Buch Jugendbuch Malcolm Rose Rowohlt Traces

Traces (1): Todesschütze – Malcolm Rose

Traces 1 Todesschütze Malcolm Rose Cover
Serie: Traces | Folge: 1 | Titel: Todesschütze | Seitenzahl: 218 Seiten | Verlag: rororo (Rowolth Verlag) | Erscheinungsdatum: 01.07.2009 | Dieses Buch kaufen: Hier

 

Traces von Malcolm Rose ist eine sechs-teilige Jugendbuchserie über einen forensischen Ermittler namens Luke Harding, der in der Zukunftswelt von England Mordfälle löst. Damit ist Traces eine Art Genre-Mix aus Sci-Fi, Krimi und CSI. Leider sind die Bücher nur noch als e-Book erhältlich, die gedruckte Fassung gibt es nur noch antiquarisch auf Flohmärkten und auf eBay.

Story

Luke Harding hat gerade seine Abschlussprüfung zum forensischen Ermittler mit Bravur bestanden, und ist mit 16 Jahren der wohl jüngste aller Zeiten. Doch ausruhen kann er sich nach dem Erfolg nicht lange, er und sein Mobiler Analyse- und Laborcomputer MALC bekommen schon bald ihren ersten Auftrag von den so genannten Autoritäten erteilt, welche die Regierung in Traces darstellen. Der Auftrag spielt sich in seiner Schule ab, wo einer seiner Konkurrenten, Crispin Addley, ermordet wurde. Luke und sein sprechender Computer MALC beginnen zu ermitteln, doch bald stellt Luke erschrocken fest, dass alle Beweise auf ihn hindeuten. Muss er sich demnächst selbst festnehmen? Euch soll vorweg genommen sein: Soweit kommt es nicht. Doch die Ermittlungen, die Luke in alle Richtungen anstellt, sind doch recht spannend gestaltet. Wenn man mit dem Buch einmal angefangen hat, kann man es nur noch schwer aus der Hand legen.

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Dennoch gibt es auch einige negative Punkte zu berichten. Das wäre einmal die Einseitigkeit des Buches: Die Story spielt sich praktisch ausschließlich in der Schule ab, und Luke rennt eigentlich nur von einem Verhör zum anderen und hat zwischendurch irgendwelche göttlichen Eingebungen, die ihm helfen, den Täter zu finden. Somit ist die Story ja eigentlich nichts besonderes, oder? Nein, eigentlich ist sie das nicht. Doch wie gut das Genre CSI läuft, weiß dank der ganzen TV-Serien jeder. Und die paar „neuen“ Sachen, die Rose in seinen Krimi einbaut, lassen das Buch locker wirken und heben es, zumindest ein wenig, von der Masse ab.

Auf dem Cover „mit einem kräftigen Schuss Humor“ geworben, was der Autor von Die Kinder des Dschinn gesagt haben soll. Dieser Schuss ist durchaus Geschmackssache, ich musste aber öfters schmunzeln, vor allem wegen der Kommentare MALCs. Dennoch gibt es Serien in diesen Genres, die deutlich humorvoller sind.

Todesschütze erfindet nichts neu, macht aber auch nichts falsch. Für Jugendliche ist die Krimi-Serie daher wirklich zu empfehlen, und auch Fans von CSI kommen hier voll auf ihre Kosten!

Schreibstil

Das Buch ist mit 218 Seiten in der Print-Fassung eher kurz, was hier aber von Vorteil ist. Die Ereignisse folgen schnell aufeinander und die Geschichte wird nie langweilig. Und wäre das Buch länger, und auch die zusätzlichen Seiten würden in diesem Schema (nur in der Schule, viele Befragungen) ablaufen, wäre die Story sehr langatmig. Rose hat hier den perfekten Mittelwert zwischen Ausführlichkeit und Bündigkeit gefunden, so dumm das auch klingen mag.

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Der Krimi enthält viele Verhöre, und dadurch auch viele Dialoge. Diese sind sehr schön geschrieben, wobei mich eine Sache etwas stört: Wenn Luke mit jemandem eine Befragung durchführt, will ich die Befragung lesen können. Während der Verhöre wird allerdings teilweise über eine Seite lang ein ganz anderes Thema eingestreut, dass manchmal sogar nur entfernt mit dem Verhör etwas zutun hat. Das stört den Lesefluss schon ein wenig.

Charaktere

Der Hauptcharakter Luke Harding und seine Freundin Jade Vernon werden äußerst ausführlich und detailreich geschrieben. Über die Nebencharaktere erfährt man vor allem durch die Verhöre einiges, die meisten treten in der Reihe aber nicht mehr auf, ergo will ich sie hier nicht besonders ausführlich behandeln. Das Charakterdesign der Hauptcharaktere gefällt mir dennoch sehr gut, und auch MALC als mechanischer Begleiter Lukes gefällt mir. Mag sein, dass es „lustigere“ TV-Roboter gibt, dennoch sorgt er, sozusagen unbewusst, für den Humor in Todesschütze.

Cover&Design

Das Cover ist in der englischen und deutschen Version fast identisch, nur die Lobeshymne irgendwelcher Autoren und natürlich der Titel des Bandes Todesschütze bzw. Busted! unterscheiden sich. Das Cover passt durchaus zur Geschichte und zum Titel, der gelbe Bogenschütze ist recht schlicht und unauffällig, aber passend. Was allerdings dieses Motiv am Rand der Seite soll, wenn ein neues Kapitel anfängt, weiß ich nicht. Es sieht irgendwie komisch aus. Es könnte ein Stacheldrahtzaun sein, vielleicht aber auch viele Aquarien mit verkrüppelten Fischen, die übereinander stehen, keine Ahnung.

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