Hörspiel Ostwind

Ostwind (1) – Zusammen sind wir frei

ostwind hörspiel cover hd

Serie: Ostwind | Folge: 1 | Titel: Zusammen sind wir frei | Spielzeit: 80 Minuten | Label: der Hörverlag, AliasEntertainment | Erscheinungsdatum: 25.03.2013 | Dieses Hörspiel kaufen: Hier

 

Bei vielen Mädchen-Pferde-Filmen, -Büchern oder -Hörspielen läuft der Eimer voll mit dem Kitsch ziemlich über. Aus diesem Grund bin ich mit nicht besonders hohen Erwartungen an das Filmhörspiel Ostwind ran gegangen, obwohl viele Mädchen in meinem Umfeld den Film als sehr schön und vor allem traurig empfunden haben. Und um das Fazit mal vorweg zu nehmen: Der Kitsch hält sich hier wirklich in Grenzen! Sogar auf eine schnulzige Liebesbeziehung zwischen der Hauptperson Mika und dem Stallburschen Sam wurde verzichtet, was ich persönlich sehr begrüße. So, aber jetzt beginnen wir mal endlich mit der eigentlichen Rezension!

Story

Mika möchte mit einer Schulfreunden ans Meer fahren. Doch auf Grund ihres schlechten Zeugnisses kippen Mikas Eltern dieses Vorhaben und schicken sie stattdessen zu ihrer Oma aufs Land. Dort angekommen bemerkt sie, dass ihre Oma wohl einmal eine sehr begabte Reiterin gewesen sein musste. Mika selbst hat mit Pferden nichts am Hut, was sich abrupt ändert, als sie sich mit dem schwierigsten und „gefährlichsten“ Pferd des Hofes – Ostwind – anfreundet. Die Leute sind (in typischer Film-Manier) zu doof zu verstehen, dass zwischen den beiden „etwas läuft“ und versuchen Mika von dem schwarzen Hengst fern zu halten. Bald wird auch ein Turnier ins Gespräch gebracht, und außerdem soll Ostwind ein schreckliches Schicksal ereilen!

So, nach der vielleicht ein wenig zu dramatisch geratenen Zusammenfassung kommen wir mal zu meiner Meinung: Die Geschichte ist vielleicht nichts besonders komplex, aber wir sind hier ja auch nicht bei Stephen King sondern in einem Kinder bzw. Jugend-Hörspiel. Dennoch ist sie unterhaltsam und hat bei mir mehrfach Gänsehaut hervorgerufen, was schon eine ziemliche Leistung ist! 😉 Aber natürlich ist auch dieses Hörspiel nicht perfekt, und auch an der Geschichte sind mir einige Ungereimtheiten aufgefallen. Der erste Kritikpunkt, der mir besonders in den Anfangsminuten aufgefallen ist, behandelt die Szenenwechsel. Für mich war es mehrfach nicht auf Anhieb erkennbar, wo die Szene jetzt eigentlich spielt. Und auch die eigentlich sehr gute Erzählerin formuliert manchmal ein wenig unglücklich: Einmal spricht sie von einem „dampfenden Teller“, was man nun im allgemeinen Sprachgebrauch eigentlich auch so sagt, dennoch bin ich irgendwie darüber gestolpert, vielleicht weil anfangs nicht klar war, was nun eigentlich auf diesen Tellern ist. „[…] stößt sie auf Empfang“ – Ich glaube hierzu muss ich nichts mehr sagen, das klingt einfach so falsch wie nichts anderes. Achja, und liebe Erzählerin: Die Dinger heißen Reithosen, nicht Reiterhosen!

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Abgesehen von diesen Kritikpunkten und einer kleinen Ungereimtheit, die sich bei genauerem nachdenken in Luft ausgelöst hat, bietet Ostwind eine wirklich tolle, zeitweise spannende, zeitweise traurige und manchmal auch einfach nur wunderschöne Geschichte und Atmosphäre. Und in dieses recht positive Bild reihen sich bei mir auch die Charaktere ein: Mika, die eigentlich nichts von Pferden hält, aber zu Ostwind eine Art magische Verbindung aufbauen kann, ist das typische Stadtmädchen, das sich auf dem Land erstmal unwohl fühlt. Ein schöner Hauptcharakter! Sam, der Stallbursche mutiert im Laufe der Geschichte zu einer guten Freundin von Mika. Man erfährt nicht besonders viel über ihn, sympatisch war er mir (besonders in den letzten 45 Minuten der Geschichte) aber trotzdem. Die Großmutter von Mika mit ihrem hass auf Ostwind ist wirklich authentisch, auch wenn sie beim rumschreien zeitweise etwas komisch klingt. Und dann kommen wir zu Michelle, Mikas Erzfeindin: Was habe ich diese miese F**** (tut mir Leid.. :D) gehasst! Irgendwie hat sie mich später ein bisschen an Sebulba aus Star Wars, ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen. Hiermit wurde eine tolle Antagonistin geschaffen, auf die der Hörer wirklich einen Groll hegt. Wobei ich hier eine Sache noch erwähnen muss: Die „Sache“ mit dem Turnier war ja doch schon ziemlich vorhersehbar, so wie sich Michelle von Anfang an aufgeführt hat!

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Mein Fazit zur Story ist folgendes: Ostwind, ob nun als Hörspiel, Buch oder Film ist wohl ein Muss für alle (pferdebegeisterten) Mädchen und auch Jungen, die auf den typischen Kitsch vieler anderer Pferde-Filme verzichten können und packende Geschichten mit Gänsehaut mögen. Für die, die über die kleinen Schwächen der Hörspielumsetzung hinweg sehen können, ist diese CD wahrscheinlich genau das richtige.

Sprecher

Da es sich bei diesem Filmhörspiel – genau wie bei dem Film selbst – um eine deutsche Produktion handelt, werden die Stimmen der Schauspieler aus dem Film für das Hörspiel verwendet. Und das merkt man. Erstens fällt auf, dass es sich nicht um ein Hörspiel mit geschriebenem Skript handelt, sondern das die Stimmen aus einem Film stammen und die Erzählerin dadurch deutlich mehr beschreiben muss, wie bei einer „normalen“ Hörspielproduktion. Außerdem fällt – entgegen zu anderen Filmhörspielen auf – dass die Stimmen von den Darstellern und nicht von irgendwelchen Synchronsprechern stammen. Besonders Hanna Bine, die Sprecherin von Mika, spricht manchmal ziemlich undeutlich. Es handelt sich eben um während des Drehs aufgenommene Sprache, und nicht auf Perfektion gedrillte Einsprachen in einem Synchron- oder Hörspielstudio. Hannahs Stimme ist auf jeden Fall anders, als die meisten Ponyhof-Film Stimmen. Sie schlägt manchmal auch etwas tiefere Töne an und kommt sehr frech rüber. Auch Sam, Mikas Großmutter und die anderen Stimmen konnten mich von der Schauspielerischen Leistung überzeugen, auch wenn alle von Zeit zu Zeit etwas undeutlich sprachen. Einzig Hannahs Lehrer sprach mir viel zu aufgesetzt, mit seiner Stimme konnte ich einfach nicht warm werden. Eine bedeutende Rolle spielt dieser Charakter aber nicht unbedingt. Besonderes Lob gebührt der Erzählerin Cornelia Dörr, die der Stimmung entsprechend toll ihre Stimmlage verändert und die Geschichte wirklich toll erzählt!

Musik

Der Soundtrack des Hörspiels ist fast ausschließlich orchestral arrangiert, wird aber leider nur sehr kurz ausgespielt, zu kurz, um die Melodie deutlich erkennen zu können. Dadurch bleibt keines der Stücke wirklich hängen. Während Mika von Herr Kaan trainiert wird, werden auch Vocal-Stücke gespielt, leider aber auch nur im Hintergrund. Was ich aber raus hören konnte, gefiel mir eigentlich ganz gut. Zum Schluss wird nochmal ein Lied gespielt, was leider aber auch schon nach einigen Sekunden ausgeblendet wird.

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Da man von der Musik leider nicht besonders viel hören konnte, kann ich hier keine überragende Wertung abgeben. Doch das was ich gehört habe gefiel mir meist ganz gut, deshalb bleiben wir hier im soliden Bereich.

Effekte

Wie bei den Stimmen sind auch die Geräusche aus dem Film übernommen worden. Man merkt, dass die Sounds nicht aus einem Hörspiel stammen, sondern praktisch „live“ vom Dreh sind. (Zumindest größtenteils). Ehrlich gesagt hatte ich auch nicht besonders viel Zeit den Effekten zu lauschen, da ich auf die Geschichte geachtet habe. Da mir also nichts wirklich negativ aufgefallen ist, gibt es auch hier wieder eine gute Wertung!

Cover&Design

Auf dem Cover sieht man Mika und Ostwind, im Hintergrund den blauen Himmel und einen verirrten Baum. Die Rückseite der CD wird von Fotos aus dem Film und einer Zusammenfassung der Geschichte geziert. Innen sieht man ein paar schöne Logos am unteren Rand und findet die Sprecherliste. Wenn man das Coverblättchen aufschlägt, lächelt einem Hanna Binke entgegen. Dort sind nämlich noch ein paar Film-Fotos abgedruckt.

Ich persönlich bin geteilter Meinung, was das Cover betrifft. Mika und Ostwind sehen beide toll aus, 3 Augen starren einen vom Cover aus an. Hanna hat übrigens sehr schöne blaue Augen… *Schwärm* 😉 Allerdings ist mit Reiter und Pferd der Hauptbestandteil des Bildes auf der linken Seite, der Titel inklusive Untertitel sind aber mittig angeordnet. Und das stört mich irgendwie. Vielleicht habe ich aber auch einfach ’nen Knall, immerhin kenne ich mit nicht Kunst nicht unbedingt gut aus!

 

1 Kommentar

  1. Na endlich, man kann auf meinem Blog kommentieren! Und Schuld war nichts geringeres als „Antispam Bee“.. :/

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