Ferdinand Balzac Hörspiel

Rezension: Ferdinand Balzac, Privatdetektiv (1) – Das neunte Kind

Foto von Ferdinand Balzac, Privatdetektiv (1) - Das neunte Kind
Cover von Ferdinand Balzac, Privatdetektiv (1) - Das neunte Kind

Ferdinand Balzac, Privatdetektiv (1) – Das neunte Kind

Serie: Ferdinand Balzac, Privatdetektiv | Folge: 1 | Spielzeit: ca. 70 Minuten | Label: SilberZunge Audio | Erscheinungsdatum: 12.05.2017 | Dieses Hörspiel kaufen: CD (Amazon)* | CD (SilberZunge Shop) | Download (SilberZunge Shop)

 

Das ganz neue Hörspiellabel SilberZunge Audio geht mit einer neuen Hörspielserie an den Start: Ferdinand Balzac, Privatdetektiv. Die erste Folge ist bereits auf CD und als Download erschienen, die Folgen zwei und drei sind bereits angekündigt. Ich habe mir die neue Produktion mal genauer angesehen.

Story

 

In München verschwinden Kinder, doch die Polizei bringt die Geschehnisse nicht an die Öffentlichkeit und scheint keinen sinnvollen Ermittlungsansatz zu haben. Ein betroffener Vater wendet sich an Ferdinand Balzac, und der kann schon sehr bald den entscheidenden Zusammenhang zwischen den verschwundenen Kindern erkennen: Alle wurden an einem Freitag, den 13. geboren.

Die Geschichte von Ferdinand Balzac, Privatdetektiv (1) – Das neunte Kind ist überraschend unaufgeregt, ruhig und logisch. Sie verläuft schon fast übertrieben linear und ist sehr unkomplex. Besonders dank der aktuell sehr beliebten Fantasy-Hörspiele, die sich gegenseitig mit Effekten, komplexen Stories und haarsträubenden Antagonisten überbieten wollen, ist das eine wirklich tolle Abwechslung.

Die Erzählweise hat mir gut gefallen, die Charaktere wurden toll etabliert und sind mir größtenteils auch sympathisch. Die Geschichte wird von Ferdinand Balzac einer Biografin erzählt, doch das dient leider nur als Aufhänger – in der „tatsächlichen“ Geschichte tritt ein anderer Erzähler auf, wenn auch nur sehr selten. Das hätte man irgendwie konsequenter lösen können, indem man komplett auf einen Erzähler verzichtet (in dieser Folge war er echt nicht nötig) oder indem man den alten Balzac die Geschichte selbst erzählen lässt.

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Abgesehen von Balzac spielen seine Assistentin, eine alte Freundin, die sich mit Übernatürlichem auskennt und Kriminalhauptkomissar de la Croix eine wichtige Rolle. Ob nur durch die eigentlich sehr stereotypen Charaktere oder auch durch die ruhige Story: Ferdinand Balzac, Privatdetektiv (1) – Das neunte Kind hat einen grandiosen Charme, der mich irgendwie an Geschichten aus England von vor 80 Jahren erinnert. Und das trotz moderner Erfindungen wie Smartphones oder Helikoptern.

Sprecher

 

Die drei Gründer des produzierenden Labels SilberZunge Audio sind selbst ausgebildete Sprecher und übernehmen die wichtigsten Rollen in diesem Hörspiel. Das Ensemble besteht fast ausschließlich aus sehr unverbrauchten Sprechern, die ihre Rolle aber (fast immer) sehr gut gespielt haben.

Nicht gefallen hat mir allerdings Konrad Adams, der die Rolle des Hauptkommissars spricht. Er mag zwar an sich eine ganz schöne Stimme haben, allerdings passt die Rolle des Kommissars einfach überhaupt nicht zu ihm. Außerdem jagt es mir jedes mal einen Schauer über den Rücken, wenn er einen S-Laut ausspricht. Sehr unschön.

Klaus Götsch als Luzifers Diener fand ich persönlich auch eher unpassend, irgendwie fand ich seine Darbietung eher lächerlich (Ich becher‘ mich weg, Barkeeper hau raus was in deinen Fässern steckt^^) als authentisch.

Alles in allem sind die wichtigen Charaktere in Ferdinand Balzac, Privatdetektiv (1) – Das neunte Kind allerdings passend besetzt, abgesehen von Hauptkommissar de la Croix.

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Musik & Effekte

 

Die Musik in der ersten Folge von Ferdinand Balzac hat mir gut gefallen und sie trägt einen großen Teil zum tollen Charme der Serie bei. Es wurde auf wenige, klassische Instrumente und sehr einfache melodische Abfolgen gesetzt, eigentlich handelt es sich schon eher um Jingles, als um Stücke. Für meinen Geschmack haben die einzelnen Jingles sich etwas zu oft wiederholt.

Mit den Effekten ist es etwa anders, diese werden nämlich nur recht selten eingesetzt, was ich ziemlich schade fand, da die vorhandenen Effekte wirklich toll waren. Besonders das knisternde Feuer in einigen Räumen ist mir im Gedächtnis geblieben.

Cover & Design

 

Ich falle direkt mit der Tür ins Haus: Das Cover gefällt mir nicht. Es ist für meinen Geschmack zu schlicht, die Schriftart des Folgentitels sieht wie der erstbeste Font aus, den man in Word verwenden kann und die Flammen wirken unecht und deplatziert, wie von einer Stock Footage Plattform oder so.

Außerdem finde ich die Stimmung des Covers irgendwie zu Fantasy-mäßig, wobei ich ja eben das realistische (mit einer Priese Mystery) an diesem Hörspiel geschätzt habe.

Wie das Inlay der CD aussieht kann ich nicht beurteilen, ich habe hier nur die Download-Fassung vorliegen. Sollte sich das noch ändern, ergänze ich diesen Artikel natürlich.

2 Kommentare

  1. Konnte mit dem Hörspiel nicht so viel anfangen. Da ist noch ordentlich Luft nach oben

    • Benjamin Kalt

      Ja, Luft nach oben ist da definitiv. Aber es ist halt nun mal die allererste Produktion des Labels – und wie schon geschrieben – die Idee und den Charme finde ich schon mal echt toll. 🙂

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