Buch Chuck Wendig Science-Fiction Star Wars Z Blanvalet

Star Wars™ – Nachspiel – Chuck Wendig

Star Wars™ - Nachspiel -Chuck Wendig

Star Wars™ – Nachspiel -Chuck Wendig

Titel: Star Wars™ – Nachspiel | Band: 1 | Autor: Chuck Wendig | Seitenzahl: 477 Seiten | Verlag: blanvalet (Verlagsgruppe Random House) | Erscheinungsdatum: 18.04.2016 | Dieses Buch kaufen: Hier

 

Die bisherigen Rezensionen zu Nachspiel lassen sich eigentlich in zwei verschiedene Standpunkte unterteilen: „Mal was anderes“ und „So ein Scheiß!“. Ich teile irgendwie keine der beiden Meinungen so wirklich. Ja, Story und Schreibstil sind beide nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, und wenn jemand in seiner Kritik schreibt, die Story wäre „belanglos“ ist das irgendwie auch nicht ganz falsch, aber ich habe teils andere Kritikpunkte und durchaus auch positive Aspekte finden können.

Story

Das Imperium ist stark geschwächt. Der zweite Todesstern ist durch einen Angriff der Rebellen zerstört worden, Darth Vader und der Imperator sind tot. Es formiert sich eine Neue Republik, die versucht, die Galaxis in einer Demokratie zusammen zu führen. Doch der Krieg ist nicht vorbei, und bei einer Aufklärungsmission wird Wedge Antilles von Rae Sloane, einer imperialen Kommandantin, gefangen genommen….

In der englischen Original-Fassung wird das Buch als Teil einer Reihe namens „Journey to Star Wars: The Force Awakens“, zu Deutsch „Reise zu Star Wars: Das Erwachen der Macht“, geführt. Ich muss ehrlich sagen: Davon habe ich hier nichts mitbekommen. Die Story spielt völlig abseits der Handlungen der Episoden Sechs und Sieben, die meisten Charaktere kannte man auch nicht und Fragen über die Erste Ordnung oder die Ritter von Ren wurden nicht beantwortet.

Dann wurde auch noch in einem kurzen Kapitel der zweite Teil der Nachspiel-Serie angeteasert, in dem Chewie und Han Solo offenbar versuchen werden, Kashyyyk zu befreien. Dieses Kapitel war in keinster Weise mit der Handlung dieses ersten Bandes verbunden und passte so überhaupt nicht in die Handlung rein. Hoffen wir mal, dass in den nächsten Bänden der Titel „Journey to Star Wars: The Force Awakens“ etwas ernster genommen wird…

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Doch nun mal zu dem, was in dem Buch drin war; und weg von dem, was nicht drin war: Die eigentliche Story ist… Mäßig spannend. Es werden ein paar neue Planeten eingeführt, neue Charaktere erscheinen, und es wurden erste Einblicke in das Tun der Neuen Republik gewährt, die in der siebten Episode ja nur beiläufig erwähnt wurde. Dadurch, dass es absolut keinen Zusammenhang zu anderen, mir bekannten Star Wars Medien gibt, hat mich die Geschichte aber nicht wirklich fesseln können. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, war ich zwar nicht enttäuscht, und auch während des Lesens war ich nicht gelangweilt, doch unterm Strich denke ich, dass die Geschichte nur dadurch gerettet wurde, dass Star Wars nun mal eben geil ist.

Übrigens: Sturmtruppler sind in Nachspiel noch dümmer als sonst. Dann, wenn es gerade mal in die Story passt, stellen sie aber eine Gefahr dar.

Insgesamt ist die Geschichte auf keinen Fall schlecht, eine gute Star Wars Story ist es aber auch nicht. Zu wenig neue Infos, die Episode Sieben deutlicher erklären, zu wenige Verbindungen mit der Original- und der Prequel-Trilogie. Sollte dieser Band eine Einleitung sein, und sollten viele Dinge in den nächsten Teilen klarer werden, und sollten mehr Verbindungen hergestellt werden, würde mich das freuen. Wenn dies der Fall wäre, würde es sich hierbei aber um eine sehr ausführliche und langwierige Einleitung handeln.

Schreibstil

Chuck wendig mag kurze Sätze. Eine verschachtelte Schreibweise kann man ihm daher schwer vorwerfen. Manchmal. hätte ich mir das allerdings gewünscht. Für Dinge, die man gut in einem einzelnen Satz hätte beschreiben können, sind in Nachspiel in drei Sätze aufgeteilt. Ich muss allerdings ehrlich sagen, dass mich das beim Lesen an sich nicht einmal so stark gestört hat. Es ist mir aufgefallen, ja, aber ich habe mich jetzt nicht ewig daran aufgehalten.

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Dennoch gefällt mir die Schreibweise von Star Wars Büchern der Autoren John Jackson Miller oder James Luceno deutlich besser. Eine Sache muss ich Chuck Wendig allerdings zu Gute halten: Er hat es mehrfach geschafft, dass sich einzelne Szenen wie eine Art „Video“ vor meinem geistigen Auge abgespielt haben, und ich mir vieles gut vorstellen konnte. Zumindest die Dinge, die ich bereits aus den Filmen kannte, die Innenräume der Sternenzerstörer zum Beispiel.

Die Planeten, die mir nicht bekannt waren, Akiva zum Beispiel, hat er aber meiner Meinung nach nicht ausreichend beschrieben. Würde mich nach dem Lesen jemand Fragen, ob Akiva ein Sand-, Eis- oder ein gemäßigter Planet ist: Ich hätte absolut keine Ahnung. Auch die Beschreibungen der Charaktere kamen mir zu kurz.

Charaktere

Und da habe ich bereits ein weiteres, heikles Thema angesprochen: Finn aus Das Erwachen der Macht ist schwarz. Und Poe aus demselben Film angeblich schwul. Diese „Political Correctness“ hat sich Wendig wohl zum Vorbild genommen: So ist hier einer der Hauptcharaktere, ein Imperialer, Schwul, zwei Tanten eines anderen Hauptcharakters sind lesbisch, Protagonist und Antagonist sind beide weiblich usw.. An sich finde ich es ja gut, wenn solche Gruppen in Bücher, Filme oder Spiele sinnvoll integriert wurden. Doch wirklich zur Story gepasst hat eigentlich nur die Homosexualität des Imperialen, der Rest war einfach total austauschbar.

Ganz allgemein finde ich diesen „Trend“ ja wirklich in Ordnung. Doch verliert dies nicht irgendwie seinen Grundsatz, wenn immer und überall, an jeder Ecke, darauf hingewiesen wird, dass der doch schwul ist, dass die beiden lesbisch sind – ach ja, und Kylo Ren ist transsexuell, oder…? Der Sinn von solchen Integrationen sollte doch nicht sein, die Charaktere darauf zu reduzieren, welche Sexualität oder Hautfarbe sie haben. Damit wird wieder das hervorgehoben, was für viele eine Selbstverständlichkeit ist.

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Ansonsten waren ein paar Charaktere ganz gut ausgearbeitet, wegen mangelnder Beschreibung konnte ich mir niemanden aber so genau vorstellen. Klar, eine Zabrak hat Hörner auf dem Kopf, aber allein durch die Angabe der Rasse kann ich mir doch kein ausführliches Bild von einem Charakter machen.

Cover&Design

Ja, das Cover ist irgendwie fast das, was mir am Besten gefallen hat. Es ist irgendwie kein typisches Star Wars Cover… Es fehlen Jedi, Sith, Lichtschwerter, Sturmtruppler, Blaster oder sonst was. Dadurch ist das Cover ein bisschen Nichts-aussagend, doch gleichzeitig frage ich mich: Was hätte man sonst auf das Cover packen sollen? Alle Hauptcharaktere? Dann müsste man sich auch noch Gedanken machen, wie man schnell ein paar neue Figuren erfindet und zeichnet. Und da der Cast völlig neu ist, würden die Charaktere auch keine Käufer locken.

Daher finde ich die Lösung mit dem Todesstern eigentlich sehr gut gelungen. Das Zusammenspiel von Blau, Rot und Weiß gefällt mir ausgesprochen gut, und das „schiefe“ Star Wars Logo ist ein gutes Alleinstellungsmerkmal. Doch warum ist dieses Buch höher als alle anderen, mir bekannten, Star Wars Bücher. Es passt einfach überhaupt nicht in die Reihe rein. Schade, dass hier das „alte“ Format nicht beibehalten wurde!

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  1. Pingback: Rezension: Star Wars™ - Eine neue Dämmerung - John Jackson Miller

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