Hörspiel Terra Mortis

Terra Mortis (1) – Stadien des Verfalls

Terra Mortis Folge 1 Stadien des Verfalls Cover HD

Serie: Terra Mortis | Folge: 1 | Titel: Stadien des Verfalls | Spielzeit: 68 Minuten | Label: Pandoras Play | Erscheinungsdatum: 30.07.2010 | Dieses Hörspiel kaufen: Hier

 

In der postapokalyptischen Welt von Terra Mortis haben nur wenige Menschen überlebt, die seit dem Untergang der Welt vor 19 Jahren gegen die Untoten kämpfen. In Videospielen und Filmen schon sehr verbraucht (denken wir mal an DayZ, The Walking Dead etc.), ist dieses Szenario in Hörspielen noch nicht häufig zum Einsatz gekommen. Hier lest ihr meine Meinung zur ersten Folge der Pandoras Play Hörspielserie!

Story

Die Geschichte von Terra Mortis spielt 19 Jahre nach dem Ende der Welt in dem Heimatdorf des Jungen Jan Hendris. Dieses Dorf liegt in Deutschland, genauer gesagt im Harz. Die Bewohner wissen nicht, ob außer ihnen noch andere Menschen überlebt haben, doch Jan ist davon überzeugt. Er ist sich außerdem nicht sicher, ob die Geschichten, die die älteren im Dorf von den Untoten erzählen, wahr sind. Zumindest nicht, bis ein schreckliches Ereignis geschieht, das ihn fast das Leben kostet! Knapp dem Unheil entkommen, wartet schon bald die nächste Gefahr auf ihn und die Dorfbewohner: Ein Fremder taucht auf, und der scheint Unheil magisch anzuziehen.

 

Nein, die Geschichte ist nicht das beste an dem Hörspiel, sondern die Atmosphäre. Die meistens sehr bedrückende Stimmung, die Spannung, die vor allem in den Gefahren-Szenen erzeugt wird, die zwischendurch eingestreuten Knutsch-Passagen zwischen Jan und seiner Freundin Anna. Das alles passt wirklich toll zusammen. Die Geschichte (Ende der Welt, Menschen denken, sie sind alleine, Fremder taucht auf, sie merken sie sind doch nicht alleine) ist jetzt nicht wirklich komplex, doch diese erste Folge hat trotzdem Lust auf weiteres erzeugt. Einfach weil mir das Universum von TM, die Figuren und auch die Atmosphäre gefallen.

Auch interessant:  Kati & Azuro (12) - Brandgefährlich

Und dann endet die Folge auch noch mit einem Cliffhanger. Na sowas! An sich habe ich ja wirklich nichts gegen solche Enden, immerhin bin ich auch großer Fan von 24 und The Event, die praktisch von Cliffhangern leben. Und auch in Terra Mortis ist das Ende wirklich gut gelungen, man möchte direkt mit der nächsten Folge weiter machen. Zum Glück gibt es eine… 😉

Alles in allem ist die Geschichte von Stadien des Verfalls solide, aber nicht überragend. Charaktere, Atmosphäre und allgemein das Universum der neuen Serie machen aber einen tollen und durchdachten Eindruck, so dass Terra Mortis hier eine sehr gute Wertung absahnen kann.

Sprecher

Pandoras Play setzt auf junge, unbekannte und unverbrauchte Stimmen. Als erstes mal möchte ich die Erzählerin Elga Schütz loben. Ganz so unverbraucht ist die zwar nicht, erst zuletzt wurde sie in ihrem vierten drei ??? Hörspiel Schattenwelt eingesetzt. Ihre Leistungen möchte ich aber trotzdem loben: Sie bringt die Geschichte wirklich toll rüber und hat eine sehr interessante Stimmfarbe. Weibliche Erzähler sind zwar eher selten, und eine Erzählerin bei einem Postapokalypse-Hörspiel einzusetzen ist schon ziemlich gewagt, dennoch denke ich nicht, dass ein männlicher Erzähler die Geschichte besser hätte rüber bringen können. René Dawn-Claude, der den Hauptcharakter Jan spricht, hat zwar keine Stimme die man unbedingt wiedererkennen wird, aber eine, die zu dem Charakter sehr gut passt und dessen Gefühle auch ordentlich wiedergeben kann. Andreas Fröhlich als Gero ist nun wirklich alles andere als unverbraucht, immerhin kennt man ihn bestens als Bob Andrews aus den drei ???. Ehrlich gesagt habe ich ihn im Hörspiel aber gar nicht erkannt, die Erleuchtung kam erst bei einem Blick auf die Sprecherliste.

Auch interessant:  Ostwind (1) - Zusammen sind wir frei

Die sonstigen Sprecher gefallen mir gut, bis auf Michael (Bruno Beeke), der irgendwie ganz komisch betont, und den Vater von Jan. Die Erzählerin beschreibt ihn als einen Mann mit Vollbart. Da habe ich direkt an eine Stimme á lá Gerlach Fiedler, oder zumindest an irgendeine andere dunkle, raue Stimme gedacht, und als ich dann die meiner Meinung nach viel zu „normale“ Stimme im Hörspiel gehört habe, dachte ich erst, dort wäre noch zusätzlich ein Bruder von Jan aufgetaucht oder so.

Musik

Die Musik hält sich sehr im Hintergrund. Ohrwurmlastige Sounds sucht man vergeblich, der Soundtrack soll eher die Spannung untermalen und die Geschichte unterstützen. Dadurch haben die Stücke zwar keinen Wiedererkennungswert, dennoch eignen sie sich als Hintergrundmusik wirklich sehr gut. Das Titellied ist mir persönlich aber etwas zu unauffällig, wenigstens hier hätte man etwas mit einer eindeutigeren Melodie wählen sollen.

Effekte

Die Geräusch-Kulisse gefiel mir wirklich ausgesprochen gut. Besonders die Atmosphäre im Wald konnte durch die gekonnt eingesetzten Effekte noch gesteigert werden. Doch auch die Untoten klingen wirklich gut, würde mich mal interessieren, ob die Stimmen von denen künstlich erstellt wurden, oder ob sie irgendjemand eingesprochen hat.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass mir in einer Szene nicht ganz klar war, woher dieses Geräusch nun plötzlich kam. Und zwar als Gero (der Fremde) plötzlich zu „jaulen“ anfing, war mir nicht klar, dass ich gerade Gero hörte, weil das im Voraus auch einfach nicht erklärt wurde. Aber das ist schon meckern auf höchstem Niveau.

Auch interessant:  Bibi Blocksberg (116) - Im Wald der Hexenbesen

Cover&Design

Das Cover ist in den Farben grau und schwarz gehalten, was ihm einen Wiedererkennungswert verpasst. Nur wenige Cover in der Hörspielwelt bestehen primär aus diesen Farben. Das Motiv an sich soll wohl einen der Untoten darstellen, beim ersten Hinsehen dachte ich aber an ein Schwein, das eine Schwimmbrille trägt. Naja. Ich bin aber nun wirklich kein Kunstexperte. 😉

2 Kommentare

  1. Der Anfang einer der besten Zombie Hörspiele die es gibt. Das gilt auch für Folge 2 und 3

    • Benjamin Kalt

      Die Serie habe ich irgendwie aus den Augen verloren nach meiner Rezension, vielleicht sollte ich da nochmal rein gucken. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.