug, was ist zuviel? Öffentlichkeitsarbeit, Lesungen, Zeitungen aufmerksam machen. All das kostet wieder Zeit und Kraft, und vielleicht sogar Geld. Ressourcen, die man vielleicht gerne in die Entwicklung des nächsten Buches gesteckt hätte.

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Diese Frage zu beantworten, ist also nicht ganz leicht. Wenn man mit seiner Geschichte den richtigen Zeitgeist trifft, eine Fanbase hat und die Sache zum Selbstläufer mutiert, ist es vermutlich leichter als sein unbekanntes Werk immer und immer wieder anpreisen zu müssen. Ein Fünkchen Glück braucht es vielleicht auch.

Welche Medien durchforsten Sie vor dem Bücher schreiben?

Bisher konnte ich im Internet die wenigen Dinge in Erfahrung bringen, die ich für meine Geschichten gebraucht habe. Das meiste entstammt allerdings tatsächlich meinem Kopf, denn ich möchte mich gar nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Manchmal brauche ich allerdings auch mal eine Straßenkarte oder nähere Informationen zu einem Beruf, damit die Geschichte greifbarer wird.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?

Da fragt Ihr vermutlich den Falschen, aber eine Antwort gebe ich trotzdem gerne. Ich gehe ganz gewöhnlich meiner Arbeit nach und kümmere mich natürlich um meine Familie. Und an einigen Abenden wird der Laptop eingeschaltet und an der aktuellen Geschichte weiter gesponnen. Das kann dann auch mal bis in die Nacht dauern, aber ich möchte schließlich weiterkommen.

Ob es eines Tages reichen wird, nur vom Schreiben zu leben, bezweifle ich, da muss man einfach realistisch bleiben. Aber ein Traum bleibt es trotzdem, und letztlich weiß man ja nie…

Wie machen Sie auf Ihre Werke im Web aufmerksam?

Meine erste Wahl fiel auf Facebook und da bin ich bis heute auch geblieben. Natürlich gibt es noch unzählige weitere Plattformen, die ich aber aus Zeitgründen nicht alle bedienen kann. FB alleine ist schon zeitintensiv, aber ich mache es gerne. Besonders schätze ich den direkt Kontakt zu den Lesern und auch zu anderen Autoren. Ich habe nun auch auf YouTube begonnen, aber vorerst nur mit einem Buchtrailer. Ob ich eines Tages auch Weblesungen und mehr anbiete, muss ich mal sehen.

Wo liegen Ihre Vorlieben als Buchautor bzw. als Leser? Welchem Genre kann man ihrem Buch zuordnen?

Ich habe mich schon der Belletristik verschrieben. Ich möchte Geschichten erzählen, ohne Fantasy, Mystik, Geschnörkel. Die Liebe spielt immer eine Rolle, wie sie es im Leben immer tut, aber auch reine Liebesromane, das wäre einfach nicht ich. Ich erzähle von einfachen Menschen, die Ungewöhnliches erleben, Dinge, die Dir und mir morgen passieren könnten.

Im Grunde ist dies auch mein liebstes Lesegenre, wobei allerdings HDR oder Harry Potter auch für mich Pflichtlektüre waren.

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Gab es eine Stelle, ein Kapitel oder einen Teil in ihrem Buch, welche Ihnen extrem schwer gefallen ist zu schreiben?

Liebesszenen, oder Pikanteres fallen mir erst nicht leicht, weil ich mir überlege, ob das wirklich in meinen Roman gehört. Aber auch das gehört zum Leben, und ja, dann muss ich es auch schreiben. Nach und nach fallen dann meine Hemmungen und es beginnt, Spaß zu machen.

Was aber am allerschwersten ist, ist immer der Anfang. Den habe ich schon Dutzende Male verändert oder komplett neu geschrieben. Man fragt sich oft, an welchem Punkt soll der Leser denn einsteigen?

Was macht ihr Buch zu etwas besonderem und Lohnenswert zu kaufen?

Das besondere an meinen Geschichten ist die Tatsache, dass sie außergewöhnlich sind. Ich überlege mir lange einen Plot, den es in der Form nicht einmal ansatzweise gibt. Ich suche das gewisse Alleinstellungsmerkmal, das mein Buch von anderen abheben soll. Zwei Menschen begegnen sich und verlieben sich – oder eine Frau wird getötet und ein Ermittlerpärchen kommt dem Mörder auf die Spur – das gab es doch alles schon hunderte Male. Ich möchte dem Leser – und auch mir – ein besonderes Erlebnis bieten.

Beschreiben Sie ihr Buch in einem Satz.

Kann ein Buch tatsächlich Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zusammenbringen und sie ermutigen, sich ihrem Leben zu stellen?

Wären Sie gerne mit dem Protagonist in ihrer Geschichte befreundet?

Ich denke, ich habe Christopher aus diesem Grund so interessant gestaltet. Er ist herzensgut, aber vor allem zu Beginn sticht seine mürrische Ader durch, er ist sarkastisch, ungewollt komisch. Ich mag solche Menschen, mit Ecken und Kanten.

Welche Ratschläge geben Sie jungen Autoren mit auf den Weg?

Schließe dich anderen Autoren an, frage, höre zu, lerne von ihnen. Wenn du den Mut und den Spaß am Schreiben hast und ein paar Ideen dein Eigen nennst, dann hör nicht damit auf. Lass dir vor allem niemals einreden, dass du es nicht kannst. Wenn Du es wirklich willst, dann kannst Du es auch schaffen. Niemand ist perfekt, aber was noch nicht gut läuft, kann man sich aneignen. Vielleicht ist am Anfang ein Webblog oder ähnliches das Richtige. Am Ende gibt es auch Dienstleister wie Lektoren, Korrektoren, oder eben einen Verlag, dem deine Geschichte gefällt. Auf irgendeinem Weg findet sie die Leser.

Die Kommentar-Frage für heute: Professionell oder Hobby: Merkt ihr ein Unterschied beim Lesen der Bücher dieser Autorengruppen?

1 Kommentar

  1. Anja Wiegelmann

    Hallo,
    ich finde man merkt keinen Unterschied. Wenn man mit Herzblut dabei ist – egal ob professionell oder Hobby – dann sind auch die Bücher gut.
    Lg Anja

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