Buch cbt Jugendbuch Robert Muchamore Top Secret (Cherub)

Top Secret: Die neue Generation (5) – Die Entführung – Robert Muchamore

Top Secret. Die Entführung - Robert Muchamore

Top Secret. Die Entführung – Robert Muchamore

Titel: Top Secret. Die Entführung – Die neue Generation 5 | Autor: Robert Muchamore | Seitenzahl: 288 Seiten | Verlag: cbt (Verlagsgruppe Random House) | Erscheinungsdatum: 28.03.2016 | Dieses Buch kaufen: Hier

 

Offenbar noch vor dem englischen Release erscheint in Deutschland der Abschluss der CHERUB-Saga, die ich von Anfang an sehr gemocht habe. Zwar konnte ich mich mit der zweiten Generation nie so gut identifizieren, wie mit der ersten, doch durch das Zurückkehren einiger alter Charaktere hat auch diese wieder an Charme gewonnen. Hier nun meine Rezension zum Abschluss dieser Jugendbuchserie.

Story

Nachdem der Beginn ein paar weitere, eher nebensächliche Story-Stränge einleitet, kommt es bald zu einem Zufall, der die Zukunft einiger CHERUB-Agenten entscheiden soll: Mehr oder weniger durch Zufall stolpert das dem MI5 untergeordnete Kinder-Spionage-Unternehmen CHERUB über eine kriminelle Organisation, die mit illegalen Ölgeschäften im nahen Osten das große Geld machen, und dafür keine Mühen, Kosten und Tote scheuen. Ist das ein bisschen zu hoch für CHERUB? Vielleicht. Aber nicht zu hoch für James Adams und einige seiner ehemaligen Agenten-Kollegen wie Bruce Norris, Kyle Blueman und Lauren Adams. Die eigentlich schon ausgemusterten Agenten treten also, beauftragt von höchster politischer Stelle, eine ungemein gefährliche Mission an…

Ja, es handelt sich bei dieser Geschichte um eine nicht so ganz typische CHERUB-Story. Dennoch schafft Muchamore es erneut, den Campus-Flair perfekt einzufangen. Die eigentliche Mission ist sehr gefährlich, böse Zungen würden sie vielleicht als zu abgehoben für eine Jugendbuchserie bezeichnen. Ich bin allerdings der Meinung, dass auch die bisherigen Bücher der Serie immer eine gewisse Komplexität und Brisanz hatten, so dass das eigentlich keine wirkliche Neuerung ist.

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Mit der Situation im nahen Osten und einer dort sitzenden Terror-Organisation spricht Muchamore ein äußerst aktuelles und heikles Thema an. Er versucht mehrfach, die Situation genauesten und aus mehreren Blickwinkeln zu schildern – ein Punkt, an dem unsere Medien leider oft versagen. Ich finde dennoch, dass er sich mit einigen Punkten, wie beispielsweise der aus dem IS-Krieg in Syrien resultierenden Flüchtlingssituation, ausführlicher hätte auseinandersetzen können.

Insgesamt ist die Story aber vor allem eins: Sehr spannend und brandaktuell. Das Lesen des Buches hat mir, trotz der bereits genannten Kritikpunkte, wieder sehr viel Spaß gemacht. Eine weitere, sehr wichtige Frage ist aber: War das ein krönender Abschluss für die CHERUB-Serie? Jein. Die Geschichte bietet dadurch, dass so viele der „alten“ Charaktere auftreten, einen gewissen Nostalgie-Faktor. Irgendwie hätte ich mir aber dennoch mehr gewünscht. Am Ende des Buches kommt zwar ein Epilog, der viele Sachen gut erklärt und sagt, was in der Zukunft passiert, aber von vielen Charakteren aus der ersten Generation hätte ich mir Infos erhofft, die ich nicht bekommen habe.

Ein weiter Aspekt hat mich ehrlich gesagt ein wenig gestört: Das Buch spielt in der Zukunft. Die Daten, die im Text genannt werden, sind auf den Release-Termin im Vereinigten Königreich angepasst, so dass Leute, die das Buch vor Juni 2016 lesen, Daten mit bekommen, die eigentlich in der Zukunft spielen. Da das Buch aber in der Vergangenheit geschrieben ist, hat mich das teilweise ein wenig gestört.

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Insgesamt ist das hier vielleicht nicht der beste Teil der CHERUB-Serie, aber immer noch ein ausgezeichnetes Buch.

Schreibstil

Wie bereits erwähnt ist auch dieses Buch in der Vergangenheit verfasst. Der Muchamore-Schreibstil kommt hier wieder voll zur Geltung: Lange Dialoge, lebhafte Beschreibungen und einige, humorvolle Elemente bestimmen das Bild, wobei sich der Witz in diesem Buch ein wenig mehr zurück hält als in einigen Teilen der alten Generation. Dennoch war der Lesefluss durch nichts gestört, ich habe das Buch praktisch an einem Stück durchgelesen.

Ich habe es ja schon erwähnt: Der Schreibstil basiert auf einer – auch in diesem Band wieder – tollen Mischung zwischen wirklich gut geschriebenen (und übersetzten) Dialogen und gründlichen, aber nicht zu ausführlichen Beschreibungen. Die Sprache ist nicht Kleinkindgerecht, aber für Jugendliche und auch Erwachsene bestens geeignet.

Charaktere

Die Charakterentwicklung von James und Lauren Adams sowie ihren Freunden auf dem Campus habe ich ja in meinen Rezensionen zu den Büchern der ersten Generation schon ausführlich dargestellt. Allerdings bin ich leider der Meinung, dass die neu eingeführten Charaktere in Generation zwei bei weitem nicht an die der originalen Serie ran kommen. Zu Ryan, der eigentlich der Hauptcharakter der zweiten Generation sein sollte, habe ich keine so tiefe Verbindung wie mit einigen der Nebencharaktere aus Generation eins, Beispiele sind hier Mr. Large oder Zara Asker.

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Ich denke, da die neuen Personen nicht den gleichen „Kult“ wie die alten erreichen konnten, wird diese Geschichte von den uns bekannten Gesichtern dominiert, während der neue Cast eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Ich begrüße das. Und eigentlich gibt es die strikte Aufteilung nach Staffeln ja auch nur im Deutschen, im Englischen wurde die Serie nach Band Zwölf von Generation eins einfach mit Nummer 13 weiter geführt.

Cover&Design

Die Covers der ersten Generation gefielen mir schon nicht besonders gut, und auch die der Zweiten sind mir irgendwie fast zu schlicht. Allerdings finde ich das leuchtende Gold, in dem die Streifen des Covers dargestellt sind, sehr passend gewählt und schön anzusehen. Die britische Variante ist hier wieder deutlich aufwändiger und meiner Meinung nach auch schöner – aber das muss jeder für sich selbst wissen.

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