Buch Heyne Thomas Carl Sweterlitsch Thriller

Tomorrow & Tomorrow – Thomas Carl Sweterlitsch

Tomorrow & Tomorrow - Thomas Carl Sweterlitsch

Tomorrow & Tomorrow – Thomas Carl Sweterlitsch

Titel: Tomorrow & Tomorrow | Autor: Thomas Carl Sweterlitsch | Seitenzahl: 480 Seiten | Verlag: Heyne (Verlagsgruppe Random House) | Erscheinungsdatum: 14.04.2015 | Dieses Buch kaufen: Hier

 

Ermittlungen von einem Privatdetektiv in einer Welt, die eigentlich gar nicht mehr existiert? Ein Thriller in einer hochtechnisierten, nahen Zukunftswelt? Diese Beschreibungen haben mein Interesse am Erstlingswerk des Autors Thomas Carl Sweterlitsch geweckt. Hier nun die Rezension zum 480 Seiten starken Thriller!

Story

Die komplette Stadt Pittsburgh wurde zerstört, es gab fast keine Überlebenden. Die Stadt und deren Einwohner leben aber in einer Simulation weiter, „Archiv“ genannt. John Dominic Blaxton ist Privatdetektiv und gleichzeitig der Hauptcharakter von Tomorrow & Tomorrow. Dominic, wie er meistens im Buch genannt wird, hat sich darauf spezialisiert, Mordfälle mit Hilfe des Archivs aufzuklären. Sein aktueller Fall bringt ihn an seine Grenzen, und nimmt schon bald viel größere Ausmaße an, als er und sein Chef Kucenic es sich vorstellen konnten.

Vorab: Dieses Buch fällt in die Kategorie „Gewollt, gekonnt, aber nicht perfekt Umgesetzt“. Aus der Grundidee hätte der Autor deutlich mehr machen können. Aber beginnen wir doch erst mal mit den positiven Aspekten der Story:

Die Geschichte war in keinem Moment vorhersehbar. Jeder der wirklich sehr zahlreichen Story-Twists kam für mich unerwartet, erscheint bei genauerem Nachdenken aber dennoch logisch und auch nicht an den Haaren herbei gezogen. Außerdem gefällt mir, wie bereits gesagt, die Grundidee sehr gut. Viele Menschen in beschriebenen Zeit haben eine so genannte Adware, die direkt mit dem Gehirn verbunden ist. Man kann sich das ganze wie eine Weiterentwicklung von Google Glass vorstellen, nur dass das technische Gerät eben Gedanken lesen kann.

Auch interessant:  Elea Eluanda (2) - Allein zu Hause

Dadurch wird der Mensch gläsern: Profile sind öffentlich, jeder weiß alles über jeden, kann Zeugnisse, Bilder, Pornos, Abschlüsse und das Vorstrafenregister einer jeden Person abrufen. Außerdem besteht durch die Adware eben die Möglichkeit, in das Archiv einzutauchen. Dort verbringt Dominic auch sehr viel Zeit, da er seine Frau und seine ungeborene Tochter in Pittsburgh verloren hat.

Auf den ersten 100 oder 200 Seiten werden außerdem die privaten Probleme von John sehr genau beleuchtet, dazu gleich mehr. Schade finde ich aber, dass so im ersten Viertel des Buches praktisch gar keine Spannung herrscht, was für einen Thriller tödlich ist. Danach kommt Spannung auf, die aber bald wieder flöten geht. Dafür fand ich das Ende wirklich toll, sowohl Spannung, als auch Action, am Ende auch noch ein Schuss Romantik fanden sich hier.

Schade finde ich bei der eigentlich sehr schönen Story und der wirklich tollen Grundidee, dass ich mich nicht besonders gut in die beiden Welten, sprich in die Realität und die Simulation, einfühlen konnte. Mich hat außerdem gestört, dass manchmal nicht eindeutig ersichtlich war, wo man sich gerade befindet. Sind wir jetzt grad im Archiv, oder passiert das alles wirklich? Diese Frage habe ich mir leider zu oft stellen müssen.

Schade finde ich, ich mir die Welt nie, und zwar wirklich nie, bildlich vorstellen konnte, was an Sweterlitschs Schreibstil lag. Und dazu kommen wir nach meinem Story-Fazit:

Tomorrow & Tomorrow ist ein Zukunftsthriller mit einem sehr schleppenden Start, der sich aber gut entwickelt und eine schöne und verständliche Story hervorbringen kann. Die meisten meiner Kritikpunkte sind dem Schreibstil Sweterlitschs geschuldet, und deshalb kommen wir da jetzt auch direkt zu!

Auch interessant:  Mami, warum sind hier nur Männer? - Volker Surmann

Schreibstil

Der Thriller ist in der Gegenwart verfasst und erzählt aus der Sicht von Dominic. Wie schon beim Story-Teil möchte ich hier mit den positiven Punkten anfangen. Das eigentlich Beste am Schreibstil, vielleicht sogar das beste am ganzen Buch, war, dass der Autor ohne die Meinung eines Charakters einzubringen, über die Adware zu berichten. So hat der Leser selbst die Möglichkeit, sich eine Meinung zu bilden: „Ist doch schön, dann kann ich Nacktbilder/Pornos von vielen bekannten Frauen sehen“ oder „Die armen Menschen.. Datenschutz Ade“

Außerdem fand ich den Schreibstil sehr einfach zu verstehen. Leute, die allerdings keine Ahnung von Technik haben, und nicht wissen, was GoogleWikipediaFacecrawler oder WordPress sind, werden mit dem Buch wenig Spaß haben, da all diese Begriffe (und noch einige weitere) nicht erklärt werden.

Positiv ist außerdem, dass es in dem Buch viele lange und lebendige Dialoge gibt, was ich persönlich sehr mag.

Doch auch hier habe ich wieder was zu meckern: Die Beschreibungen der Umgebung des Hauptcharakters werden in sehr sehr kurzen Sätzen, wie zum Beispiel „Braune Haare, Blaue Augen. Das Gebäude ist klein. Nur drei Räume.“ (fiktiv, soll nur den Stil wiederspiegeln). Das hat den Lesefluss gestört, und außerdem dazu geführt, dass ich mir wirklich gar nichts, nicht die Charaktere und auch nicht die Umgebung, bildlich vorstellen konnte.

Auch interessant:  Top Secret: Die neue Generation (5) - Die Entführung - Robert Muchamore

Alles in allem war der Thriller einfach zu lesen, und die vielen Fachbegriffe zeugten von gutem Fachwissen des Autors. Allerdings haben die abgehackten Sätze hier eine gute Wertung zerstört. Es ist mir übrigens im ganzen Buch nur ein einziger Rechtschreibfehler aufgefallen. Well done, Lektorat! 🙂

Charaktere

Hier liegt eine der Stärken von Tomorrow & Tomorrow. Dominic ist ein sehr untypischer Protagonist, da er in keinster Weise der Held ist. Er hat mit privaten Problemen wie Drogensucht zu kämpfen, ist körperlich alles andere als fit und trauert seinen verlorenen Familienmitgliedern her, ist nahezu besessen von dem Archiv, und davon, Zeit mit seiner Frau Therese zu verbringen. Sein Bruder Gavril arbeitet als Fotograf.

Wer nun letztendlich die Antagonisten sind ist nicht immer ganz klar, da sich scheinbar „böse“ Leute oft nur als Werkzeug eines noch Böseren herausstellen.

Alles in allem gefielen mir die Charaktere, besonders der Hauptcharakter aus Tomorrow & Tomorrow sehr gut, weshalb es in dieser Rubrik auch eine sehr gute Wertung gibt. 🙂

Cover&Design

Das Cover sieht eigentlich sehr schön aus, besonders von der Farbgebung her. Was es genau zeigen soll, weiß ich aber nicht. Die Schrift ist einfach zu lesen. Auf der Rückseite findet sich natürlich ein Klappentext, der meiner Meinung nach schon wieder fast zu viel verrät. Auch ansonsten konnte mich das Design überzeugen.

Auch die Schrift im inneren des Thrillers ließ sich sehr gut lesen, am Ende folgt dann noch eine Danksagung.

 

2 Kommentare

  1. Schade, dass die erste Hälfte ein wenig spannungsarm war, ansonsten hört sich das nämlich wirklich nach einer kurzweiligen Lektüre mit originellem Plot an! (: Ich finde das Cover übrigens wie du auch sehr sehr gelungen – ein toller Eyecatcher!

    Viele liebe Grüße aus Österreich 😀
    Nana ♥

    • Hei Nana ♥,

      aber nur weil das Buch zeitweise spannungsarm war, war es ja nicht schlecht. Man erfährt in diesen Phasen eben viel über den Hauptcharakter und dessen Umfeld.

      Viele Grüße aus Deutschland^^ ♥
      Benni

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.