Hörspiel Kati & Azuro

Kati & Azuro (10) – Der Fall „Georgie“

Kati und Azuro Folge 10 Der Fall Georgie Cover HS

Serie: Kati & Azuro | Folge: 10 | Titel: Der Fall „Georgie“  | Spielzeit: Unbekannt | Label: EUROPA | Erscheinungsdatum: 17.07.2015 | Dieses Hörspiel kaufen: Hier

Und da ist dann auch schon die nächste Folge der ‚Kati & Azuro‘ Pferdehörspielserie. Der Titel ‚Der Fall Georgie‘ klingt schon wirklich sehr spannend, aber kann die Geschichte ihrem Titel gerecht werden? Das kläre ich in dieser Rezension!

Story

Kati stellt ihrer Freundin Cleo einen ihrer freunde vor: Julian. Dieser ist blind, ist aber dennoch ein sehr guter Dressurreiter. Er reitet Georgie, das namensgebende Pferd. Doch nach einer beliebten Gala passiert etwas schreckliches: Georgie wird entführt, und den Besitzer, ein bekannter Geschäftsmann, erreicht eine Lösegeldforderung. Cleo und Kati beginnen zu ermitteln, und machen eine schreckliche Entdeckung!

Cleo und Kati spielen also mal wieder Detektiv. Ich persönlich finde das wirklich schön, dass hiermit zwei Genres genau genommen verbunden werden. Die Komplexität eines Edgar Wallace Krimis hat die Detektivgeschichte nicht, und mir war von Anfang an klar, wer Georgies Entführer war, doch die Fusion der beiden Genres konnte mich überzeugen und die Geschichte unterhalten.

Von Zeit zu Zeit, und besonders in einer bestimmten Szene, kommt außerdem sehr viel Spannung auf. Erzählerisch gefiel mir die Geschichte wirklich sehr gut, und vor allem die mal lockeren und mal total ernsten und vor allem langen Dialoge konnten mich wieder überzeugen, wobei in diesen Aspekten Folge 8 von Kati & Azuro ungeschlagen ist, wo ich in einer Szene fast schluchzen musste. Dennoch ist das Gesamtbild dieser Folge wieder ein sehr gutes, auch wenn ich einige Punkte zu bemängeln habe.

Ein mal hätten wir da natürlich das Problem, dass das Ende viel zu vorhersehbar ist. Ironischerweise kam dadurch irgendwie nochmal zusätzlich Spannung auf, weil ich mir mehr als ein mal dachte „So offensichtlich kann das doch nicht sein“. War es aber. Und das ist wirklich schade. Ein zweiter Verdächtiger hätte der Geschichte wirklich gut getan. Ein Spannungsdämpter war da nochmal zusätzlich der Erzähler, der Spannung so überhaupt nicht rüber bringen konnte.

Auch interessant:  TKKG (14) - Der Schlangenmensch

Außerdem hat mich gestört und gleichzeitig erfreut, dass manchmal (vage) Andeutungen gemacht wurden, nach denen sich Kati in den blinden Julian verliebt. Und warum hat mich das nun gefreut? Ich finde Freundschaft kann so viel spannender, schöner und interessanter sein als eine Beziehung, zumindest in Hörspielen und wenn es gerade nicht um mich geht. 😉

Und da habe ich auch direkt wieder einen wirklich wichtigen Punkt sehr beiläufig genannt: Julian ist blind. Und das wird in die Geschichte öfters eingebaut, und zwar nicht in der typischen Mitleidsnummer. Julian ist ein sehr selbstsicherer und unglaublich sympatischer Charakter, der mit seinem Handicap offen umgeht und damit zu leben weiß. Er kann trotz der Behinderung sehr gut reiten und orientiert sich an seinem Gehör, und kann Kati und Cleo öfters näher bringen, wie er als blinder sich so fühlt.

Die zehnte Folge von Kati und Azuro ist eine leider etwas zu einfache und vorhersehbare Geschichte mit tollen Charakteren und sehr guten Dialogen.

Sprecher

Pastor Fletscher? Offensichtlich ja. Denn Dr. Nepper wird von Achim Schülke gesprochen, der vielen auch als Reverend Fletscher aus der Fünf Freunde Hörspielserie bekannt sein dürfte, auch wenn er diese Rolle laut Sprecherdatenbank nur in einer einzigen Folge verkörperte. Komisch. Ich kann mich auch noch an einen Auftritt in der Folge „…und das gefährliche Antoniusfeuer“ erinnern. Dennoch mag ich seine Stimme sehr gerne, und auch sein Auftritt bei Kati & Azuro hat mir gefallen. Kati und Cleos Stimmen sagen mir immer noch sehr zu, ich kann die beiden perfekt auseinander halten.

Auch interessant:  Star Wars™ - Nachspiel - Chuck Wendig

Ein besonderes Lob möchte ich Tammo Kaulbarsch aussprechen, der die Rolle des Julian wirklich sehr authentisch, locker und sympatisch gesprochen hat. Holger Mahlich hat in diesem Hörspiel Egon Bierlein, einen Polizisten gesprochen. Mit dem Sprechen von Kommissaren hat Holger Mahlich ja nun schon lange Erfahrung, immerhin spricht er seit Folge 69 den Inspektor Cotta in der Serie „Die drei ???“.

Musik

Die musikalische Untermalung hat sich gegenüber der vorigen Folgen nicht wirklich verändert. Das Titellied ist immer noch unmelodisch und gefällt mir nicht besonders, die Zwischenmusik ist größtenteils auf einer akustischen Gitarre gespielt worden, wobei ein Lied fast 1 zu 1 wie der Anfang von „Do kanns Zaubre“ klingt. Zum Vergleich: Hier (leider nur eine Live-Version)

Die Lieder fügen sich alle gut ins Geschehen ein, einen Ohrwurm erzeugt aber keins von ihnen. Den einzigen Ohrwurm den ich jetzt habe ist „Do kanns Zaubre“ von BAP. Na toll! 😀 Die orchestrale anmutenden Stücke in den spannenderen Szenen gefielen mir nicht besonders gut, hier hätte man lieber auf eines der bereits bestehenden orchestralen Stücke von EUROPA zurück greifen sollen.

Effekte

In dieser Rubrik hatte ich bei dieser Hörspielserie eigentlich noch nie etwas zu meckern: Die Pferde wiehern wie immer, man hört die Hufe auf dem Boden und auch die Schritte der Menschen. Das Auto erklingt im Hintergrund, alles Top. Ein paar Sachen, die ich woanders schon gehört habe, z.B. dass in Innenräumen eine Uhr tickt oder ähnliches habe ich nicht gehört, aber auch nicht vermisst. Das sind Details und gleichzeitig meckern auf höchstem Niveau.

Auch interessant:  Leo und die Abenteuermaschine (1)

Cover&Design

Das Cover zeigt Kati, Cleo, Julian, Azuro und Dave. Die Szene ist eine im Hörspiel wirklich entscheidende und sieht auch recht spannend aus, wobei das Licht und die daraus entstehende Verdunkelung an der Position wo Julian steht, was wohl ‚gruselig‘ aussehen soll, ein wenig wie „Gewollt, aber nicht gekonnt“ rüber kommt. Alle drei Menschen gucken übrigens mal wieder ziemlich doof, scheint so eine Art Kult bei den Kati & Azuro Covern zu sein. Am unteren Rand findet sich eine Reitkappe und ein Turnierabzeichen.

Julian, der gerade die Brücke betritt, kommt mir ehrlich gesagt, trotz der recht gefährlichen Szene, zu hilflos vor. Im ganzen Hörspiel wurde zwar immer wieder betont, dass er auch mal Hilfe braucht, er aber gleichzeitig sehr selbstständig und selbstbewusst ist, was das Cover meiner Meinung nach nicht perfekt einfangen kann.

Im Inlay findet sich wieder Werbung für einen Mädchenblog: Immer noch nichts für mich, für die Hauptzuhörerschaft aber vielleicht schon. EUROPA sollte sich mal überlegen, eine Extra ReZensionÄr-Edition ohne Girlie-Inlay und mit intelligent guckenden Leuten auf dem Cover herzustellen, mit einer Auflage von 1. 😉

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.