Interview

Interview mit Matthias Arnold

Leo und die Abenteuermaschine Hörspiel Produzent

Für das gedruckte ReZensionÄr-Magazin zur Hörmich 2017 habe ich ein schönes Interview mit Matthias Arnold, dem Produzenten von Leo und die Abenteuermaschine geführt. Jetzt kannst du es hier auch Online lesen!

Benjamin: Hallo Matthias. Ich fange einfach mal ganz direkt mit der ersten Frage an – eigentlich eine totale Standardfrage – Wie bist du eigentlich dazu gekommen, Hörspiele zu machen.

Matthias: Mein Sohnemann, fünf Jahre alt, damals war er drei, hat Handpuppen bekommen zum Spielen. Die Handpuppen waren ein Löwe, eine Giraffe und eine Elefant. Der Löwe hieß Leo und hat meinem Sohn immer seine „Warum-Fragen“ beantwortet. Es machte mir viel Spaß, ihm die Welt mit Hilfe von Leo näher zu bringen. Irgendwann habe ich dann ganze Geschichten für ihn geschrieben. Und dann führte eins zum anderen und ich dachte mir: „Mach doch ein Hörspiel für alle Kinder“. Dann hab’ ich allen Mut zusammengenommen, bin ins Tonstudio gegangen und hab’ die erste CD aufgenommen.

„Ich lese meinem Großen immer die Geschichten vor. Was er nicht versteht wird geändert. Ihm müssen die Geschichten gefallen. Er ist also mein Testpublikum.“

Benjamin: Wie findet man eigentlich Sprecher für ein Hörspiel? Es gibt ja diverse Sprecherdatenbanken, aber die kann man ja nicht alle durchsuchen. Hattest du da Connections?

Matthias: Das ist wirklich, wirklich schwierig. Aber während meiner 15 Jahre beim Fernsehen, ich bin Editor, habe ich u.a. Charles Rettinghaus, die deutsche Stimme von Robert Downey Jr., bei einem Dreh kennen gelernt und mit Irina von Bentheim, die deutsche Stimme von Naomi Watts, habe ich auch einmal zusammen gearbeitet. Als ich anfing die Tonaufnahmen zu planen, habe ich die Beiden als erstes angerufen und sie waren beiden begeistert. Die restlichen Sprecher kamen u.a. über die Sprecherakademie in Berlin.

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Benjamin: Berlin und Hamburg sind ja eh so die zwei Hochburgen, was Hörspiel und Synchron angeht.

Matthias: Ja, in Berlin gibt es wirklich tolle Sprecher und wenn man von Leo erzählt, machen viele begeistert mit. Die Sprecher erwecken meine Geschichten zum Leben und ich kann mich nicht genug dafür bedanken. Jeder macht einen tollen Job.

Benjamin: Wie kommt das Hörspiel eigentlich vom Tonstudio in den Handel?

Matthias: Am Anfang nehme ich drei bis vier Tage am Stück auf, wirklich sechs, sieben Stunden am Tag. Dann bekomme ich Gigabytes an Audiosamples vom Studio und schneide das Hörspiel zu Hause, das dauert dann zwei bis drei Wochen. Wenn dann alles fertig ist, höre ich das Hörspiel noch X mal durch, bis alles perfekt ist. Dann geht es ins Presswerk. Die schicken mir dann die CDs nach Hause. Das Marketing nimmt dann nochmal einen Monat in Anspruch, erst dann ist der Veröffentlichungstermin.

Benjamin: Gab es schon einmal Kritik, die dich entmutigt hat?

Matthias: Ich muss sagen, dass die Kritiken zu Leo alle überwiegend positiv sind. Ich habe bisher keinen Verriss gelesen. Kleinere Kritikpunkte hier und da sind nicht schlimm. Natürlich bin ich dann etwas traurig, aber eigentlich sage ich mir dann immer „Ich mach’s beim nächsten mal einfach noch besser“.

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Benjamin: Du hast eben schon erwähnt, dass du einen Sohn hast. Ist der sozusagen die letzte Instanz bei den Hörspielen?

Matthias: Ich hab’ sogar zwei Söhne, und eigentlich sind die beiden die erste Instanz. Ich lese meinem Großen immer die Geschichten vor. Was er nicht versteht wird geändert. Ihm müssen die Geschichten gefallen. Er ist also mein Testpublikum. Im Endeffekt ist es ein Hörspiel für Kinder – da hat dann auch ein Kind das letzte Wort.

Benjamin: Wie passt das Hörspiele produzieren mit deinem Haupt-Job zusammen? Gibt es da zeitliche Probleme?

Matthias: Oh ja – mein Tagesablauf ist: 07:30 aufstehen und die Kinder in die Kita bringen, danach gehe ich bis 18 Uhr auf die Arbeit, bis 20 Uhr werden dann die Kinder ins Bett gebracht und von 21 Uhr bis bis 1 Uhr wird dann an Leo gearbeitet. So geht das jetzt seit circa einem Jahr. Der Tag hat leider nicht genug Stunden. Deshalb fange ich jetzt an, einzelne Arbeitsabschnitte, wie das Abmischen, auszusourcen.

Leo und die Abenteuermaschine (1)

Benjamin: Meinst du deine Hörspiele könnte irgendwann finanziell so erfolgreich werden, dass du davon leben kannst?

Matthias: Als erstes ist es mir wichtig, dass meine Kinder und ich Spaß an Leo haben. Und dann so viel wie möglich andere Kinder Leo gerne hören. Aber ich gebe schon zu, es wäre auch toll, wenn man davon leben könnte. So das man in Ruhe weiter schreiben und produzieren kann. Darauf arbeite ich hin, es ist aber ein sehr langer und steiniger Weg.

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Benjamin: Was für Hörspiele hörst du eigentlich selber gerne?

Matthias: Ich bin ein riesiger Hörspiel-Fan. Eigentlichhöre ich täglich Hörspiele. Zum Beispiel „End of Time“ fand ich sehr gut, Herr Döring ist halt einfach grandios. „Monster 1984“ fand ich auch wirklich super – eine echte Perle. Und für meinen Sohn kaufe ich natürlich die „Fünf Freunde“.

Rezension: Leo und die Abenteuermaschine (2)

Benjamin: Was planst du denn in nächster Zeit mit Leo?

Matthias: Viel. Erst einmal wird es vier neue CDs geben. Die Abenteuermaschine wird sich grundlegend ändern. Die Geschichten werden länger werden, spannender und witziger. Die Abenteueruhr wird jetzt eine Art Sidekick für Leo – das ist dann wie ein altes Ehepaar. Dann befindet sich auch noch ein Leo-Kinderbuch in Produktion. Ich freue mich sehr darauf.
So, zum Abschluss möchte ich mich auch noch bei dir (Benjamin) bedanken, weil du wirklich von Anfang an dabei bist, vielen Dank für die Unterstützung. Ich freue mich schon, dich auf der Hörmich kennen zu lernen.

Benjamin: Danke auch an dich, immerhin kriege ich kostenlose Hörspiele und ein nettes Interview von dir. Wir sehen uns dann auf der Hörmich.

2 Kommentare

  1. Ich finde die Geschichten von Leo alle toll. Mir gefällt Charles Rettinghaus als Papa Löwe nicht so gut aber die Erzählerin (Name vergessen: Check) ist um so großartiger

    • Benjamin Kalt

      Ich fand Charles Rettinghaus als Papa ziemlich gut. Da sieht man mal, wie sich die Meinungen unterscheiden. 😉 Die Geschichten finde ich aber, genau wie du, alle echt toll. 🙂

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