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Until Dawn

In diesem Review geht es um Until Dawn, ein Horror-Adventure aus dem Hause Supermassive Games, das exklusiv für die PS4 erschienen ist.

Story

Im Jahre 2014 treffen sich die zehn Teenager Sam, Josh, Mike, Jessica, Emily, Matt, Ashley, Chris, Hannah und Beth in der Berghütte Blackwood Pines zu ihrem Winterausflug. Ein paar der Freunde beschließen, Hannah einen Streich zu spielen: Sie fühlt sich sehr zu Mike hingezogen, und sie schreiben einen Zettel, der ihr klar macht, dass auch Mike etwas von ihr will. Die Teenies filmen die daraus entstehende Situation, was Hannah dazu verleitet, aus Frust und aus Trauer, in den Wald zu flüchten. Beth rennt Hannah nach, und kann sie bald auf einer kleinen Lichtung finden. Doch es passiert etwas schreckliches, und beide sollen nicht mehr Leben aus diesem Wald raus kommen…

Das eigentliche Spiele setzt ein Jahr später, am Jahrestag des Todes von Hannah und Beth an. Josh lädt die Verbleibenden Freunde wieder auf die Berghütte ein, doch der Urlaub verläuft nicht ganz so entspannt, wie geplant.

Die Story von Until Dawn bedient sich allerlei Klischees, um am Ende zu zeigen, dass es eigentlich in eine ganz andere Richtung geht. Es gibt mehrere Wendungen, auf die vermutlich keiner gekommen wäre, und die mir den Atem verschlagen haben. Das Spiel ist von vorne bis hinten absolut spannend, die Geschichte, die aus den Perspektiven mehrere Charaktere erzählt wird, immer glaubwürdig und abwechslungsreich. Das Ende war absolut nicht vorhersehbar.

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Ausserdem gibt es mehrere verschiedene Handlungsstränge, die das Spiel tatsächlich sehr grundlegend beeinflussen können.

Alles in allem ist die Story einer der größten Plus-Punkte von Until Dawn. Die Geschichte kann auch nach mehrfachen Durchspielen noch unterhalten und ist top inszeniert.

Gameplay

Das Kern-Gameplay ist eine Mischung aus Rum laufen, Quick-Time-Events und Entscheidungen treffen. Zwar ist Until Dawn spielerisch nicht besonders anspruchsvoll und abwechslungsreich, durch die cineastische Inszenierung der Lauf-Sequenzen, durch die manchmal tatsächlich recht kniffligen Quick-Time-Events und die weitreichenden Entscheidungen macht das Spielen dennoch viel Spaß.

Das ganze Spiel baut dabei auf dem sogenannten Schmetterlingseffekt auf. Mehr Infos dazu findest du im oben stehenden Video.

Das Spielziel ist es, durch das Bestehen von Quick-Time-Events und „richtige“ Entscheidungen, alle acht Charaktere überleben zu lassen, was sich als nicht gerade einfach heraus stellt. Essentiell sind außerdem die Jump-Scares, die fieserweise oft direkt von QTEs gefolgt werden, so dass man nach dem Schreck seines Lebens auch noch reagieren muss.

Nach jeweils einer In-Game-Stunde ist man dann noch bei einem Psychiater, der einen über seine bisherigen Gefahren oder Vorlieben ausfragt, die dann das folgende Gameplay verändern.

Technik

Until Dawn ist – primär wohl weil es nun mal in der Nacht spielt – in dunklen Farben gehalten. Das Spiel erzeugt durch eine dichte Vegetation, sehr schöne Innenräume und grandios aussehende Charaktermodelle eine meiner Meinung nach in dieser Konsolengeneration nie dagewesene, angespannte Atmosphäre. Da am laufenden Band die Gefahr besteht, dass irgendetwas aus dem Busch gesprungen kommt oder ein gruseliger Typ mitten im Raum steht, ist man beim Spielen dauernd in Alarmbereitschaft. Ein Game zum entspannenen ist Until Dawn daher wahrlich nicht.

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Besonders gefallen haben mir außerdem die guten Animationen und die Tatsache, dass sowohl Gameplay- als auch Zwischensequenzen grafisch so ähnlich sind, dass man oft gar nicht weiß, wann man jetzt eigentlich anfangen muss los zu laufen.

Das Spiel baut auf der Engine von Killzone: Shadow Fall auf und ist grafisch bisher eines der beeindruckendsten Spiele auf der Playstation 4. Die Schönheit der Charaktere wurde wohl auch durch das aufwändige Motion-Capture-Verfahren mit bekannten Schauspielern erreicht. Brett Dalton kennt man beispielsweise aus Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D., Rami Malek aus 24 und Nachts im Museum und Nichole Bloom aus Grey’s Anatomy und Teen Wolf.

Die deutsche Sprachausgabe ist für’n Arsch. Die Snychronisation klingt, als hätten Laiendarsteller mit ihren Logitech-Headsets im Keller nicht Lippen-synchron eine deutsche Übersetzung vorgelesen. Das Spiel ist im englischen so gut abgemischt, warum versaut man das im Deutschen so?

Die ennglische Sprache wurde von den im Spiel agierenden Schauspielern eingesprochen, ist solide abgemischt und klingt um ein Vielfaches besser als die Deutsche Synchro. Die Effekte sind gut platziert und der Surround-Sound kommt in einigen Szenen sehr gut zur Geltung. Wann kommt eigentlich das erste Spiel mit Dolby Atmos oder dts:x?

Der Soundtrack ist mit einem Orchester aufgenommen worden, unglaublich atmosphärisch und teilweise auch sehr eingängig. Der Titelsong „O Death“ ist ein richtiger Ohrwurm, und besonders das von mir „Gefahren-Theme“ getaufte Stück, das immer wieder aufgetaucht ist, hat mir gut gefallen. Im Original heißt es „What could possibly go wrong“. Schade, dass der Soundtrack bisher nicht auf CD oder – noch besser – Vinyl veröffentlicht wurde. Hörproben findest du im oben stehenden Video.

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Extras

Das Spiel bietet außerdem ein paar Extras. In Videos, die erst während des Spielens freigeschaltet werden, um Spoiler zu vermeiden, werden Interessante Interviews mit den Schauspielern, Konzeptzeichnungen, Reaktionen erster Test-Spieler und die Entstehung des Soundtracks gezeigt. Sehr spannend!

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