Buch Jugendbuch Rowohlt Wolfgang Herrndorf

tschick – Wolfgang Herrndorf

Tschick Wolfgang Herrndorf Cover HD

Bei Büchern, welche man als Lektüre im Deutschunterricht lesen muss, ist man ja immer erstmal skeptisch. So ging es auch mir, besonders wenn ich an unsere erste Lektüre „Rennschwein Rudi Rüssel“ denke. Das Buch sollte wohl irgendwie lustig sein, konnte mir aber höchstens mal ein lächeln in’s Gesicht zaubern. Vielleicht habe ich auch einfach nur eine komische Art von Humor. Aber um unser Rennschwein soll es hier gar nicht gehen, sondern um Maik Klingenberg und Tschick, Zwei Freunde und gleichzeitig die Zwei Hauptcharaktere  in Herrndorfs Roman.

Story

Maik Klingenberg, ein 14-jähriger Teenager aus Berlin ist neben Tschick der Hauptcharakter in diesem Buch. Er wird öfters als Langweiler bezeichnet, was auch einen Grund hat: Er ist langweilig. Seine Eltern sind reich, seine Mutter trinkt und sein Vater ist Immobilienmakler. Eines Tages kommt ein neuer Schüler, genannt Tschick, in seine Klasse. Er hat offensichtlich getrunken und ist sehr unbeliebt. Er „verfolgt“ Maik nach Hause und dort beschließen sie, etwas aufregendes zu unternehmen. Maik ist nämlich verliebt, in eine Tatjana. Diese feiert bald ihren Geburtstag, doch Maik ist (neben Tschick und einem Vollidioten) der einzige, der nicht eingeladen ist. Maik hat ihr trotzdem ein Geschenk gemacht: Eine große Bleistift-Zeichnung von Beyonce, Tatjana ist nämlich Beyonce-Fan. (Kleiner Kommentar meinerseits: Irgendwie erinnert mich dieses Verhältnis an das zwischen mir und einer Klassenkameradin von mir, Grüße an dich, S****) Tschick und Maik fahren also in Tschick’s geklauten Auto zur Party, da Tschick Maik dazu gebracht hat, Tatjana das Geschenk zu überreichen, obwohl er nicht eingeladen wurde. Nach dieser kleinen Spritztour haben die beiden Blut geleckt und möchten gemeinsam in die Walachei fahren. Sie nehmen diverse Kleinigkeiten mit und machen sich auf den Weg. Auf dieser Fahrt begegnen ihnen diverse komische Personen und Familien, sie entgehen oft nur knapp der Polizei und bauen letztenendes einen Unfall, der dazu führt, dass die Tour zu Ende ist. Sie werden verhaftet, der Richter hört sie an, verurteilt sie aber nur zu sehr milden Strafen, keinen Freiheitsstrafen. So geht das Leben weiter – und das ist auch irgendwie blöd. Also nicht das ich es lieber hätte wenn Maik tot wäre, das Buch hat kein wirklich abgeschlossenes Ende. Es endet zwar nicht mit einem Cliffhanger, aber es bleiben mehrere Story-Stricke ungeklärt. Kommen Maik und Tatjana zusammen? Wird es zu einem weiteren Treffen zwischen Maik und Tschick (und isa) kommen? Ein zweiter Teil ist derzeit leider nicht geplant. Kommen wir zu meiner Bewertung der Story: Die Geschichte ist eigentlich nicht sehr kompliziert und man kann sie auch nicht unbedingt als Innovativ bezeichnen, aber die verschiedenen Story-Stricke und die in einem großen Teil des Buches vorherrschende Spannung machen das wieder wett. So bekommt das Buch von mir eine recht gute Story-Bewertung, obwohl es ähnlich aufgebaute Geschichten schon zuhauf gibt.

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Schreibstil

Wolfgang Herrndorf hat für seinen Roman die „Ich-Perspektive“ ausgewählt. Maik Klingenberg erzählt die Geschichte. Das Buch ist in sehr moderner Sprache verfasst, viele Sachen erhalten Einfluss auf den Text, die vor 10 Jahren vermutlich nicht da wären. (Ich weiß, schlecht erklärt) Das Problem dabei ist: Die Sachen, die heute modern sind, sind es in 10 Jahren vermutlich nicht mehr. Dann kommt das Buch vielleicht etwas altbacken rüber, obwohl die Hauptstory auch in späten Jahren vermutlich noch Gefallen finden wird. Der Satzbau ist manchmal etwas verwirrend, was aber verständlich ist. Maik erzählt die Geschichte in seinen Worten, es gibt keinen Erzähler, der in den dritten Person objektiv über die Geschehnisse urteilen kann. Ich persönlich mag Geschichten, welche in der Dritten Person verfasst sind, lieber. Trotzdem ist der Stil, in dem „tschick“ verfasst wurde, absolut Jugendgerecht, kann aber auch Erwachsene überzeugen. Trotzdem kommt Herrndorf natürlich nicht an eine Dialog- und Ereignissfülle wie in den Muchamore-Büchern heran.

Charaktere

Die Charaktere sind eher flach gehalten. Außerdem bedient sich Herrndorf bei den Charakteren des öfteren an Klischees (z.B. der saufende Russe oder der Langweiler mit reichen Eltern). Eigentlich sind Maik und Tschick die einzigen Charaktere, über die man wirklich viel erfährt. Allerdings hätte ich mir bei einigen anderen Charakteren deutlich mehr Informationen gewünscht (z.B. Tatjana, Isa oder Maik’s und Tschick’s Familie). Wie gesagt, die einzigen Charaktere über die man so viel erfährt, dass man sich mit ihnen identifizieren kann, sind Maik und Tschick, was für weibliche Leser nicht ganz so ideal sein dürfte.

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Cover&Design

Auf dem Cover sieht man neben dem Titel, dem Autor, dem Verlagslogo und dem Schriftzug „Roman“ ein verschwommenes Bild, welches vermutlich eine Autobahn darstellen soll. Es scheint kein wirkliches Foto zu sein, sondern ist vermutlich mit Wachsfarben oder mit Wasserfarben gemalt worden (Ich bin kein Künstler, bezüglich des Covers können euch andere vermutlich mehr sagen). Auf der Rückseite sieht man den Klappentext und ein Zitat, im Originalen verfasst von einer gewissen Felicitas von Lovenberg, beschäftigt bei der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Auf der Zweiten und Dritten Buchseite sind weitere Lobeszitate abgedruckt, unter anderem von Mitarbeitern des WDR, des Spiegels oder der Süddeutschen verfasst. Auf der darauf folgenden Seite steht ein kurzes Portrait zum Autor Herrndorf inkl. der Preise, die er mit „tschick“ gewonnen hat. Das Cover ist nicht unbedingt kreativ, aber auch nicht hässlich – Es gibt aber mit Sicherheit Cover, die mir beim Rundgang in einer Buchhandlung eher ins Auge springen würden.

 

 

 

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