Buch Jugendbuch Malcolm Rose Rowohlt Traces

Traces (2): Querschläger – Malcolm Rose

Traces Folge 2 Querschläger Cover
Serie: Traces | Folge: 2 | Titel: Querschläger | Seitenzahl: 224 Seiten | Verlag: rororo (Rowolth Verlag) | Erscheinungsdatum: 11.11.2009 | Dieses Buch kaufen: Hier

 

Im ersten Teil der Serie Traces war Luke Harding (forensischer Ermittler in der Zukunft und Protagonist der Reihe) selbst sein Hauptverdächtiger. Mit solchen Problemen hat er in seinem zweiten Fall Querschläger nicht zu kämpfen, doch dafür gerät sein Mobiler Analyse- und Laborcomputer MALC in Gefahr!

Story

Seinen zweiten Auftrag erhält Luke von den Autoritäten (der Regierung in Traces) in London, wo ein Mord an der Ärztin Anne Sulemann begangen wurde. Doch bei der genauen Inspizierung des Tatorts finden weder er noch MALC Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen könnten. Luke tappt im dunkeln. Doch bald erhält er erste Hinweise, denen er nachgehen kann: Die Weltkirche der ewigen Vision scheint etwas mit dem Verbrechen zutun zu haben. Luke beschließt, sich Undercover in die Organisation, die sich selbst Kirche nennt, einzuschleichen.

Genau wie die erste Folge von Traces ist auch dieses Buch eher kurz gehalten, somit beschränkt sich auch die Story und die Erzählungen drum herum, sowie auch die Fülle an Charakteren auf Wesentliche, was mir persönlich, besonders bei den Figuren, sehr zu gute kommt. Wir haben also schon mal keinen Edgar Wallace Krimi hier, bei dem es 50 verschiedene Verdächtige gibt, von denen 25 den gleichen Nachnamen haben und mindestens 5 heiraten wollen. Aber auch die recht einfache Story ist für Jugendliche Leser natürlich wie maßgeschneidert, es gibt keine langen Erzähl-Passagen, in denen nichts passiert. Es geschehen immer neue Sachen, neue Ermittlungswege decken sich auf, das Buch wird einfach nie langweilig, was den Effekt hervorruft, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann.

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Doch all das hat natürlich auch wiederum eine Kehrseite: Die Medaille – ähm, ich meine das Buch – ist nicht besonders komplex und wird ‚älteren‘ Lesern, besonders denen, die lange Geschichten mit vielen Story-Twists mögen, wahrscheinlich nicht gefallen. Dennoch denke ich, dass viele Jugendliche Leser mit diesem zweiten Teil einer tollen Serie viel Spaß haben werden.

Ob man sowas bei einem Jugendbuch hervorheben darf weiß ich nicht, aber mir persönlich gefällt die sehr ’sterile‘ und objektive Beschreibung der Gewalt, wie zum Beispiel irgendwelche Patronen die einzelnen Schichten des Hirns durchdringen. Ich würde mich nicht unbedingt als irgendwie krank im Kopf bezeichnen (was einige hier sicherlich anders sehen werden ;)), aber diese genaue Erklärung, was nun passiert, wenn z.B. jemand erschossen wird, ist irgendwie faszinierend. Ich bin aber auch medizinisch Interessiert, kann auch sein, dass das daher kommt.

Die Story von Querschläger gefällt mir ein wenig besser als die des ersten Bandes Todesschütze. Episode Eins der Reihe spielte ausschließlich in der Schule, die man nicht unbedingt als besonders interessantes Gebiet bezeichnen könnte. Das zerfallene London, die allgemeine Anspannung in den Straßen und die Natur, die sich die Stadt zurück holt, sind wiederum ein deutlich facettenreicherer und interessanterer Spielort. Außerdem gefällt mir auch in diesem Band das ‚vorzeitige‘ Finale wieder sehr gut, was wirklich sehr spannend und auch äußerst gefährlich ist.

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Schreibstil

Wie bereits erwähnt, konzentriert sich der Autor Malcolm Rose weniger auf besonders umfangreiche Beschreibungen der Gegend, sondern eher auf knappe, aber verständliche Erzähltexte, die meistens dazu gedacht sind, einen Charakter genauer zu beschreiben, das Gedachte von Luke zu artikulieren oder eine kurze Einleitung über den Ort zu geben, an dem das Kapitel oder die Szene jetzt spielen wird.

Das Buch liest sich flüssig, es passieren immer wieder neue Sachen, es gibt keine langweiligen Szenen. Ob die Ausführlichkeit nun darunter gelitten hat sei mal da hin gestellt, mir gefällt das Buch aber auch so sehr gut.

Charaktere

Luke Harding ist ein rebellischer Typ, der auch mal unkonventionelle Ermittlungsmethoden in Betracht zieht. Warum es die Autoritäten nun für unkonventionell und falsch empfinden, sich undercover in eine Verdächtige Organisation einzuschleichen, weiß wohl keiner so genau. Lukes Beziehung zu Jade verpasst ihm zusätzlich auch noch einen gefühlvollen Part, der aber keinen großen Teil des Buches ausmacht.

MALC als Roboter und Begleiter ist an sich natürlich gefühlslos. Dennoch bildet sich Luke oft ein, in ihm einen Freund gefunden zu haben. Solche Gedanken macht MALC aber oft schnell zu nichte. Der gewisse Touch Humor geht auch durch MALC aus, wobei er hier deutlich kürzer kommt, als im ersten Band.

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Cover&Design

Das Cover zeigt eine schlange, die glänzt, wenn man sie gegen das Licht hält. Dieser Umstand lässt das Cover recht edel erscheinen, es ist aber dennoch ausgesprochen schlicht. Ich persönlich mochte das Cover vom ersten Teil lieber, aber das ist Geschmackssache. Was dieser Stacheldraht (bzw. die Aquarien mit den verkrüppelten Fischen) soll, weiß ich aber bis heute nicht. Irgendwie passt das nicht wirklich zur Geschichte.

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